Einladung zur Webinarreihe mit Prof. Erika Rosenberg

„Wer ein Menschenleben rettet, der rettet die ganze Welt!“. In freundlicher Zusammenarbeit mit der KEB Regensburg Stadt und der Friedrich Ebert Stiftung erzählt Prof. Erika Rosenberg an Abenden die Geschichte der unbesungenen Helden neben Schindlers-Liste.

Die Webinare sind kostenfrei, wir bitten jedoch um Anmeldung. Sie können sich für jede Veranstaltung separat anmelden:

Mittwoch, 10. Juni 2020, 19:00 Uhr
Die Geschichte hinter Schindlers Liste. Emilie und Oskar Schindler „berichten“

Im Film „Schindlers Liste“ wird Oskar Schindler als ein Profiteur und Hasardeur präsentiert, der sich plötzlich von heute auf Morgen entscheidet Juden zu retten.

Aber wer war dieser Sudetendeutsche wirklich, der schon 1938 Juden geholfen hatte über die tschechische-polnische Grenze zu fliehen um den Schikanen und Massenverhaftungen durch die Nazis zu entgehen?

Als Geheimagent von Abwehr-Chef Canaris hatte er viele Kontakte bei der SS, SD und Gestapo, die er immer wieder zugunsten der Juden seiner Fabriken in Krakau und Brünnlitz nutzte. Wie er selbst Jahre später erzählte, lebte er ständig in Gefahr. Der geringste Fehler wäre ihm zum Verhängnis geworden. 2000 Tage lang (zwischen Oktober 1939 in Krakau und dann ab August 1944, nach der Verlegung der Fabrik nach Brünnlitz, Tschechien) hielt er „seine“ 1200 Juden am Leben. Für diese einzigartige Aktion gaben er und seine Frau Emilie 2.640.000 Reichsmark, heute umgerechnet 26 Millionen Euro aus.

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Mittwoch, 17. Juni 2020, 19:00 Uhr
Hilde Albrecht. Spionin und Geliebte von Oskar Schindler

Emilie Schindler erzählte Erika Rosenberg von Brunhild Ottilie Albrecht Fossel, der Geliebten ihres Mannes Oskar Schindler. Als Oskar Schindlers Fabrik im August 1944 von Krakau nach Brünnlitz verlegt werden musste, wurde ein Transport mit 300 Frauen nach Auschwitz umgeleitet. Oskar Schindler beauftragte seinen Chefingenieur Schönborn zwei Mal nach Auschwitz zu reisen um den Lagerkommandanten Richard Baer mit Brillanten zu bestechen und die Frauen nach Brünnlitz zu bringen. Baer nahm die Brillanten an, aber es geschah nichts. Hilde Albrecht erfuhr von Schindlers Verzweiflung und fuhr nach Ausschwitz, um mit Baer nochmals zu sprechen. Mit Erfog!  Innerhalb von 48 Stunden wurden die 300 Jüdinnen befreit und waren auf dem Weg nach Brünnlitz.

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Mittwoch, 24. Juni 2020, 19:00 Uhr
Carl Lutz und die Rettung von 6000 ungarischen Juden

Den Namen Carl Lutz kennt kaum jemand in der Schweiz. Der Vize-Konsul dachte sich nach dem Einmarsch deutscher Truppen 1944 in Ungarn ein raffiniertes System aus, indem er Schutzbriefe für verfolgte Juden ausstellte, um ihr Leben zu retten.

Er mietete 74 Schutzhäuser in Budapest an, wo die Schutzsuchenden auf die Ausreise nach Palästina (damals Britisches Mandat) warten konnten. Die Schutzhäuser mussten mit Lebensmitteln, Seife, Medikamenten und Kleidungsstücken versorgt werden, was Lutz zusammen mit dem Roten Kreuz organisierte. Die meisten Schutzbriefe, die ausgestellt wurden, mussten gefälscht werden.

Als der Krieg zu Ende ging, kehrte er nach Bern zurück. Die Behörden äußerten sich lapidar er hätte seine Kompetenzen überschritten.

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Mittwoch, 1. Juli 2020, 19:00 Uhr
Don Gilberto Bosques-Saldívar. Der mexikanische „Schindler“

Eine Allee in Wien und eine Volkshochschule in Berlin sind nach Bosques benannt , aber nur wenige kennen die Geschichte des Mannes, der sich von Kindesbeinen an für Menschenrechte einsetzte.

Als Generalkonsul in Paris und Marseille war er vom mexikanischen Präsidenten Cárdenas, ein überzeugter Sozialist, beauftragt möglichst viele vor Franco fliehende Republikaner zu retten. Mexiko gewährte Flüchtlingen aus Spanien, Deutschland, Österreich, Polen und Ungarn Asyl.

Die Lage spitzte sich zu, als sich das Vichy-Regime, das mit dem Dritten Reich kollaborierte, etablierte. Bosques stellte Schutzbriefe aus und organisierte Schiffsausreisen. Er inspizierte die Internierungslager und verteilte unter den Flüchtenden Lebensmittel, Medikamente und Kleidungstücke. Er mietete sogar zwei Schlösser in Marseille an, um die Schutzsuchenden bis zur Ausreise dort unterzubringen.

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