Der Leiter der Polizeiinspektion Grafenau, Erster Polizeihauptkommissar Klaus Brunnbauer stellt nun die aktuelle Verkehrsunfallstatistik 2018 für den Dienstbereich der Polizeiinspektion Grafenau mit den Gemeinden Eppenschlag, Innernzell, Neuschönau, St. Oswald-Riedlhütte, Saldenburg, Schöfweg, Spiegelau, Thurmansbang und Zenting sowie den Markt Schönberg und die Stadt Grafenau  mit einem Netz von über 860 laufenden Kilometern an öffentlichen Straßen vor.  

Wenngleich im abgelaufenen Jahr 2018 ein minimaler Rückgang der Gesamtunfallzahlen und den dabei schwer verletzten Personen verzeichnet werden konnte, so mussten jedoch bei vier Unfällen vier Menschen ihr Leben lassen, im Vergleichszeitraum 2017 wurden bei zwei Unfällen insgesamt drei Menschen getötet.

Zu den Kerndaten

Die Beamten der Polizeiinspektion Grafenau nahmen im vergangenen Jahr insgesamt 930 Verkehrsunfälle auf, hiervon 120 Unfälle mit Personenschaden und 810 Unfälle, bei denen lediglich Sachschaden entstand.

Die Zahl der Unfälle mit keiner oder nur geringfügiger Verkehrsordnungswidrigkeit/-straftat als Ursache, die – ohne auf die Schadenshöhe zu achten – als sog. „Kleinunfälle“ erfasst werden,  schlägt hieraus mit 681 zu Buche, 448 davon wurden als sog. „Wildunfälle“ registriert.

Tendenzen

Die Gesamtunfallzahl im Jahr 2017 lag bei 964, demnach war für 2018 ein leichter Rückgang um 3,52 %  auf  930 Verkehrsunfälle zu verzeichnen.   

Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden stieg leider deutlich um 17,64 % von 102 auf insgesamt 120 Unfälle an.   

Bei 4 sehr tragischen Verkehrsunfällen verloren gleich 4 Menschen ihr Leben, im Vorjahr mussten bei 2 Unfällen insgesamt 3 Tote beklagt werden.

Graphische Darstellung der Hauptunfallursachen bei den 18 – 24 jährigen Verkehrsteilnehmern im Bereich der PI Grafenau für 2018 mit Vergleich im Jahr 2017 (Quelle: VU-Verfahren Bayern)

Bei den Schwerverletzten blieb die Anzahl nahezu konstant bei 36 Verunglückten(-2,70 %), war doch in den Jahren von 2016 auf 2017 eine Steigerung um über 54 % von 24 auf 37 schwer verletzten Personenfestzustellen.

Die Zahl der leichtverletzten Personen stieg  von 106 um 15,09 % auf 122 an, die Anzahl der Wildunfälle veränderte sich nur gering von 459 im Jahr 2017 auf 448 im aktuellen Betrachtungszeitraum (-2,39 %).  

Erfreulicherweise sank auch die Zahl der bearbeiteten Unfallfluchten von 117 auf 108 (-7,69 %), in 69 Fällen konnte oft auch durch Zeugenhinweise der Verursacher ermittelt und so den Geschädigten zu ihrem Recht verholfen werden.

Alkohol- und Drogenunfälle

Im Beobachtungszeitraum 2018 blieben die Fälle von Alkoholeinfluss mit insgesamt 9 Unfällen und dem Einfluss von illegalen Drogen im Straßenverkehr bei mindestens einem beteiligten Verkehrsteilnehmer mit wiederum 2 Unfällen absolut konstant gegenüber dem Jahr 2017.

Geschwindigkeitsunfälle

Bei überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit als Hauptunfallursache gab es erneut einen moderaten Anstieg um 2,56 % von 78 auf 80 Unfälle, als deren Folge mindestens 1 Mensch starb und weitere 53 Verkehrsteilnehmer  z.T. schwer verletzt wurden.   

