Hutthurm Die Verantwortlichen für den Pfarrer-Winkler-Kindergarten in Prag planen die Einrichtung eines Waldkindergartens als Waldgruppe. Erzieherin Julia Grimbs und Kinderpflegerin Sophia Nebl würden die Gruppe führen. Die beiden Pädagoginnen haben dem Träger des Kindergartens ein vorläufiges Konzept vorgelegt. Jetzt hoffen alle, dass sich viele Eltern für das neue Angebot entscheiden.

Nachfrage war gegeben, meint Kirchenpfleger Rudolf Ehrlich zu diesem Projekt. Auch Kindergartenleiterin Astrid Resch sieht die mögliche neue Variante im Angebot der Einrichtung als Gewinn, liegt doch das Waldstück so nahe, dass man es in wenigen Minuten über den Garten erreichen kann und die Kinder nicht auf die Straße müssen. Eine Blockhütte, die noch zu errichten ist, soll Schutz bieten und wenn‘s bei extremer Witterung notwendig ist, bleiben die Waldkinder ganz einfach im Kindergarten.
Als die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches bezeichnet Bürgermeister Hermann Baumann die Planungen. Durch die Benutzung des Natur-Obstlehrgartens der Gemeinde und die Zusammenarbeit mit dem Lehr-, Versuchs-und Fachzentrum & Akademie für ökologischen Landbau und Tierhaltung in Kringell würden weitere Faktoren für eine naturnahe Erziehung der Kinder geschaffen. Den Kindern werde die Möglichkeit gegeben, Gemüse selbst anzubauen, zu ernten und dann zu sehen, wie es in der Küche verarbeitet wird. “Die Natur lieben heißt die Natur achten“, nach diesem Leitsatz wollen auch die beiden jungen neuen Fachkräfte im Waldkindergarten arbeiten.

Julia Grimbs erklärt die Eckpunkte der angestrebten Einrichtung. Zwischen 7 und 8 Uhr werden die Kinder zum Kindergarten Prag gebracht. Von dort gehe die Gruppe gemeinsam zum Waldkindergarten. Die Blockhütte sei dort der zentrale Punkt, von dem aus die Aktivitäten gestartet werden. In einem Morgenkreis, bei dem Lieder gesungen werden, starte man in den Tag. Waldregeln, Naturmärchen, kurz alles rund um den Wald werde den Kleinen vermittelt. Die Kinder dürften aber auch frei spielen und kreativ sein, ergänzt Sophia Nebl. Waldtiere werden beobachtet, schnitzen und basteln mit Naturholz gehöre genauso zum waldpädagogischen Angebot. Im Kindergarten könne zu Mittag gegessen werden und die Kinder werden zwischen 13 und 14 Uhr wieder abgeholt.

Einmal pro Woche besuche man den Öko-Staatsbetrieb in Kringell. Dort können die Kinder mit den Tieren Zeit verbringen, beim Ernten dabei sein oder gemeinsam Apfelsaft pressen und Joghurt zubereiten. Die Kinder sollen lernen, mit der Natur sorgsam umzugehen, für Lebewesen Verantwortung zu übernehmen und die Umwelt täglich hautnah zu erleben. Dabei können die Kleinen das Wachsen der Natur erleben und den Wechsel der Jahreszeiten wahrnehmen.

Bei einem Informationsabend am Donnerstag, 9. März 2017, werden im Kindergarten Prag ab 19 Uhr die Verantwortlichen, aber auch die pädagogischen Fachkräfte anwesend sein und das Projekt vorstellen sowie alle Fragen beantworten. Dabei können auch schon die Kinder zwischen 3 und 6 Jahren angemeldet werden. Die Anmeldung gilt für ein Kindergartenjahr.

(Bild: Hier im Wald Richtung Niederpretz soll der Waldkindergarten seinen Standort haben, das beabsichtigen v.li. Bürgermeister Hermann Baumann, Kindergartenleiterin Astrid Resch, Kerstin Grubmüller, Julia Grimbs, Sophia Nebl, Pfarrer Wolfgang Keller und Kirchenpfleger Rudolf Ehrlich – Foto Heisl)