Wir schaffen das!

Wir schreiben das Jahr 2030. In Deutschland, vielleicht auch in anderen Ländern der EU, sind Diesel- und Benzinautos nicht mehr zugelassen. Es geschehen noch Zeichen und Wunder!
Utopie und weitere Träumereien – oder etwa doch nicht? Jedenfalls wäre es ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit. Eine schon längst fällige Weichenstellung, die doch noch dafür sorgen könnte, den richtigen Weg einzuschlagen, um der klimatischen Zerstörung unsere Planeten Einhalt zu gebieten und unseren Nachkommen zumindest noch die Chance zu geben, es dann besser zu machen, es ins Lot zu bringen.

So hat uns alle die Nachricht, die sich vor ein paar Wochen in den Medien schnell verbreitet und festgesetzt hat, sehr überrascht – und hoffentlich gefreut. Eine Meldung aus unserem Land wohlgemerkt. Ein Land, in dem das Auto nicht nur als Statussymbol gehandelt wird, sondern auch noch in vielen Fällen der Mittelpunkt schlechthin im Leben darstellt – leider.

Aber kehren wir zurück zu dieser Meldung. Denn wie SPIEGEL wissen will, hat der Bundesrat in einer Sitzung beschlossen, dass bis 2030 sämtliche Verbrennungsmotoren abgeschafft werden sollen. Wohlgemerkt; kein Aprilscherz und nicht irgendwann in einer Zukunft, fernab unserer Vorstellungskraft. Um es mit den Worten von SPIEGEL festzuhalten:

“Das sind etwa 14 Jahre, also rund zwei Autozyklen. Anders gesagt: Spätestens der übernächste Golf muss elektrisch fahren.“

Der Bundesrat fordert nun von der EU-Kommission eine Gesetzgebung, die dafür sorgen soll, dass „spätestens ab dem Jahr 2030 unionsweit nur noch emissionsfreie Pkw zugelassen werden“.
Dass es bis ins Jahr 2030 tatsächlich dazu kommen wird, ist selbstverständlich mehr als fraglich. Spätestens nach diesem Entscheid des Bunderats haben die Auto-Lobbyisten und –Mannschaften noch mehr Lunte gerochen und werden alles daran setzen, dass es einzig und allein bei dieser Forderung bleiben wird. Nicht mehr, nicht weniger.

Auch wenn es immer wieder den Anschein macht, als würden sich unsere großen Automobilhersteller in Sachen E-Mobilität noch in den Kinderschuhen befinden und Vorzeigeunternehmen wie Tesla (USA) wären die einzigen, die ein E-Auto nicht nur in technischer Hinsicht sondern auch massentauglich und bezahlbar auf den Markt bringen können. Ob Audi, BMW oder Mercedes, schon längst befinden sich in ihren Schubladen Pläne für diesen einzigartigen Wechsel, weg vom Verbrennungsmotor hin zu einer breiten Produktepalette von Elektrofahrzeugen. Doch wie heißt es so schön? ‚Never Change a Winning Team‘, insbesondere dann nicht, wenn es ums Geld geht und das Öl (noch) fließt.
In einer Sozialen Marktwirtschaft wird wirtschaftliches Handeln größtenteils durch den Markt selbst koordiniert. Doch wenn es um den Schutz von öffentlichen Gütern geht, im vorliegenden Fall um den Klimaschutz und Erhalt von Mutter Erde, dann sind staatliche Eingriffe nicht nur angebracht, sondern auch zwingend notwendig. Selbst dann, wenn sie auf den ersten Blick als radikal erscheinen.

Nehmen wir nun einmal an, es kommt in ein bis zwei Jahren tatsächlich zu diesem Beschluss, ab dem Jahr 2030 keine Verbrennungsmotoren mehr auf den Straßen zuzulassen. Innerhalb weniger Jahre würden wir wohl unseren eigenen Augen nicht trauen, wie groß sich plötzlich das Angebot an bezahlbaren Elektroautos präsentiert – für jeden was dabei. Ebenso würde in den nachfolgenden Jahren flächendeckt ein Versorgungsnetz an Ladestationen entstehen, was in der Vergangenheit als unmöglich galt und heute immer noch als großes Problem dargestellt wird.

Ausgebrannt! Womöglich also viel früher als gedacht – das ist auch gut so. Das muss so sein!