Passau. Der Unfall am Donnerstagnachmittag auf der Schanzlbrücke ist ein aktuelles Beispiel für den dringenden Handlungsbedarf in Bezug auf die Verkehrsprobleme der Stadt Passau. Vier Bundesstraßen führen durch Passau. Die Dreiflüssestadt ist damit ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, der durch die Lage an drei Flüssen zudem stark beengt ist. Dass durch eine Stadt in dieser Größe noch derart viele große Straßen führen, ist eine Seltenheit.

Die Grundstruktur für die Straßen wurde bereits vor Jahrzehnten vorgegeben und hat sich bis heute nicht wesentlich verändert. Sie sind für das heutige Verkehrsaufkommen unstrittig nicht mehr ausreichend. Das zeigt sich beinahe täglich vor allem am Anger und an der Schanzlbrücke. Aktuelles Beispiel dafür ist der Unfall am Donnerstagnachmittag auf der Schanzlbrücke, der massive Verkehrsbehinderungen nach sich gezogen hat. Es besteht dringender Handlungsbedarf, geeignete Maßnahmen für die Stadt Passau zu treffen. Dafür braucht es aber die Erkenntnisse aus dem Verkehrsgutachten, für die die Befragungen, unbedingt erforderlich sind.

Auch positive städtische Entwicklungen wie die Erweiterung der Universität und die Schaffung weiterer Arbeitsplätze in der Stadt zum Beispiel durch den Bau des neuen Polizeigebäudes ziehen mittel- und langfristig noch mehr Verkehr nach sich. Diese Verkehrsprobleme werden sich nicht von selber lösen. „Nur in der Zusammenarbeit vieler Partner und mit fundierten Informationen kann für die Stadt Passau und den östlichen Landkreis eine Lösung gefunden werden“, erklärt Robert Wufka, der Leiter des Staatlichen Bauamts Passau, das gemeinsam mit Stadt und Landkreis Passau, dem Landkreis Freyung-Grafenau und weiteren Partner im Dialogforum nach einer Lösung sucht. Eine wichtige Grundlage dafür bietet das Verkehrsgutachten, das auf Grundlage der Daten aus der Verkehrszählung im März und den aktuell laufenden Verkehrsbefragungen erstellt wird. Vor neuen Straßen soll dann im Dialogforum über das Gutachten ermittelt werden, wie sich gerade der öffentliche Personennahverkehr verbessern lässt, wo Park-and-Ride-Parkplätze sinnvoll sind und wie sich das Radwegenetz ausbauen lässt. „Dafür brauchen die Gutachter einen Überblick über das Verkehrsgeschehen im Berufsverkehr“, sagt Wufka.

Um einen möglichst umfassenden Überblick zu erhalten, werden die Verkehrsteilnehmer an den Einfallstraßen nach Passau befragt. „An jedem Standort wird aber nur einmal befragt“, erklärt Wufka: Autofahrer, die immer die gleiche Strecke fahren, erleben die Verkehrsbefragung also nur einmal mit. „Für eine derart wichtige Untersuchung müsste jeder Autofahrer zu einer Befragung bereit sein – im Interesse der Sache und in seinem eigenen Interesse.“

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