Literarisch-musikalisches Programm des Barockensembles The Wond’rous Machine

(von Tobias Schmidt)

Neuhaus am Inn. In seinem siebten Programm „Was ich glaube, weiß ich nicht“, setzt sich das Passauer Sextett The Wond’rous Machine mit zwei alten, vermeintlichen Gegenspielern des menschlichen Daseins auseinander: dem Glauben und dem Zweifeln.

Inspiriert von der 1720 entstandenen Oper „Der geduldige Sokrates“ von Georg Philipp Telemann, ist dessen Musik ein wichtiger Pfeiler dieser musikalischen Reise durch die Höhen und Tiefen des Glaubens, Haderns, Liebens und Zweifels. Doch betreten die Sänger Véronique Coiffet und Joachim Roth, Heidrun Pontz und Inge Reinelt an den Blöckflöten und die für die Continuo-Stimmen verantwortlichen Lina vom Berg und Katrin vom Berg auch neues Terrain: Zwischen Kantaten von Telemann erklingt auch so manche uralte Melodie des jüdischen Synagogalgesangs, ein „Kol Nidre“, aber auch zeitgenössische Blockflötenmelodien. Wie in den literarisch-musikalischen Programmen des Ensembles üblich, begleiten auch wieder Texte das Hin- und Her der menschlichen Seele zwischen Glauben und Zweifeln. Sie stammen aus der Sufi-Mystik sowie aus der Literatur, von Gotthold Ephraim Lessing, Friedrich Rückert bis Heinrich Böll und Samuel Beckett.

The Wond’rous Machine „Was ich glaube, weiß ich nicht“ ist am Sonntag, 18. November 2018, um 17.00 Uhr in der Kirche St. Severin in Neuhaus am Inn zu erleben. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung des Kulturfördervereins Neuhaus e.V. kostet 15,- /ermäßigt 10,- Euro. Seit 2009 widmet sich das Passauer Sextett The Wond’rous Machine in musikalisch-literarischen Programmen der Ensemblemusik der Barockzeit. Gern übrigens englischer Provenienz etwa in Themenprogrammen zu William Shakespeare oder Henry Purcell. Bei letzterem entlehnte die Gruppe auch ihren Namen: als „wundersame, staunen machende Maschine“, bezeichnete der „englische Orpheus“ Purcell nämlich die Orgel in einem ganz wunderbaren kleinen Air für Bassstimme und Continuo aus „Hail! Bright Cecila!“, einem 1692 komponierten mehrteiligen Hymnus auf die Heilige Cäcilia – bekanntermaßen die Patronin der Kirchenmusik.