Landrat Sebastian Gruber führt Abstimmungsgespräch zur aktuellen Corona-Situation mit dem
Kreisvorsitzenden des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes Bernhard Sitter

Die Gastro- und Hotelleriebranche ist eine der am stärksten von den Corona-Maßnahmen betroffenen Branchen. Das betonte der Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (BHG/DEHOGA) Bernhard Sitter bei einem Abstimmungsgespräch zur aktuellen Corona-Situation mit Landrat Sebastian Gruber.

Gruber hatte Sitter zusammen mit Regionalmanager Stefan Schuster, Wirtschaftsreferent Johannes Gastinger und Tourismusreferent Bernhard Hain besucht um über die aktuelle Situation der Gastronomie und Hotellerie im Landkreis zu sprechen. Der Landrat betonte, welch wichtigen Wirtschaftsfaktor Tourismus, Gastronomie und Hotellerie mit ihren vielen Beschäftigten im Landkreis darstellen.

Gruber, der selbst in einem Wirtshaus aufgewachsen ist, zeigte Verständnis für die Verärgerung über die eine oder andere Maßnahme der Staatsregierung. Er freute sich aber auch darüber, dass Sitter und einige weitere Kollegen die Zeit der Schließungen genutzt haben, um ihre Betriebe zu modernisieren. „Ich glaube, dass der Bayerische Wald mit seinen hervorragenden touristischen Angeboten und seinen erfahrenen Gastronomen nach einer gewissen Talphase gestärkt aus dieser Krise hervorgehen wird. Urlaub dahoam hat gerade nach dieser Krise einen noch höheren Stellenwert. Ich kann mir gut vorstellen, dass es viele Gäste erst mal nicht in die Ferne zieht und sie die sehr hochwertigen Angebote im Bayerischen Wald noch mehr zu schätzen wissen werden.“

Landrat Sebastian Gruber (rechts) betonte im Gespräch mit Bernhard Sitter, welch wichtigen Wirtschaftsfaktor Tourismus, Gastronomie und Hotellerie mit ihren vielen Beschäftigten im Landkreis darstellen (Foto: Landratsamt FRG)

Die Lage vieler Betriebe sei schwierig, berichtete Sitter, der das 1. Bier- und Wohlfühlhotel Gut Riedelsbach betreibt. „Wir waren die Ersten, die zusperren mussten und sind die Letzten, die wieder aufmachen dürfen,
Bars und Discos haben immer noch geschlossen“, so der Kreisvorsitzende. Die Schließung habe Gaststätten und Hotels sozusagen in voller Fahrt getroffen. „Das war das erste Mal, dass wir bei fast vollem Haus die Gäste heimschicken mussten“, erklärte Sitter. Zum Teil könnten Betriebe immer noch nicht öffnen. Er zeigte Verständnis für einen großen Teil der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. „Die Staatsregierung hat uns in vielen Bereichen gut durch diese Krise gebracht, aber an der einen oder anderen Stelle waren die Entscheidungen nicht nachvollziehbar“, so Sitter. So verstehe er nicht, wieso man so lange gebraucht hatte, um auch in Bayern die Wellnessbereiche freizugeben oder warum etwa Bars immer noch nicht öffnen dürften. „Wenn die entsprechenden Regeln eingehalten werden, sollte da doch nichts dagegensprechen.“ Auch die unterschiedlichen Regelungen etwa im Vergleich zu Österreich oder Baden-Württemberg hätten zu Wettbewerbsnachteilen geführt.

Bei Sitter selbst ist in der Phase der Schließungen keine Corona-Langeweile aufgekommen. Er hat die Zeit, wie einige weitere Gastronomen und Hoteliers, dazu genutzt seinen Betrieb in vielen Bereichen neu einzurichten. Insgesamt hat er während des Corona-Lockdowns etwa 500.000 Euro im Gastro- und Küchenbereich ausgegeben, es entstand ein neuer Frühstücksbuffetbereich, eine Hopfenstube, ein neuer Loungebereich und auch die Küche wurde erweitert. Sitter hat sich damit mehr Möglichkeiten geschaffen.

47 Zimmer hat sein Bier- und Wohlfühlhotel. Sitter beschäftigt rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Teilweise hätten die Mitarbeiter auch beim Umbau mitgeholfen, so Sitter. 2020 wird er drei neue Lehrlinge einstellen.

Als die Regelungen gelockert wurden, hat Sitter nicht gezögert: „Wir haben unseren Betrieb gleich zu Beginn aufgesperrt, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten wollten und ich als BHG-Kreisvorsitzender mit gutem Beispiel vorangehen wollte. Wir sind grundsätzlich sehr stolz auf das, was während der Corona-Zeit bisher umgesetzt wurde“, erklärte Sitter zum Abschluss. Er habe noch weitere Pläne für seinen Betrieb, die derzeit aufgrund der Corona-Auswirkungen aber erst einmal noch auf Eis gelegt worden seien.

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