Interview mit der frischgebackenen Bürgermeisterin von Ringelai Carolin Pecho

(Das Interview führte Katharina Krückl)

  • Wie überraschend war es für Sie, zur Bürgermeisterin von Ringelai gewählt worden zu sein?

Ich hatte bei den Wahlversammlungen und bei meinen Haustürbesuchen sehr viel positive Rückmeldungen bekommen, die vielen Aktiven auf meiner Liste und im Hintergrund haben mir auch den Rücken gestärkt, deshalb habe ich mir schon Hoffnungen gemacht. Dass es aber gleich im ersten Durchgang klappt, freut mich sehr und war eine Überraschung. Das große Vertrauen der Ringelaierinnen und Ringelaier freut mich sehr und berührt mich.

  • Wo haben Sie von dem Wahlsieg erfahren und wie wurde anschließend gefeiert?

Ich war mit ein paar Familienmitgliedern und Unterstützern bei der Auszählung in der Ringelaier Turnhalle dabei. Dort haben dann gleich ein paar gratuliert. Im kleinen Kreis haben wir dann noch angestoßen – aber gefeiert wird richtig erst, wenn die aktuelle Gesundheitslage das auch wieder bedenkenlos erlaubt.

  • Leider wird der Beginn Ihrer Amtszeit durch die Corona-Krise erheblich erschwert. Vor welche Herausforderungen sind Sie im Moment gestellt?

Die Herausforderung ist, dass wir uns nicht in größeren Gruppen treffen können. Der neue Ringelaier Gemeinderat besteht aus zahlreichen erfahrenen, aber auch einigen neuen Mitgliedern. Gerne würde ich da erste Abstimmungen auch in größeren Gruppen vornehmen, das geht aber leider nicht. Deshalb telefoniere ich im Moment viel. Das Gleiche gilt für die Übergabe durch meinen Vorgänger, aber auch da passiert viel übers Telefon.

  • Was war Ihre erste Amtshandlung als Bürgermeisterin?

Die steht noch aus, richtig los geht es ja erst am 1. Mai. Aber ich war bereits in die Gemeinderatssitzungen miteingebunden und im aktuellen Corona-Krisenstab in Ringelai. Bisher haben wir keinen Fall, trotzdem müssen wir gut vorbereitet sein. Die Bewältigung dieser Krise wird ein Marathon, kein Sprint.

  • Gibt es im Moment überhaupt Aufgaben die Sie erledigen können, außer daran mitzuwirken, die Pandemie einzudämmen?

Im Moment zählt vor allem die Vorbereitung. Da sind Abstimmungen mit unserem Arzt und der Feuerwehr, aber auch dem Altenheim und den Seniorenbeauftragten ganz wichtig. Es gibt viele Ängste, darauf kann man nur durch konsequente Kommunikation, Vorbereitung und falls nötig rasche Hilfestellung reagieren. Wir haben einen Lieferservice eingerichtet, der im Moment noch nicht greifen muss, weil das soziale Netz zum Glück funktioniert und auch ältere Mitbürger noch gut versorgt sind. Sollte das anders werden, sind wir bereit. Das gleiche gilt für die Abstimmungen mit dem lokalen Arzt.

  • Wenn Corona irgendwann nicht mehr das gesamte Handeln bestimmt, was wollen Sie dann in Ringelai als erstes in Angriff nehmen?

Die Ringelaier Turnhalle wird demnächst saniert und das Feuerwehrhaus muss fertig gestellt werden, damit haben wir dann gute Einrichtungen für die Zukunft. Neue Projekte stehen in der Ortsentwicklung und im Wohnungsbau an, hier wollen wir uns intensiv mit Bauwilligen genauso wie mit Grundstücksbesitzern in mögliche Planungen begeben, weil im Wahlkampf bei allen Versammlungen der Bedarf deutlich gemacht worden ist. Die Unterstützung der Wirtschaft, die Innovationen, die gerade durch die Krise kommen, nutzen und gemeinsam mit den Vereinen ein tragfähiges Netz bauen wird wichtig sein. Außerdem sind mir die Ertüchtigung von Spielplätzen, Bolzplätze, Wanderwegen, Treffpunkten und Gemeinschaftshäuser ganz wichtig. Hier kann man gemeinsam mit Bürgern und Bauhof sicher auch viel in Eigenregie bewerkstelligen, einige Mittel dafür kommen auch aus dem Regionalbudget der ILE Ilzer Land. Die gesamte Lage ist eine andere, als wir das im Wahlkampf gedacht haben, deshalb steht sicher vieles auf dem Prüfstand, umso mehr müssen wir unsere Kräfte bündeln.

  • Wie ist die aktuelle Lage in Ringelai? Halten sich die Menschen an die Ausgangsbeschränkung?

Bisher ist die Lage zum Glück sehr besonnen, im Gegensatz zu Städten haben wir ja vielfach die Möglichkeit im Garten ein paar Sonnenstrahlen zu genießen, ohne in Kontakt mit den Nachbarn zu kommen. Es ist wichtig, dass diese Maßnahmen auch eingehalten werden, wenn es jetzt höhere Temperaturen gibt!

  • Was wollen Sie Ihren Bürgerinnen und Bürgern in dieser schweren Zeit mit auf den Weg geben?

Die Krise trifft uns alle und gemeinsam müssen wir jetzt besonnen und auf Sicht die Herausforderungen bewältigen. Das trifft die Wirtschaft, das soziale Leben und Miteinander und auch die Kindergartenkinder und Schüler. Lösungen werden wir Schrittweise finden müssen und ich hoffe, dass wir gemeinsam diesen Weg gehen können. Es ist nicht die Zeit für Panik, so erschreckend dieser unsichtbare Feind auch sein mag, es ist auch nicht die Zeit für Stigmatisierung, sobald die ersten Fälle auch in unserer Gemeinde auftauchen. Wir haben es in der Hand gemeinsam und solidarisch Lösungen zu finden und dazu kommt es auf uns alle an.

×

(Anzeige)

×