Lkr. Freyung-Grafenau. Wie sieht es denn angesichts von Corona in diesem Jahr mit der Weihnachtsfeier aus? Diese Frage beschäftigt mit Sicherheit jeden Betrieb im Landkreis Freyung-Grafenau.

Aufgrund der Mitarbeiterzahl war sowohl im Rathaus Freyung als auch im Landratsamt Freyung-Grafenau schnell klar, dass es keine Feier wie die Jahre zuvor geben kann. Aber genauso schnell war für Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich und Landrat Sebastian Gruber klar, dass die Feier nicht ersatzlos ausfällt und man für die engagierte Belegschaft eine Alternative anbieten möchte. Schon war eine gute Idee geboren, die auch bei den Personalratsvorsitzenden aus dem Rathaus und dem Landratsamt, Johannes Schmid und Alexander Bertelshofer, auf Unterstützung stößt.

„Mit dem Budget, das für die Weihnachtsfeier eingeplant war, kaufen wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Gutscheine der regionalen Gastronomie. Dabei kann jeder selbst wählen, für welches Lokal er einen Gutschein möchte“, stellen Bürgermeister und Landrat gemeinsam die Aktion vor. So hat nicht nur ein einzelnes Lokal etwas davon, sondern viele in Freyung und dem gesamten Landkreis. „Natürlich ersetzt diese Aktion nicht eine gemeinsame Feier, bei der man sich austauscht, bei gutem Essen und schöner Stimmung das Jahre Revue passieren lässt und sich gemeinsam auf das Weihnachtsfest einstimmt. Trotzdem ist es sowohl für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch für die Gastronomie eine gelungene Aktion“, so die beiden Personalratsvorsitzenden Schmid und Bertelshofer.

Neben dem Dank und der Wertschätzung für die Mitarbeiter ist den beiden aber auch wichtig, ein Zeichen für die Gastronomie in der Region zu setzen. „Gerade die Gastronomie ist durch viele Ausfälle, jetzt noch einmal in der Vorweihnachtszeit, arg gebeutelt. Unsere Kultur lebt aber von Wirtshäusern und Restaurants, weswegen wir alles tun müssen, dass diese erhalten bleiben“, unterstreichen die beiden Kommunalpolitiker.

Alexander Bertelshofer, Personalratsvorsitzender im Landratsamt Freyung-Grafenau ergänzt: „Nachdem in diesem Jahr auch keine Personalversammlung stattfindet, stellen wir, in Abstimmung mit Landrat Sebastian Gruber, auch dieses Budget für die Aktion zur Verfügung.“
Im Übrigen: Für die Mitarbeiter der Stadt Freyung gilt, dass der Gutschein von einer Gastronomie im Stadtgebiet Freyung sein muss, für die Mitarbeiter des Landratsamtes muss es eine Gastronomie im Landkreis
sein. Der organisatorische Aufwand ist nicht unerheblich, aber das ist es uns für die Belegschaft und die Gastronomen wert, so Dr. Heinrich und Gruber.

Zum Austausch über die Weihnachtsaktion trafen sich Dr. Heinrich und Gruber mit Bernhard Sitter und Thomas Andres, die stellvertretend für ihre Wirte-Kollegen in der Stadt und im Landkreis begeistert sind von der Initiative. Bernhard Sitter freut sich als Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes über dieses erfreuliche Zeichen in schwierigen Zeiten für die Gastronomie in der Region: „Coronabedingt können größere Weihnachtsfeiern in diesem Jahr leider nicht stattfinden.

Die Hygienemaßnahmen, Abstandsregeln und Personenbeschränkungen machen das unmöglich. Das ist sehr bedauerlich sowohl für alle Mitarbeiter also auch für viele Wirte. Wir als Wirte freuen uns deswegen narrisch, dass der Landkreis und die Stadt Feyung sich dazu entschieden haben, der Gastronomie in dieser sehr schwierigen Zeit unter die Arme zu greifen. Und wir hoffen, dass diese Aktion auch in vielen anderen Landkreisen und Gemeinden Nachahmer findet. Vielleicht schließt sich ja der ein oder andere Unternehmer dieser Aktion an.“

Thomas Andres, Vorsitzender der Freyunger Wirtegemeinschaft, freut sich genauso für seine Kollegen in Freyung: „Die zahlreich stornierten Weihnachtsfeiern bereiten uns und unseren Kollegen zusätzliche Sorgen!
Doch die Aktion „Gutschein statt Weihnachtsfeier“ ist für viele Wirtekollegen ein kleiner Lichtblick und bringt zudem wichtige Liquiditätshilfe in der bevorstehenden Weihnachtszeit! So können die Angestellten ein schönes Essen bei ihrem Lieblingswirt genießen – zwar ohne die Kollegen, aber immerhin…“.

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