Der internationale Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai soll an die vielfältigen Ressourcen der Natur erinnern. Die Vereinten Nationen machen darauf aufmerksam, dass der biologische Reichtum der Natur immer weiter schwindet und belohnt Initiativen, die sich für mehr Artenvielfalt einsetzen. Ein Projekt des Landwirts Phillip Krainbring und des Forums Moderne Landwirtschaft ist jetzt als offizielles Projekt der „UN-Dekade Biologische Vielfalt” prämiert worden. Wegen Corona fällt die Feier aus.

Biologische Artenvielfalt ist lebenswichtig für die Menschheit. Besonders Bienen sind als Bestäuber direkt an der Produktion von Nahrungsmitteln beteiligt. Sie generieren allein in Europa pro Jahr Einnahmen in Milliarden-Höhe. Weltweit sind 75 Prozent der Nahrungsmittelpflanzen von der Bestäubung insbesondere durch Bienen abhängig. Allein für medizinische Zwecke verwenden wir heute über 50.000 bienenbestäubte Pflanzenarten. Bienen sorgen also für unsere Nahrung und Gesundheit. Das Problem: Aktuelle Daten belegen einen weltweiten Rückgang der Insektenpopulation, insbesondere bei Wildbienen. Gründe dafür können eine veränderte Landnutzung und die Zerstörung von Lebensräumen sein.

Biologische Vielfalt ist notwendig für Nahrungsmittelproduktion

Politik, Gesellschaft und Landwirtschaft sind jetzt gefordert. Die deutschen Bauern haben allein im vergangenen Jahr 5.000 km Blühstreifen entlang ihrer Äcker angelegt. Ein besonderes Beispiel findet sich in der Magdeburger Börde. Dort hat der Landwirt Phillip Krainbring – gemeinsam mit dem Forum Moderne Landwirtschaft – ein Blühwiesen-Projekt entwickelt, das soeben als offizielles Projekt der „UN-Dekade Biologische Vielfalt” prämiert worden ist. „Wir haben hier eine Blühfläche mit über 40 verschieden Arten von Wildpflanzen und Wildkräutern angelegt, damit wir auch besonders auf die Biene Augenmerk nehmen“, erläutert Phillip Krainbring, der gleichzeitig auch Blogger und Agrarscout ist. „Wir Landwirte beschäftigen uns viel mit Artenvielfalt. Diese biologische Vielfalt müssen wir erhalten, weil wir die Insekten für unterschiedliche Dinge brauchen; sei es als Bestäubungsleistung für unsere Früchte, sei es aber auch, dass wir Nützlinge aufbauen, um Läuse zu bekämpfen und ähnliches und, deswegen brauchen wir auch diese Vielfalt auf unseren Ackerflächen.“

Artenvielfalt kostet allerdings. Denn Krainbring nimmt die knapp zwei Hektar große Blühwiese aus seiner normalen Ackerproduktion heraus und kann dort nichts anbauen. Der internet-affine Bauer nutzt Social Media-Kanäle und hat kurzerhand ein Crowdfunding-Projekt aufgesetzt. „Ich wollte viele Leute mit ins Boot nehmen, um auch so ein Gemeinschaftsgefühl hinzukriegen, zu sagen: Gemeinsam packen wir die ganze Sache an.“ Bauer Krainbring ist begeistert. „Insgesamt sind 484 Blühpaten zusammengekommen, und wir konnten über 8.000 Euro sammeln, dass wir diese Fläche hier anlegen konnten und auch ein paar Jahre hier so stehen lassen können.“

Die Blühwiese von Magdeburg zeigt, dass Gesellschaft, Experten-Verbände und Landwirte ganz unbürokratisch einiges bewegen können: Für eine biologische Artenvielfalt und den Umweltschutz.


Wer ist das Forum Moderne Landwirtschaft?

Das Forum Moderne Landwirtschaft ist ein eingetragener Verein, in dem sich Verbände, Organisationen und Unternehmen der Landwirtschaft sowie der vor- und nachgelagerten Bereiche zusammengeschlossen haben. 60 Prozent der Deutschen leben in Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern. 72 Prozent der Deutschen wissen „eher wenig bis gar nichts“ über Moderne Landwirtschaft. Das Forum Moderne Landwirtschaft schlägt die Brücke zwischen moderner Landwirtschaft und urbaner Gesellschaft. Anliegen ist, den Dialog zwischen der Gesellschaft und der Modernen Landwirtschaft zu schaffen und die Menschen in den Städten für Moderne Landwirtschaft zu begeistern. Durch authentische, verbrauchernahe Einblicke in die landwirtschaftliche Praxis soll die Bedeutung der Modernen Landwirtschaft für das Leben jedes Einzelnen herausgestellt werden.

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