Der Leiter der Polizeiinspektion Grafenau, Erster Polizeihauptkommissar Klaus Brunnbauer stellt die neue Statistik über das Verkehrsgeschehen des abgelaufenen Jahres 2017 für den Dienstbereich, der die Gemeinden Eppenschlag, Innernzell, Neuschönau, St. Oswald-Riedlhütte, Saldenburg, Schöfweg, Spiegelau, Thurmansbang und Zenting sowie den Markt Schönberg und die Stadt Grafenau auf einer Gesamtfläche von etwa 376 qkm und einem Straßennetz von über 860 laufenden Kilometern umfasst, vor.

Im Jahr 2017 gab es erneut eine leichte Steigerung bei den Gesamtunfallzahlen, einen deutlichen Zuwachs bei den Schwerverletzten und einen leichten Rückgang bei den leicht verletzten Verkehrsteilnehmern sowie dem entstandenen Sachschaden. Es wurden bei zwei Verkehrsunfällen insgesamt drei Menschen getötet, im Vergleichszeitraum 2016 waren ebenfalls drei Verkehrstote zu beklagen.

Zu den Kerndaten

Die Polizeiinspektion Grafenau registrierte im vergangenen Jahr insgesamt 964 Verkehrsunfälle, hiervon 102 Unfälle mit Personenschaden und 862 Unfälle, bei denen lediglich Sachschaden entstand.
Die Zahl der Unfälle mit keiner oder nur geringfügiger Verkehrsordnungswidrigkeit/-straftat als Ursache, die – ohne auf die Schadenshöhe zu achten – als sog. „Kleinunfälle“ erfasst werden, schlägt hieraus mit 705 zu Buche, wobei ein großer Teil davon die 459 erfassten Wildunfälle ausmacht.

Tendenzen

Die Gesamtunfallzahl im Jahr 2016 lag bei 938, demnach war für 2017 ein moderater Anstieg um 2,77 % auf 964 zu verzeichnen.
Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sank um 2,85 % von 105 auf 102 Unfälle.
Die Beamten und eingesetzten Rettungskräfte wurden zu 2 Verkehrsunfällen gerufen, bei denen 3 Menschen ihr Leben verloren. Auch im Vorjahr starben drei Menschen auf den Straßen im Dienstbereich der PI Grafenau.

Bei den Schwerverletzten musste eine Steigerung um über 54 % von 24 auf 37 zur Kenntnis genommen werden, erst im Jahresvergleich 2015/2016 war ein erfreulicher Rückgang um über 44 % zu verzeichnen.

Die Zahl der leichtverletzten Personen sank leicht von 109 auf 106 (-2,75 %), eine deutliche Steigerung, die auch mehr als den Anstieg bei den Gesamtunfallzahlen ausmacht, wurde bei den Wildunfällen registriert (396 auf 459 / +15,90 %).

Waren von den Beamten der PI Grafenau im Jahr 2016 noch 121 Unfallfluchten bearbeitet worden, war hier mit 117 (-3,30%) eine leichte Verbesserung erkennbar.
In 43 Fällen konnte häufig durch Zeugenhinweise aus der Bevölkerung die Straftat aufgeklärt und so den Geschädigten zu ihrem Recht verholfen werden.

Graphische Darstellung des Unfallgeschehens 2017 mit Vergleich 2016 – verteilt auf die Wochentage

Alkohol- und Drogenunfälle

Im Beobachtungszeitraum wurde in 9 Fällen Alkoholeinfluss (+28,57 %) und in 2 Fällen auch der Einfluss von illegalen Drogen im Straßenverkehr bei mindestens einem Beteiligten eines Verkehrsunfalles festgestellt (2016: -7- Alkoholunfälle und kein festgestellter Unfall unter Drogeneinfluss).

Geschwindigkeitsunfälle

Die Aussage des Polizeichefs, dass Schwerpunktkontrollen im Hinblick auf Alkohol und Drogen sowie überhöhte Geschwindigkeit – mitunter Hauptunfallursachen im Straßenverkehr – als probates Mittel für mehr Sicherheit der übrigen Verkehrs-teilnehmer mittlerweile als unabdingbar gelten (s. PNP-Bericht vom 20.02.18), wird durch die neue Statistik wieder untermauert.
Erneut gab es einen Anstieg um 2,63 % von 76 auf 78 Unfälle mit Hauptunfallursache Geschwindigkeit, bei denen insgesamt -43- Menschen z.T. schwer verletzt wurden.

