Freyung (Lkr. Freyung-Grafenau). Gleich acht neue Kolleginnen und Kollegen konnte die Polizeiinspektion Freyung Anfang April begrüßen. Die „ausgeliehenen“ Unterstützungskräfte übernehmen nun neue Aufgaben und wurden deshalb von der Leiterin der Dienststelle mit einem herzlichen Dank verabschiedet.

„Im Rahmen der Sicherheitsgespräche wurde ich oft auf die große Anzahl an neuen, jungen Beamtinnen und Beamten bei der Polizei in Freyung angesprochen“ schmunzelt Ingrid Grötzinger, Leiterin der Polizeidienststelle. „Regelmäßig musste ich die schnell aufgekommene Freude über den personellen Zuwachs trüben – wir hatten die Kollegen nur auf Abordnungsbasis erhalten, das war von Anfang an klar“.

Anfang April waren die Kollegen nach erfolgter Abschlussprüfung für Schutzaufgaben in Zusammenhang mit der Corona-Lage zur Polizei in Freyung gekommen. Eigentlich ein Traum, wenn man bedenkt, dass alle acht Kollegen aus der näheren Umgebung stammen und erstmals kurze Anfahrtswege zum Arbeitsplatz genießen konnten.

Weniger traumhafte Bedingungen ergaben sich aus dem Arbeitsalltag. Auch bei der Polizeiinspektion herrschten strenge Hygienemaßnahmen, eine Durchmischung mit dem Stammpersonal der Freyunger Polizei deshalb nicht möglich. Aber mit der Lockerung kam auch die Möglichkeit, die Kollegen in den Dienstgruppen einzusetzen. Schließlich sollten die Kollegen nach umfassender Ausbildung zunächst einmal Erfahrung im Dienstalltag sammeln. Einige Ausbildungsinhalte konnten aufgrund Corona nicht mehr rechtzeitig vermittelt werden, so dass sich die Freyunger Polizei auch noch als Lehrdienststelle beweisen musste.

„Ein besonderer Auftrag, der aber sehr viel Spaß gemacht hat und in den wir uns gerne eingebracht haben“ beschreibt Bernd Deutscher, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei in Freyung die ungewöhnliche Situation. Aus den vielen Themen hatte er sich den Part besonderer Einsatzlagen aus der Praxis ausgesucht. Die jungen Kollegen genossen es sichtlich, die Theorie mit praktischen Erfahrungen ergänzt vermittelt zu bekommen.

Dem Thema Verkehrsunfallaufnahme hatte sich die Chefin persönlich in Kooperation mit dem Verkehrsspezialisten Martin Resch angenommen. „Die Qualität der Sachbearbeitung ist hier bei schweren Unfallfolgen oder unklarem Unfallgeschehen von besonderer Bedeutung, da muss alles passen“ erklärte er den jungen Kollegen, während Ingrid Grötzinger auf die verschiedenen Messmethoden und deren Vor- und Nachteile passend zur Unfallsituation einging.

Das gesammelte Wissen konnten die Beamtinnen und Beamten umgehend bei der nächsten Streife in die Tat umsetzen. „Wenn man Wissen und Erfahrung mit so viel Herzblut beigebracht bekommt, merkt man es sich doppelt so schnell“ meinte eine Kollegin und freute sich gemeinsam mit dem Rest der Gruppe über die Möglichkeit, die ersten Monate auf der Heimatdienststelle verbringen zu können. „Leider vergeht die Zeit viel zu schnell, wir wären gerne noch länger geblieben“ ergänzt ihr Kollege und freut sich trotzdem auf seine neue Aufgabe. Fast alle haben es auf eine Dienststelle im Bereich des Polizeipräsidiums Niederbayern mit nicht allzu langen Anfahrtswegen geschafft, auf der sie nach einem wohl verdienten Urlaub im September ihren Dienst beginnen. Der ein oder andere liebäugelt jedoch mit einer schnellen Wiederkehr, so dass sich alle beim Abschlussfoto mit „ihrem“ Einsatzfahrzeug auf ein schnelles „Auf Wiedersehen in Freyung“ einigten.

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