„…dass sie nur unsere Seele fordert, die aber ganz“

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    Neue Konzertreihe „Spritual Jazz“ im Café Museum startet an Ostern mit zwei Livestreams

    (von Tobias Schmidt)

    Passau. Musiker und Musikhörer kennen das. Manchmal weiß man nicht so recht, ob man sich beim Hören oder Erarbeiten eines Stücks mehr vom analytischen Verstand leiten, oder sich ganz den eigenen, Klang werdenden Gefühlen aussetzen soll. Eigentlich lässt einen erst beides zufrieden und „satt“ werden. Dann regt Musik im besten Sinn etwas an, das sich als seelisches Wachsen beschreiben lässt. Als spirituell ergriffen sein, sich weiter entwickeln, durch Klang ein Anderer werden – das ist es wohl, was der Schriftsteller Hermann Hesse einst „harmonische Daseinsberechtigung“ nannte. Bei einem Jazzkonzert, in dem es um die gemeinschaftliche Erfahrung von Musik aus dem Moment ihres Entstehens und Verklingens geht, kommt diese alte Verbindung von Musik und Spiritualität sehr gut zu Bewusstsein. Und es gibt Zeiten im Jahreslauf, in denen mancher für solche Erfahrungen besonders empfänglich ist: Die Kar- und Ostertage etwa, wenn es für die Christenheit um den Übergang vom Tod zum Leben geht – auch wenn Jazz ganz und gar keine spezifisch christliche Musik ist.

    Am Samstag, 3. April und Ostersonntag, 4. April startet die Band Paul Zauner´s Blue Brass die Konzertreihe „Spiritual Jazz“ mit zwei musikalischen Themenabenden im Passauer Café Museum. Die sich spirituellen Suchern „in der Welt der blauen Noten“ widmen soll. Der Karsamstag steht im Zeichen des Werks von Charles Mingus (1922-1979). Ein Titan am Kontrabass, der sich zeitlebens mit sich und anderen schwer tat, auch weil er mit der Resonanz seines ganz auf das Erleben der eigenen Klangwerdung geprägten Musikschaffens bei Publikum und Mitmusikern stets unzufrieden war. Ein brachialer Ängstlicher, der wunderbare Musik von Blues über Third Stream bis zu Kompositionen für großes Orchester schuf.

    Hermon Mehari (Foto: Joseph Bologne)

    Am Ostersonntag dreht die Band dann zunächst den Blues von Hudson William Ledbetter (1889-1949), genannt „Leadbelly“, auf Jazz. Es folgt Musik aus Albert Aylers (1936-1970) epochalem Trioalbum „Spiritual Unity“, das 1964 nicht nur dem Free Jazz den Weg ebnete…   …sondern auch einem anderen, zehn Jahre älteren Saxophonisten und spirituellen Sinnsucher eine Richtung finden half: zwischen den Aufnahmen von „Spiritual Unity“ des unglücklich unvollendeten Albert Ayler und John Coltranes (1926-1967) Jazz-Meilenstein „A Love Supreme“ lagen kaum fünf Monate. Beide reeds men kannten es „das Geheimnis der Musik, dass sie nur unsere Seele fordert, die aber ganz“, um nochmals Hermann Hesse zu bemühen.

    Im Lauf des zweiten Konzertabends werden Paul Zauner´s Blue Brass noch Musik von Gary Bartz, Henry Threadgill, David Murray und Abdullah Ibrahim (ohne dessen „African Market Place“ ja kein Blue Brass wirklich komplett ist) zu Gehör bringen. Paul Zauner (Posaune), Jan Kořínek (Klavier, Hammondorgel), Wolfram Derschmidt (Kontrabass), Dusan Novakov (Schlagzeug) und Clemens Salesny (Altsaxophon, Bassklarinette) als musikalischer Leiter haben sich Hermon Mehari als Solisten für beide Themenabende eingeladen. Mit eritreischen Wurzeln im US-amerikanischen Bundesstaat Missouri aufgewachsen, lebt der Trompeter seit mehreren Jahren in Frankreich, wo man ihn aufgrund vieler Bandprojekte und zweier Soloalben kennt und schätzt.

    Beide Konzerte beginnen jeweils um 20 Uhr und werden dann als kostenlose Livestreams online auf der Website des Café Musuem sowie im Sozialen Netzwerk Facebook ausgespielt. Die Weblinks sind auf www.cafe-museum.de abrufbar.  

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