Die seit März anhaltenden coronabedingten Einschränkungen bringen auch die Träger der Beratungsstellen der pro familia in Bayern zunehmend in finanzielle Bedrängnis, denn Spendeneinnahmen sind in diesem Jahr deutlich eingebrochen

Trotz Corona und Lockdown gelang es pro familia bis heute, ihre Angebote (Beratung, Vorträge, Fortbildungen und Gruppenangebote) für Menschen, die Unterstützung benötigen, aufrecht zu erhalten.

Um auch in dieser schwierigen Zeit für Klient*innen da sein zu können wurden in allen Stellen die Angebote digitalisiert, was gerade für die Beratungsstellen nicht nur einen fachlichen sondern auch einen erheblich finanziellen Mehraufwand bedeutete. Die technische Ausstattung musste erweitert und oftmals erneuert werden, da sie für die digitalen Formate nicht ausreichten, neue Anwendungen für datenschutzkonforme Videokonferenzen und Beratungen mussten gefunden und angeschafft werden und auch Telefonanlagen für das deutlich erhöhte Aufkommen an Telefonberatungen mussten erweitert werden.

All diese zusätzlichen Ausgaben sind eine Investition in unsere qualitativ hohe Beratungsleistung, haben aber die Mitgliedsverbände an die Grenzen des wirtschaftlich Machbaren gebracht.

„Zugleich sind, auch aufgrund der Verunsicherung in der Wirtschaft, die Spendeneinnahmen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß im Jahresvergleich eingebrochen“ berichtet der Landesgeschäftsführer der pro familia Bayern Thoralf Fricke über das Ergebnis einer Abfrage bei den bayerischen Mitgliedsverbänden. Auch Bußgeldzuweisungen durch Gerichte sind deutlich rückläufig.

Die Beratungs– und Unterstützungsangebote der pro familia werden zum Teil durch staatliche Fördermittel finanziert, jedoch sind die Beratungsstellenträger verpflichtet, den Betrieb der Beratungsstellen durch Eigenmittelanteile, die sich aus Spenden und Bußgeldern zusammensetzen, selbst zu finanzieren. „Da müssen – je nach Größe und Anzahl der Beratungsstellen der Orts- und Bezirksverbände – schon mal notwendige Mittel von mehreren zehntausend Euro aufgebracht werden“ erläutert Fricke. „Und viele Ausgaben, die im Jahr 2020 coronabedingt hinzukamen, sind da noch gar nicht mit erfasst.“

Der Bund und der Freistaat Bayern haben im Frühjahr versucht, die entstandenen finanziellen Lücken durch Soforthilfen zu schließen. Auch die Beratungsstellenträger der pro familia konnten so einen kleinen Teil der Rückgänge ausgleichen. Der neuerliche Teillockdown – ausgerechnet im November – trifft die Vereine immens, denn sie hatten auf eine Erholung der Spenden – und Bußgeldzuwendungen zum Ende des Jahres gehofft.. Denn die neu aufgelegten „Überbrückungshilfen 2“ des Bundes kommen gerade für sie nicht in Frage.

Es bleibt zu hoffen, dass der Freistaat Bayern und der Bund hier nochmal nachbessert und eine Lösung findet, mit der die Finanzierung der Beratungsangebote zumindest für 2020 sichergestellt werden kann.

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