Bio-Erlebnistage in der Öko-Modellregion Passauer Oberland: Günter Schneider stellt seine Land- und Waldbewirtschaftung vor

Tittling. Dieses Jahr feiern in Bayern die Bio-Erlebnistage ihr 20-jähriges Jubiläum. Trotz der gegebenen Umstände ist es gelungen, einige schöne Veranstaltungen zu organisieren. Bayernweit wird bis zum 04. Oktober eine Vielfalt an Veranstaltungen durchgeführt, um einen Blick hinter die Kulissen des Ökolandbaus zu ermöglichen.

Mitte September fand in der Öko-Modellregion Passauer Oberland um Schloss Englburg in Tittling eine Wanderung statt. Dabei brachte uns Günter Schneider seine Philosophie über seine Land- und Waldbewirtschaftung nahe. Nach einer Begrüßung durch Rudolf Müller (verantwortl. Bürgermeister der Öko-Modellregion) – auch im Namen von Helmut Willmerdinger (Bürgermeister Tittling), Roswitha Toso (stellvertretende Landrätin), Barbara Messerer (Projektmanagerin Öko-Modellregion) und Günter Schneider selbst führte uns die Wanderung zunächst in den Wald. Die Familie Schneider hat den Schlosswald als „Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet“ ausweisen lassen, was Auswirkungen in der Bewirtschaftung des Waldes nach sich zieht. Wichtige Punkte dabei sind Naturverjüngung, Totholz und die Etablierung eines Baumbestandes mit allen Altersklassen. Naturverjüngung hat den Vorteil, dass sich ein Baumbestand etabliert, der an die regionale Umwelt genetisch angepasst ist. Über die Zeit entwickelt sich ein sogenannter Plenterwald, in dem alle Altersgruppen im Baumbestand abgebildet sind. In Bezug auf Totholz wird darauf geachtet, dass über die Waldfläche verteilt Totholz erhalten bleibt. Das abgestorbene Holz bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Organismen und ist somit im Bereich von Biotop- und Artenschutz sehr bedeutend. Wichtig für Günter Schneider bei der Waldbewirtschaftung ist, dass Wirtschaftlichkeit und Naturschutz beides seinen Stellenwert hat. Nur so kann nachhaltige Waldbewirtschaftung gelingen.

Günter Schneider erläutert Totholzstrukturen im Wald (Foto: ILE Passauer Oberland)

Die Wanderung führte uns weiter durch den Wald bis zu den Grünlandflächen, die Günter Schneider mit einer Charolais-Rinderherde bewirtschaftet. Besonders ist hier, dass die Tiere auf der Weide geschossen werden und das Fleisch direkt vermarktet wird. Auch wenn Direktvermarktung viel Arbeit erfordere, ist es für Günter Schneider der einzige Weg, wie angemessen Preise für landwirtschaftliche Produkte erzielt werden können und wie Landwirtschaft für die Zukunft aufgestellt werden kann.

Zum Dank erhielt die Familie Schneider als Akteur der Öko-Modellregion ein Weinregal, das von ‚Jet 2000‘, einem in Fürstenstein angesiedelten Künstler, produziert wurde. Alle Wanderinnen und Wanderer wiederum bekamen als Überraschung ein Knoblauchstangerl mit auf den Weg.

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