Passau. Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist Florian Schwing widerfahren: Bereits Anfang August wandte sich Florian Schwing, Prüfling an der Universität Passau, wegen seiner auf dem Weg zu den Korrektoren verschwundenen Examensarbeit an MdL Prof. Dr. Waschler. Prompt sagte dieser seine Unterstützung zu und intervenierte mit der Bitte um Prüfung an das zuständige Kultusministerium, aber auch an Wissenschaftsminister Bernd Sibler. Die Antwort seitens des Kultusministeriums ließ nicht lange auf sich warten; änderte jedoch auf Grund der geltenden Rechtslage nichts daran, dass Florian Schwing weiterhin nur die Wahl zwischen erneuter Ablegung der Examensprüfung oder Verzichterklärung verbunden mit der Note 6 blieb.

Nachdem die Intervention also nicht zum gewünschten Erfolg führte, entschloss sich Florian Schwing mit weiteren Kommilitonen, welche das selbige Problem beschäftigte, auch eine Online-Petition zu starten.

Vergangenen Donnerstag hat aktuell der Ausschuss für Bildung und Kultus im Bayer. Landtag, welchem MdL Prof. Dr. Waschler – auch in seiner Funktion als Vorsitzender des CSU-Arbeitskreises der CSU-Landtagsfraktion Bildung und Kultus – angehört einen Dringlichkeitsantrag der FDP sowie einen von Waschler maßgeblich initiierten gemeinsamen Antrag der CSU-/Freien Wähler-Fraktionen mit dem Tenor „Härtefallregelung und Verfahrensprüfung für Prüfungsarbeiten im Staatsexamen Lehramt“ behandelt.

Der aus der Sicht der Ausschussmehrheit zu wenig präzise und aktuell so nicht umsetzbare FDP-Dringlichkeitsantrag wurde abgelehnt.
Dem Antrag der CSU-/Freien Wähler-Fraktionen wurde jedoch einstimmig zugestimmt:

In diesem Antrag wird die Staatsregierung aufgefordert

− „zu prüfen, wie zukünftig die bestehenden Maßnahmen zur Absicherung gegen Verluste im Rahmen des Korrekturprozesses bei der Ersten Staatsprüfung für ein Lehramt an öffentlichen Schulen weiterentwickelt werden können. Bei der Überprüfung soll den Möglichkeiten der Digitalisierung besondere Bedeutung zukommen.

− darüber zu berichten, welche Überlegungen zu einer Härtefallregelung für von Verlusten betroffene Prüfungsteilnehmerinnen und Prüfungsteilnehmer bereits angestellt wurden. Eine mögliche Änderung der Lehramtsprüfungsordnung I (LPO I) soll dargestellt werden.“

Unmittelbar im Nachgang zur Ausschusssitzung hat sich MdL Prof. Dr. Waschler nun auf Bitten Schwings mit ihm zum persönlichen Gespräch im Passauer Abgeordnetenbüro getroffen.

Beide waren sich einig, dass der Verlust von Staatsexamensarbeiten auf dem Weg zu den Korrektoren zukünftig möglichst vollständig verhindert werden müsse. „Bei solch unglücklichen Vorkommnissen muss künftig immer eine Benachteiligung der Examenskandidatinnen und -kandidaten ausgeschlossen sein“, so Schwing.

Waschler sicherte als bildungspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion seine Unterstützung zu: „Alle technisch möglichen und sinnvollen Maßnahmen müssen ergriffen werden, um hier sichtbare Fortschritte zu erzielen“. Schwing, als Mitinitiator der openpetition „Examensverluste stoppen! Prüfungen dürfen nicht länger verloren gehen!“, verwies in diesem Zusammenhang auf die Vorzüge der Digitalisierung von Examensarbeiten.

„Prüfungen zu digitalisieren, sie also zu scannen und anschließend digital zu versenden, kann alleine bei rund 500.000 Seiten pro schulischem Staatsexamensjahrgang aus Expertensicht aber auch problembehaftet sein“, mahnte Waschler hier zur Vorsicht und gründlicher Prüfung. „Ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass alle realisierbaren Möglichkeiten – gleichgültig, ob digital oder analog bzw. in Kombination – zur Erhöhung der Sicherheit von Korrektur- und Notengebung möglichst umfassend und rasch in die Praxis umgesetzt werden“, sicherte der Abgeordnete abschließend zu.

„Ich begrüße ausdrücklich die aktuellen Entwicklungen im Rahmen der „Examensverluste“ und freue mich, dass Sie mit Ihrer Fraktion sowie mit der FW-Fraktion die Notwendigkeit sehen, die Ungerechtigkeiten im Rahmen des Korrekturprozesses im 1. Staatsexamen zu beheben“, dankte Schwing abschließend dem Abgeordneten. Mit den Worten „es ist ein tolles Zeichen, dass hier Veränderungen gewollt sind!“, verabschiedete sich Schwing schließlich.

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