MdEP Weber im Gespräch mit Betriebsräten der bayerischen BMW-Standorte

Dingolfing. Nicht nur die aktuellen Folgewirkungen der Corona-Pandemie sorgen bei den Betriebsratsvorsitzenden der bayerischen BMW-Standorte für Sorgenfalten. Im Gespräch mit dem niederbayerischen CSU-Europaabgeordneten und EVP-Fraktionsvorsitzenden mahnten sie auch eine vernünftige Umsetzung des Green Deals an, den die EU-Kommission aktuell vorbereitet. „Die Veränderungen der Antriebstechnologien führen auch zu Veränderungen von Unternehmensstrukturen und der Arbeitswelt“, sagte der Vorsitzende des BMW-Gesamtbetriebsrats, Manfred Schoch, im Gespräch mit Weber.

Ein Plädoyer für die unterschiedlichen Corona-Konjunkturpakete, die Land, Bund und die Europäische Union zurzeit auflegen, gab Weber gegenüber den Arbeitnehmervertretern ab. „Besonders das 750 Milliarden Euro-Paket ist notwendig, damit wir die EU-weiten Märkte wieder in Schwung bringen und wir als Exportregion unsere Produkte wieder verkaufen können“, machte Weber deutlich. Dabei werde beispielsweise auch ein Kurzarbeitergeld-Modell entwickelt, für das die deutsche Regelung Vorbild sei. Zudem lege das Europäische Parlament Wert darauf, dass in den Empfängerländern auch notwendige Reformen des Sozialsystems angegangen werden. „Ich kann keinem BMW-Arbeiter am Standort Dingolfing erklären, dass er mit 67 Jahren arbeiten muss, der Arbeitnehmer in südeuropäischen Ländern aber weiter mit 60 Jahren in die Rente eintreten kann“, stellte Weber eine der Forderungen dar und fand dabei auch Unterstützung der Arbeitnehmervertreter.

Dingolfings Betriebsratsvorsitzender Stefan Schmid, der Weber zu dem Treffen eingeladen hatte, verwies auf die enge Zusammenarbeit Weber seit vielen Jahren und auch die Einbeziehung der Meinung der Arbeitnehmervertretung bei politischen Entscheidungen. „Wir haben einen engen Draht, wie man ihn sich nicht besser wünschen kann“, so Schmid. Weber lud die Arbeitnehmervertreter zu einem Gespräch nach Brüssel ein, um mit Entscheidungsträgern europäischer Institutionen in Dialog zu treten.

Große Sorge bereitet den Arbeitnehmervertretern die zu schnelle Abkehr vom Verbrennungsmotor zur E-Mobilität. Dies wirke sich wesentlich dramatischer auf die Zulieferindustrie aus, als auf die Autobauer selbst. „Ein Elektroauto braucht kein Getriebe und großen Motorblock mehr“, so Schoch. Diese Wertschöpfung werde beispielsweise von BMW direkt ins Haus zurückgeholt. „Wir tragen als Arbeitnehmervertreter auch Verantwortung über unser eigenes Unternehmen hinaus“, sagte Schoch. Die aktuelle Krise verstärke diesen Strukturwandel noch, was zu einem Wegbrechen der Zeitarbeiter und künftiger Einnahmenausfällen für die Kommunen bei der Gewerbesteuer führe. Allein der Wegfall der Erfolgsbeteiligung für BMW Mitarbeiter entziehe den Regionen mit BMW-Standorten rund eine Milliarde Kaufkraft.

Gleichzeitig führe der Trend zum Elektroauto zu einer Verteuerung von Mobilität. „Klimaschutz kostet Geld“, fasste dies Schoch zusammen und warnte davor, die Negativkampagne gegenüber dem Verbrennungsmotor weiterzuspielen. „Wir brauchen weiterhin eine modernen Verbrennungsmotor als Brückentechnologie, bis wir alternative Antriebsformen für den breiten Markt zu vernünftigen Preise produzieren können.“

Weber unterstrich, dass am Thema Klimaschutz kein Weg mehr vorbei gehe. „Wir erleben selbst täglich, dass der Klimawandel heute Realität ist.“ Er unterstrich, dass die Maßnahmen zum Klimaschutz heute nicht mehr automatisch Verzicht und Einschränkungen an Lebensqualität bedeuten müssten. „Ich bin der festen Überzeugung, dass mit Ingenieurskunst effiziente Technologien entwickelt werden, die sicherstellen, dass Klimaschutz und Lebensqualität kein Widerspruch sein müssen“, sagte Weber. Dies erlebe man beispielhaft am BMW-Standort in Dingolfing.

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