Kfz-Innungsbetriebe stehen der Corona-Krise gemeinsam entgegen – Erste Erfolge bei Zulassungsstellen zu verzeichnen

Dingolfing. Kfz-Werkstätten und sogenannte Mischbetriebe, also Autohäuser mit Werkstätte am selben Standort, gelten nach Auffassung der bayerischen Staatsregierung bekanntermaßen als systemrelevant. Das heißt, dass diese zur Gewährleistung der Mobilität notwendig sind. Dieser Verantwortung kommen die 800 niederbayerischen Innungsbetriebe selbstverständlich nach. „Die Sorge, dass auf das eigene Fahrzeug für den Weg zur Arbeit oder für die Versorgungsgänge des täglichen Bedarfs verzichtet werden muss, ist unbegründet.“, stellte Michael Krammer, Obermeister der Kfz-Innung Niederbayern, klar. „Unsere Werkstätten haben für die Bevölkerung im Falle wichtiger Reparaturen und Dienstleistungen weiterhin geöffnet. Auch wenn die absolut notwendigen und damit richtigen Maßnahmen der bayerischen Staatsregierung weiter verlängert werden.“ 

Nichtsdestotrotz stellt die aktuelle Situation auch für die Kfz-Innungsbetriebe nicht nur eine neue, sondern auch eine große und komplexe Herausforderung dar. Zwar ist der Online-Handel von Fahrzeugen weiterhin ausdrücklich erlaubt, der Showroom – und damit eine wichtige Säule im Vertrieb – darf jedoch nicht mehr geöffnet haben. Auch ist es zwar für Werkstätten erlaubt zu öffnen – allerdings nur für erforderliche und sicherheitsrelevante Reparaturen, Pannenhilfe und Wartungsarbeiten an den Fahrzeugen. „Unter normalen Bedingungen beginnt jetzt die Reifenwechselsaison für unsere Betriebe. Der rein saisonbedingte Reifenwechsel alleine stellt jedoch aufgrund der geltenden Ausgangsbeschränkung auch nach Ansicht des Staatsministeriums des Innern derzeit keinen triftigen Grund für die Bürgerinnen und Bürger dar, um die Wohnung zu verlassen. Anders sieht es aus, wenn die Reifen tatsächlich abgefahren sind und das Fahrzeug benötigt wird oder wenn aus einem anderen wichtigen Grund die Werkstatt aufgesucht werden muss. Dann kann der Reifenwechsel zusätzlich durchgeführt werden“, sagt Josef Huber, Geschäftsführer der Kfz-Innung Niederbayern. 

Der teilweise stark eingeschränkte Service der Zulassungsstellen stößt auf wenig Verständnis bei den Kfz-Betrieben

Zur prekären Situation des ohnehin stark eingeschränkten Tätigkeitsspielraums für bayerische Kfz-Betriebe kommt die teilweise komplette Schließung von Kfz-Zulassungsstellen hinzu. Zahlreiche online erworbene und nun auslieferbereite Fahrzeuge in ganz Bayern konnten dementsprechend bisher nicht zugelassen und dem Kunden übergeben werden – auch wenn dieser das neue Fahrzeug beispielsweise für seine berufliche Tätigkeit dringend benötigt. Die sieben bayerischen Kfz-Innungen kontaktierten deshalb in der jüngsten Vergangenheit die zuständigen kommunalen Verwaltungen mit der Bitte, die Zulassung von Fahrzeugen weiter aufrecht zu erhalten. „Erfreulicherweise beginnen die Anfragen der bayerischen Kfz-Innungen Wirkung zu zeigen.“, sagte Geschäftsführer Josef Huber. Auch Obermeister Michael Krammer unterstützt diese Ansicht. Er fügt hinzu: „Selbstverständlich haben wir absolutes Verständnis dafür, dass gerade in der Fahrzeugzulassung der Parteiverkehr verschärfte Maßnahmen zum Gesundheitsschutz erfordert. Die Minimierung des Ansteckungsrisikos für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat auch hier Priorität. Deshalb gilt es, die vorhandenen Möglichkeiten zur Reduktion des persönlichen Kontakts zwischen Kunden und Angestellten auszuschöpfen. Und dass die Fahrzeugzulassung auch komplett kontaktlos funktioniert, machen schon einige Zulassungsstellen in Niederbayern vor, stelle Michael Krammer fest. 

Hohe Sicherheits- und Hygienestandards in den Kfz-Werkstätten

Auch für die Kfz-Betriebe gilt, persönliche Kontakte zu minimieren und die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen. Selbstverständlich ist die Arbeit unter strengen hygienischen Vorschriften für die Betriebe nichts Neues. Zur Vermeidung von Infektionen wurden jedoch noch zusätzliche Vorkehrungen getroffen. So stellen die Betriebe für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Handdesinfektionsmittel zur Verfügung, achten auf die regelmäßige und gründliche Reinigung von Betrieb und Betriebsmitteln sowie die Einhaltung der empfohlenen Maßnahmen des Robert Koch – Instituts. Auch der Kundenkontakt wurde zur Vermeidung von Infektionen verringert. „Viele Betriebe bieten inzwischen einen Hol- und Bringservice an, um Kundenaufträge möglichst kontaktlos abwickeln zu können. Die Meisterbetriebe der Kfz-Innung setzen alles daran, die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger weiter zu gewährleisten. Dementsprechend haben sich unsere Betriebe nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch auf die neue Situation optimal eingestellt.“, erklärt Josef Huber.  Nichtsdestotrotz gilt: Die Vermeidung unnötiger Sozialkontakte und der Schutz der Gesundheit von Kundinnen und Kunden wie auch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat immer oberste Priorität. Prüfen Sie deshalb als Kundin oder Kunde, ob der geplante Besuch eines Geschäfts einen triftigen Grund darstellt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden kann. Schützen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch Ihre Mitmenschen. 

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