Freyung-Grafenau. Seit Mitte März ruht aufgrund der Beschränkungen durch das Coronavirus an der Volkshochschule und bei der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) des Landkreises Freyung-Grafenau der Präsenzunterricht. Auch wenn der behördlich verordnete Lockdown mit Ende des Monats Mai aufgehoben ist, werden in diesem Semester nur mehr wenige Veranstaltungen und Kurse stattfinden. Stattdessen richten beide Erwachsenenbildungseinrichtungen schon jetzt ihren Blick auf das kommende Semester Herbst/Winter 2020/21.

Landrat Sebastian Gruber, der kraft seines Amtes den Betrieb der Volkhochschule verantwortet und zugleich Vorsitzender der KEB ist, legt Wert auf ein abgestimmtes Vorgehen beider Bildungsträger. Gleichzeitig bittet der Landrat um Verständnis: „Die Kurzfristigkeit des Öffnungsszenarios und die ab sofort geltenden Hygienestandards sind mit den derzeitigen Kursgrößen, Raumplanungen und Abläufen nicht vereinbar, sodass sich beide Einrichtungen dazu entschlossen haben, vorsichtige Schritte zu gehen, um die Einhaltung der Auflagen – und damit verbunden die Gesundheit der Teilnehmer und Teilnehmerinnen – nicht zu gefährden.“ Im Klartext heißt das: Beratungsangebote und ein Großteil der Bildungsangebote bleiben bis Ende August ausgesetzt; vieles davon wird aber im kommenden Semester neu aufgelegt, sodass Interessenten dann die Möglichkeit haben, ihren Wunschkurs oder eine bereits eingeplante Veranstaltung doch noch besuchen zu können.

Doch es gibt auch Ausnahmen von der „Bildungsauszeit“ durch Corona: Regelmäßige Veranstaltungen, die bereits vor der Pandemie begonnen wurden und nicht mehr abgeschlossen werden konnten, werden – soweit noch nicht abgerechnet – ab sofort bzw. nach den Pfingstferien weitergeführt. Teilnehmende erhalten dazu entsprechende Informationen. Anders verhält es sich bei Kooperationsveranstaltungen – hier entscheiden die jeweiligen Kooperationspartner, was pausiert oder wieder stattfinden darf.

Wichtig für Integrationskursteilnehmer: Ab 15. Juni 2020 starten wieder die im Freyunger vhs-Seminarzentrum angebotenen allgemeinen Integrationskurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Vhs-Geschäftsführer Michael Dietz: „Wir arbeiten derzeit Hygieneschutzkonzepte für die einzelnen Unterrichtsorte aus, damit wir Teilnehmer und Kursleiter schützen können und rechtlich in jedem Fall auf der sicheren Seite sind.“ KEB-Geschäftsführerin Diana Königseder ergänzt: Wir planen bereits jetzt mit Hochdruck für das kommende Semesterprogramm und machen uns Gedanken mit der praktischen Umsetzung der dann sicher weiterhin geltenden Hygienevorschriften.“
So werden alle Kurse und Veranstaltungen voraussichtlich nur mit Anmeldung möglich sein. Es wird zudem nötig sein, mit kleineren Lerngruppen zu kalkulieren, Abläufe und Unterrichtsformen anzupassen, manche Angebote (z.B. Kulturfahrten) werden zudem nicht wie gewohnt zur Verfügung stehen. Um Verständnis wird gebeten, von persönlichen Anmeldungen abzusehen, soweit diese auch telefonisch oder online möglich sind. Beide Geschäftsführer weisen darauf hin, dass aktuelle weitere Informationen auf den jeweiligen Homepages der Bildungsanbieter zu finden sind. Michael Dietz: „Wir tun alles und nutzen die Zeit, um im kommenden Semester ein den Umständen gerecht werdendes attraktives Veranstaltungs-, Kurs- und Seminarangebot zu schnüren“. KEB und VHS hoffen dabei auf die Treue der vielen Bildungsinteressierten im Landkreis sowie einen sehr schnell wiederauflebenden Wissens-, Bewegungs- und Begegnungsdurst trotz Corona.

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