Schulwegunfälle

Bei den sog. „Schulwegunfällen“ (Anm.: Eine Schülerin oder ein Schüler bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres wird auf dem Weg zur Schule oder von der Schule nach Hause – egal mit welcher Verkehrsart oder zu Fuß unterwegs – geschädigt) ergab die statistische Auswertung einen Rückgang von 2 Unfällen im Jahr 2017 auf 1 in dieser Kategorie erfassten Unfälle im vergangenen Kalenderjahr. 

Dabei hatte der Fahrer eines Kleinkraftrades die Vorfahrt eines Schulbusses missachtet, bei dem folgenden Bremsmanöver des aufmerksamen Fahrers wurden lediglich 3 Businsassen leicht verletzt.

Verkehrsteilnehmer „Junge Erwachsene“ (18 – 24 Jahre)

Bei den sog. „Jungen Fahrern“ war erneut ein leichter Rückgang als Unfallbeteiligte um 3,17 % von 63 auf 61 Verkehrsunfälle zu verzeichnen. In 38 Fällen mit beteiligten „Jungen Erwachsenen“ wurden 60 Personen z.T. schwer verletzt, allerdings setzte nur in 39 Fällen der Fahranfänger auch die Unfallursache, z.B. am häufigsten durch nicht angepasste Geschwindigkeit oder Fehlern in der Straßenbenutzung (z.B. Missachtung Rechtsfahrgebot o.ä.). Bei 6 Fällen war aber auch Alkohol im Spiel.

Sehr erfreulich ist bei der Auswertung der Fahranfänger zu erwähnen, dass beim sog. „Begleiteten Fahren ab 17“ (BF17)  kein Unfall polizeilich registriert wurde.    

Senioren  (ab 65 Jahre)

Bei der Gruppe der sehr erfahrenen Verkehrsteilnehmer, den sog. „Senioren im Straßenverkehr“, deren Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen bekanntermaßen  im Trend der demographischen Bevölkerungsentwicklung stetig zunimmt, gab es einen Anstieg um 7 Unfälle auf 59 erfasste Verkehrsunfälle dieser Personengruppe (+13,46 %). In 38 Fällen hatte der Verkehrsteilnehmer dieser gesondert betrachteten Beteiligungsart auch die Unfallursache gesetzt.  

Motorisierte Zweiradfahrer

Diesem hier betrachteten Fahrerkreis wird,  nicht zuletzt durch die nun seit Jahren andauernden Zuwächse bei den sog. „Spät- oder Wiedereinsteigern“ immer mehr Bedeutung an der Gesamtverkehrsstatistik zugemessen. Folglich stieg auch die Zahl der Unfälle im Vergleichszeitraum mit dem Vorjahr von 29 auf 36 Unfälle an (+24,13 %), daraus fußend gab es aber auch einen Anstieg bei den Unfällen mit Personenschaden von 28 auf 32 (+14,28 %). Bei 2 Verkehrsunfällen im abgelaufenen Jahr mussten jeweils durch persönliche Fahrfehler leider 2  Motorradfahrer ihr Leben lassen, weitere 37 Menschen wurden z.T. schwer verletzt.       

Schadensbilanz

Als Folge dieses Unfallgeschehens entstand nur im Bereich der PI Grafenau ein polizeilich geschätzter Gesamtschaden von 1,796 Millionen Euro, dies bedeutet einen  Anstieg um 31,19 %, ausgehend von etwa 1,369 Millionen Euro Sachschaden im Jahr 2017

Ausblick

„4 Verkehrstote, ein deutlicher Anstieg der Unfälle mit Verletzten sowie Sachschaden von knapp 1,8 Millionen Euro unterstreichen abermals die Bedeutung von aktiver Verkehrssicherheitsarbeit. 11 Unfälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss sowie eine weitere Steigerung bei der Hauptunfallursache Geschwindigkeit machen uns deutlich, dass neben guter Präventionsarbeit und Verbesserungen in baulichen und technischen Einrichtungen des Straßennetzes auch repressive Kontrollmaßnahmen, v.a. im Bereich Geschwindigkeit sowie Alkohol und Drogen im Straßenverkehr unabdingbar sind und somit einen gewichtigen Teil der täglichen Polizeiarbeit  darstellen muss“  so der Polizeichef.