MdL Dr. Waschler bei Rotel Tours

Tittling. Angefangen hat alles im Jahr 1945 mit der Reisebegeisterung von Georg Höltl – der damals 17-jährige Tittlinger wollte in die Welt hinaus. „Auslandreisen waren erst wieder möglich mit der Währungsreform und der Ausstellung neuer gültiger Reisepässe. 1951 führte die erste Auslandreise in die Schweiz, damals noch als Höltl-Autoreisen“, erinnert sich Peter Höltl.

„Richtig los ging es dann mit einem nagelneuen Mercedes-Bus im Jahr 1952 mit Fahrten, unter anderem nach Rom und Spanien – ein Jahr vorher ist mein Vater mit Freunden mit dem Auto von Passau bis nach Spanien gefahren und konnte dann ein Jahr später eine ähnliche Reise mit Gästen durchführen“, so Peter Höltl, der heutige Inhaber von Rotel Tours in Tittling bei einem Besuch des Abgeordneten Prof. Dr. Gerhard Waschler. Übernachtet wurde in den 1950er Jahren zunächst in Zelten. Campingplätze gab es anfangs noch keine. Ein Meilenstein für das Unternehmen war die Erfindung des Rollenden Hotels durch Firmengründer Georg Höltl. Dadurch wurden ganz neue, spektakuläre Reisen möglich, wie 1959 auf dem Landweg von München über die Türkei nach Jerusalem und 1962 die erste Reise auf dem Landweg von München nach Indien und zurück, in 85 Tagen. Ab 1971 waren die Rotel-Busse bereits weltweit unterwegs.

Derzeit sind es 70 Rollende Hotels, verteilt auf alle Kontinente. Weltweit wurde seither schon alles gefahren, was man mit einem Bus fahren kann. Leider können zurzeit mehrere Länder nicht bereist werden, vor allem im Nahen Osten und in Afrika. Und auf die Frage, wo es am schönsten sei, gibt es für die Firmeninhaber eigentlich keine richtige Antwort: „Auf jedem Kontinent gibt es wunderbare, ganz eigene Sehenswürdigkeiten, die auf den Reisenden warten.“ Ziel einer jeden Reise sei es, Land und Leute intensiv kennenzulernen und für eine Zeit lang die Perspektive der Einheimischen einzunehmen. „Wir wollen die Chance vor Ort nutzen und die Länder verstehen lernen. Unsere Reisegäste sind abenteuerlustig, sehr interessiert und offen für die Schönheit der Welt“, betont auch Ehefrau Christina Höltl.

Besonders spannend für Rotel Tours seien Länder mit wenig Infrastruktur wie Namibia, die Mongolei, Tadschikistan und Kirgisistan und verschiedene andere, so Peter Höltl, der schon selbst einige Jahre als Busfahrer und Reiseleiter mit dem Rotel-Bus unterwegs war. „Das Bild das unsere Medien von den Ländern zeichnen ist oft sehr ungenau und greift oft nur bestimmte Aspekte heraus. Vor Ort kann man sich als Gast ein viel genaueres Bild machen“, ist Höltl überzeugt. Auch als Reiseveranstalter sei man immer wieder angehalten, selbst in die Länder zu reisen. Vieles sei in der heutigen Zeit im Umbruch. Und schließlich müsse für die Gruppenreisen alles perfekt passen. „In unseren Bussen sind zwischen 20 und 34 Gäste unterwegs, mit hervorragenden Reiseleitern aus dem deutschsprachigen Raum und meist niederbayerischen Busfahrern – wir kennen und vertrauen unseren Mitarbeitern, die fern von Tittling mit unseren Gästen und Fahrzeugen unterwegs sind.“
„So ein Tag auf einer Reise mit Rotel Tours ist vollgepackt: Es ist kein Luxusurlaub. Wir ste-hen früh auf, weil wir viel sehen und erleben wollen. Je nach Reisegebiet gibt es auch größe-re Strecken zu bewältigen“, erklärt Mitinhaberin Christina Höltl.
MdL Waschler zeigte sich beeindruckt vom roten Fuhrpark der Familie Höltl: Die in Europa fahrenden Busse kommen immer wieder in die niederbayerische Werkstatt nach Tittling, um hier für den nächsten Einsatz vorbereitet zu werden, die anderen bleiben oft über Jahre auf ihrem Kontinent und werden dort vor Ort und mit der Hilfe aus Tittling gewartet.
„Egal was auf der Welt passiert, wir sind immer irgendwie betroffen“, meint Peter Höltl. „Ent-weder ist es wie aktuell die Wasserknappheit im südlichen Afrika, die Hitzewelle in Sydney oder auch mal ein Hurrikan in Mittelamerika.“ Für Rotel Tours stehe die Sicherheit seiner Gäste an erster Stelle. Sicherheit in der heutigen Zeit sei allerdings relativ, wie es sich in den letzten Jahren sogar bei uns in Europa gezeigt habe. „Die Bürokratie nimmt weltweit zu. Ständig sind Anpassungen nötig“, erklären die Reiseunternehmer. Mit derzeit rund 200 Mit-arbeitern am Standort Tittling sei man gut aufgestellt. Der Abgeordnete, selbst großer Reise-fan, hat sich intensiv mit den Zielen von Rotel Tours auseinandergesetzt – „unabhängig vom beeindruckenden Angebot kann Rotel Tours vor allem stolz auf die unternehmerische Leis-tung sein. Ein wertvoller, erfolgreicher und anerkannter Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb in unserer Region, der Niederbayern in die Welt hinausträgt.“