Schulwegunfälle

Die statistische Auswertung der sog. „Schulwegunfälle“ (Anm.: Eine Schülerin oder ein Schüler bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres wird auf dem Weg zur Schule oder von der Schule nach Hause – egal mit welcher Verkehrsart oder zu Fuß unterwegs – geschädigt) ergab wiederum 2 dieser erfassten Unfälle.
Am 24.01.2017 wurde ein 11-jähriger Bub an einer Bushaltestelle auf der FRG 11 im Gemeindebereich Grafenau nach dem Ausstieg aus dem Schulbus vom Spiegel eines vorbeifahrenden Pkw`s erfasst und leicht verletzt.
Ein 13-jähriges Mädchen erlitt als Insassin eines Kleinbusses eine mittelschwere Verletzung am Rücken, als es am 08.05.2017 auf der B 533 im Gemeindebereich Grafenau nach Vorfahrtsverletzung beim Einbiegen zu einer Kollision mit einem Pkw kam.

Verkehrsteilnehmer „Junge Erwachsene“ (18 – 24 Jahre)

Bei den sog. „Jungen Fahrern“ war ein Rückgang als Unfallbeteiligte um 7,35 % von 68 auf 63 Verkehrsunfällen zu verzeichnen. Bei 35 Verkehrsunfällen, an denen „Junge Erwachsene“ beteiligt waren, wurden 50 Personen z.T. schwer verletzt, allerdings setzte nur bei 38 der 63 Unfälle der „Junge Erwachsene“ auch die Unfallursache, z.B. am häufigsten durch nicht angepasste Geschwindigkeit, aber auch wegen Vorfahrtsverletzung, Alkohol und Verstößen gegen das Rechtsfahrgebot oder nach sonstigen Fehlern der Fahrzeugführer.

Senioren (ab 65 Jahre)

Bei der Gruppe der erfahrenen „Senioren“ im Straßenverkehr, deren Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen im Trend der demographischen Bevölkerungs-entwicklung stetig zunimmt, wurden 2017 insgesamt 52 Unfälle mit Beteiligung dieser Personengruppe gezählt, was einen Unfall weniger im Vergleich zum Vorjahr (53) um -1,88 % bedeutet. Bei 24 Unfällen wurden insgesamt 34 Menschen z.T. schwer verletzt, in 40 Fällen hatte der Verkehrsteilnehmer dieser gesondert betrachteten Personengruppe ab 65 Jahren die Unfallursache gesetzt.
Motorisierte Zweiradfahrer

Bei den Kraftradfahrern ähnelt die Bilanz dem Jahr 2016, mussten von den Streifen-beamten 29 Verkehrsunfälle (+1 Unfall / +3,57 %) mit Beteiligung dieser hier betrachteten Verkehrsart aufgenommen werden. 34 Personen erlitten z.T. schwere Verletzungen, in etwas über der Hälfte dieser Unfälle (17 Unfälle) hatte auch der Zweiradfahrer die Hauptunfallursache meist durch Geschwindigkeitsverstöße oder Fehler bei Vorfahrt und Straßenbenutzung gesetzt.

Schadensbilanz

Bei dem polizeilich geschätzten Gesamtschaden ist ein Rückgang von über 15 % von 1,624 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 1,369 Millionen Euro in 2017 festzustellen.

Ausblick

„Knapp 1000 Unfälle mit drei getöteten und vielen z.T. schwer verletzten Verkehrsteilnehmern allein im Dienstbereich der PI Grafenau erfordern für dieses und auch die kommenden Jahre ein hohes Maß an fortgesetzter, intensiver und behördenübergreifender Verkehrssicherheitsarbeit. Trotz hoher Arbeitsbelastung der Beamten im Bereich Unfallaufnahme aber auch der allgemeinen Kriminalitätsbekämpfung will die PI Grafenau dennoch weiterhin mit viel Engagement im Bereich der Verkehrsüberwachung dem jetzigen Trend mit mehr Unfällen und Verletzten begegnen“, so der Polizeichef.