Bei der Freyunger Opernwerkstatt heiratet heuer Kammerdiener Figaro

(von Tobias Schmidt)

Freyung/Waldkirchen/Passau. Zum insgesamt 14. Mal bringt das Musikforum Freyung e.V. im Rahmen seiner Opernwerkstatt ein von sangesbegeisterten Vollblutlaien und Profisängern gemeinsam interpretiertes Musikdrama auf die Bühne.

Heuer läuten darin für Susanna und Figaro die Hochzeitsglocken. Beide in soliden Anstellungsverhältnissen, bei jedoch nicht immer ganz soliden Dienstherrn. In Wolfgang Amadeus Mozarts 1786 in Wien uraufgeführter komischer Oper „Figaros Hochzeit“ durchleben sie zunächst einmal allerhand Hofintrigen und Liebeswirren. Ein Spiegel adeligen Lotterlebens war das, erdacht von einem Bürgerlichen, dem ziemlich erfolgreichen französischen Komödiendichter (und ziemlich waghalsigen Unternehmer) Pierre Augustin Caron de Beaumarchais.

Gesungen wird „La nozze di Figaro“ auf Italienisch, und – um die Verwirrung komplett zu machen – trägt sich die Handlung auf einem Schloss nahe Sevilla in Spanien zu. Kammerdiener Figaro (Jonas Hamann) erfährt, dass Graf Almaviva (Lukas Gehrmann) seiner Verlobten Susanna (Anna Sophie Duque) nachsteigt. Diese Malaise ließe sich im Rahmen einer deutlichen Aussprache regeln, wäre der Graf nicht zugleich Figaros jähzorniger und eifersüchtiger Chef. Darum ersinnt das junge Paar gemeinsam mit Gräfin Rosina (Stephanie M. Richter) einen gewitzten Plan, um den Grafen zur Vernunft zu bringen.

Kammerzofe Susanna (Anna Sophie Duque) Kammerdiener Figaro (Jonas Hamann) sind ein Paar (Foto: Alois Kerber)

Musiklehrer Basilio (Kevin Garnett) spielt als Emissär falscher Liebesbriefe noch mit, doch Hofarzt Bartolo (Thomas Käser) und Haushälterin Marcellina (Ute Schuler) fahren Figaro und Susanna ordentlich in die Parade. Denn beide sind wegen „gewisser Vorkommnisse in der Vergangenheit“ (nachzuhören übrigens in G.Rossinis „Der Barbier von Sevilla“) ziemlich nachtragend. Wie gut, dass es da noch den Brautvater und Gärtner Antonio (In Suk Lee) und dessen Tochter Barbarina (Alica Troeger) gibt. In seiner Gutmütigkeit deckt er sogar den unberechenbaren und liebestollen Pagen Cherubino (Clara Dieterich), der diesen ohnehin schon verzwickten Reigen mit allerlei Versteckspiel gehörig durcheinander wirbelt.

An drei Orten wird die Oper in gekürzter Fassung aufgeführt: am Freitag, 16. August, um 19 Uhr im Saal St. Valentin, am Passauer Domplatz 7, am Samstag, 17. August, um 19 Uhr im Bürgerhaus Waldkirchen und am Sonntag, 18. August, um 16 Uhr im Kurhaus Freyung.  

Die Inszenierung liegt in den Händen von Patrizia Bauer aus Landshut. Tomáš Krejčí aus Brünn dirigiert und den Orchesterpart übernimmt Desar Sulejmani am Klavier. Die künstlerische Gesamtleitung hat Barbara Hesse-Bachmaier, zugleich 1. Vorsitzende des Musikforum Freyung e.V.

Der Graf ist untreu und eifersüchtig. Gräfin Almavia (Stephanie Margarethe Richter) will ihm eine Falle stellen. Und weil Hofmusikus Basilio (Kevin Garnett) noch etwas gut bei ihr hat, macht sie ihn zum Emissär mit falschen Liebesbotschaften (Foto: Alois Kerber)

Für die Vorstellungen übernehmen die Schirmherrschaft Oberbügermeister Jürgen Dupper (Passau), Bürgermeister Heinz Pollak (Waldkirchen) und Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich (Freyung). Weiterhin unterstützen die 14. Opernwerkstatt des Musikforum Freyung e.V. heuer Kulturkreis Freyung-Grafenau, Stadt Freyung, Landkreis Freyung-Grafenau, Tonkünstlerverband Passau e.V., Tonkünstlerverband Bayern e.V,  die Euregio Bayerischer Wald-Böhmerwald-Unterer Inn e.V., KEB Freyung-Grafenau, das Bildungswerk Stadt Waldkirchen, HNKKJ e.V. sowie die Kulturstiftung des Bezirks Niederbayern.

Eintritt frei, Spenden zur Förderung der Gesangstalente und Deckung der Kosten erbeten.