Waldkirchen. Am vergangenen Montag fand im Bürgersaal ein Vortrag zum Thema “Endoprothetik – wenn sich der Gelenkersatz entzündet“ statt.

Ca. 60 Besucher, darunter auch viele Ärzte, folgten den Ausführungen und erhielten zusätzlich Informationen zum Thema Hygiene im Krankenhaus. Anton Schmid, Chefarzt der Chirurgie und Orthopädie am Krankenhaus Waldkirchen, begrüßte zunächst alle Anwesenden und den Gastredner Prof. Dr. Rainer Neugebauer, ehemaliger Chefarzt und Leiter der Chirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie des Krankenhauses Barmherzige Brüder in Regensburg. Dr. Michael Rosenberger, Hausarzt und Notarzt aus Breitenberg moderierte an diesem Abend und stellte im Rahmen des Qualitätszirkels den niedergelassenen Ärzten im Anschluss einige Fragen, die auf einem Evaluierungsbogen beantwortet werden mussten.

Das Thema Hygiene und Keime, in Zusammenhang mit postoperativen Infekten, ist auch in der heutigen Zeit der zunehmenden Wechseleingriffe Ursache von schweren Komplikationen und damit von zunehmender Bedeutung.
Das Risiko einen Infekt zu erleiden, hängt von vielen Faktoren ab. Immungeschwächte, alte Patienten sowie Patienten mit offenen Wunden sind hochgefährdet. So kann z.B. ein infizierter Zahn Ursache einer Entzündung am Gelenkersatz sein. Bakterien können sich am Kunstgelenk festsetzen und im Gewebe oder auch im Knochen Entzündungen auslösen. Gibt es Anhaltspunkte für eine Infektion, muss dies durch Krankengeschichte, klinisches Bild, Labor und bildgebende Verfahren abgeklärt werden. Durch eine Punktion vor der Operation unter sterilen Kautelen oder Probeentnahmen müssen die Bakterien identifiziert werden und die Resistenz gegen Antibiotika überprüft werden. Entsprechend der Ergebnisse kann ein Konzept für die Operation erarbeitet werden.

Im Wesentlichen handelt es sich um ein einzeitiges, zweizeitiges oder mehrzeitiges Wechselverfahren. Bei der Operation ist die Chirurgie auf jeden Fall die wichtigste Maßnahme mit gründlicherem und radikalem Debridement der Weichteile und des Knochens. Alle weiteren Maßnahmen wie Antibiotikagaben (als Schwamm vor Ort oder als Infusion), Stabilität der Implantate und des Gelenkes sowie Spülbehandlungen sind Bausteine einer erfolgreichen Infektsanierung.
Multiresistente Keime werden grundsätzlich mit zwei- oder mehrzeitigen Wechselverfahren behandelt. Diese Verfahren erklärte Prof. Dr. Neugebauer sehr anschaulich anhand von Röntgenbildern und Fotos, die während oder nach einer Operation gemacht wurden.

Im Anschluss an den Vortrag konnten die Besucher dem Referenten Fragen stellen. Dies wurde auch umfassend genutzt. Ein Mitarbeiter der Firma Zimmer Biomet war an diesem Abend mit einem Infostand anwesend. So konnten die Besucher beispielsweise ein Implantat aus Titan sowie die einzelnen Komponenten eines Kunstgelenkes – sei es Hüfte oder Knie – betrachten und in der Hand halten.

Weitere Informationen erhält man auf der Homepage der Kliniken Am Golden Steig: https://www.frg-kliniken.de/medizinische-fachbereiche/epz-waldkirchen/

(Foto: FRG-Kliniken)

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