Finsterau. „Wenn nirgends etwas geht, bei uns geht`s immer“, lautet seit vielen Jahren das Motto der Verantwortlichen des SV Finsterau. Doch beim IPC-Weltcup im Biathlon und Langlauf werden die Sorgenfalten der Organisatoren immer tiefer. Das Wetter schlägt Kapriolen und fordert die vielen Helferinnen und Helfer bis an ihre Grenzen. Und doch ist man im „Schneeloch des Bayerischen Waldes“ optimistisch, dass die Wettkämpfe fair über die Bühne gebracht werden können.

Was das Wetter und diverse Wettkämpfe anbelangt, sind die Finsterauer heuer wie viele andere Veranstalter leidgeprüft. Während allerdings wenige Kilometer südlich nur noch Schneeflecken daran erinnern, dass eigentlich Hochwinter ist, kann man das im Bayerwalddorf zumindest erahnen. Aber auch hier, in 1000 Meter Höhe, sind bei weitem nicht die gewohnten Schneemassen vorhanden. „Die Art und Weise wie das Wetter in wenigen Stunden wechselt, ist schon ungewöhnlich“, gibt Bürgermeister Ernst Kandlbinder zu. „Doch schon im Jahr 2016 hatten wir mit ähnlichen Problemen zu kämpfen“. Diese Erfahrung nützt den Ehrenamtlichen natürlich in der jetzigen Situation. Wenn man dann noch auf so eine motivierte „Mannschaft“ zurückgreifen kann, muss man sich als Veranstalter glücklich schätzen. Oder, wie es der Olympiasieger und mehrfache Weltmeister im Biathlon Martin Fleig treffend sagt: „Ihr seid spitze und einfach narrisch“. Ein Lob aus berufenem Munde.

(Foto: Jens Schörnich)

Die über 200 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind das Kapital des SV Finsterau. Ob in der gesamten Organisation, der Wettkampfleitung, im Fahrdienst, Sanitätsdienst, der Verpflegung, am Schießstand oder auf der Loipe, überall sind die Teamplayer zu finden. „Da gibt es kein Nein. Alle sind mit Begeisterung dabei und helfen in ihrer Funktion von früh bis abends oft weit über das normale Maß hinaus“, lobt Ernst Kandlbinder. Jeder arbeitet auf seinem Platz, in seiner Position eigenständig und in dem Bestreben, den Sportlern, Betreuern, Offiziellen und Gästen jeden Wunsch zu erfüllen, ihnen zu zeigen, dass sie herzlich willkommen sind. In der familiären Atmosphäre fühlen sie sich wohl. So bleibt der IPC-Weltcup in Finsterau mit Sicherheit in guter Erinnerung. „Diese positive Stimmung, das Wir-Gefühl ist nicht mit Geld zu bezahlen“, bekräftigt der Bürgermeister. Das überträgt sich auf die Athletinnen und Athleten und sorgt auch bei ihnen trotz der witterungsbedingten Probleme für eine positive Grundstimmung.

Allen Problemen zum Trotz bleiben Wettkampfleiter Karl Eder und seine Frau und Stellvertreterin Sylvia optimistisch (Foto: Jens Schörnich)

Der beliebteste Anlaufpunkt für Athleten und Gäste ist der gemütliche WM-Stadl. Hier treffen sich Jung und Alt, Offizielle, Sponsoren, Helfer sowie Ehrengäste und kommen bei schmackhaftem Essen, Brotzeiten, Kaffee und Kuchen mit den Sportlerinnen und Sportlern aus 21 Nationen ins Gespräch. Turm in der Schlacht im stets gut- bis vollbesetzten Stadl sind Helga Eder und ihre Helferinnen an der Ausgabe, in der Küche und vom Spüldienst. Eine Hand greift in die andere. Nur so können täglich bis zu 500 Essen, dazu Schnitzel-, Leberkäs- und Wurstsemmel an die Frau, den Mann, gebracht werden. „Very fine food“, bedankt sich ein Engländer bei den „nice girls from the kitchen“. Über 1000 Haferl Kaffee gehen täglich über den Tresen, schätzt Helga Eder. Dazu schmecken besonders die bei allen begehrten leckeren Torten und Kuchen. Sie werden täglich frisch von vielen Frauen in der Gemeinde gebacken und geliefert. Feierlich wird es, wenn nach der jeweiligen Wettkampfklasse vor Ort und vor zahlreichem Publikum die Siegerehrungen durchgeführt werden. Die Erstplatzierten erhalten aus der Hand eines Hauptsponsors hochwertige, handgefertigte Glasmedaillen und natürlich FILU, den Finsterauer Luchs, das Maskottchen des Weltcups. Das kuschelige Stofftier ist auch ein beliebtes Souvenir. Noch bis Samstag, 8. Februar ist das Bayerwalddorf der Gastgeber für die besten Sportler mit Handicap aus aller Welt. Das Programm findet sich unter www.weltcup-finsterau.com. Die Besucher werden kostenlos von den gekennzeichneten Parkplätzen im Ortszentrum mit einem Shuttle-Service zu den Wettkampfstätten transportiert.  –jes

(Foto: Jens Schörnich)
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