Ansprechpartner bei Problem- und Konfliktfällen – Kommunikationsfähigkeit und Freude am Ehrenamt gefragt

Mitstreiter auf ihrer Mission, Konflikte rund um den Biber zu lösen, sucht die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Freyung-Grafenau. Man will das Netz von ehrenamtlichen Biberberatern verstärken und sucht dafür Freiwillige mit Interesse an der Natur, am Biber und am ehrenamtlichen Wirken. Gute Kommunikationsfähigkeit, Objektivität und Grundkenntnisse über das Wirken der Biber im Naturraum sind dabei gefragt, wie Naturschutzfachreferentin Magdalena Weigerstorfer erklärt.

Aus rein naturschutzfachlicher Sicht ist die Wiederansiedlung des Bibers in Bayern ein voller Erfolg, so Weigerstorfer. Der Biber, der bis Ende der 90er Jahre nur kleine Rückzugsräume in Bayern hatte, besiedelt inzwischen wieder weite Teile des Gewässernetzes. Maßgeblich auf Grund strenger Schutzmaßnahmen haben sich seine Bestände stabilisiert. Das stößt nicht auf ungeteilte Freude, da er durch seine faszinierende Fähigkeit, wasserdichte Staudämme zu bauen, für Überschwemmungen sorgen kann, Wege und Straßen unterminiert und auch stattliche Bäume fällen kann. Weil der Biber sich auch im Bayerischen Wald wieder sehr heimisch fühlt, kommt es immer wieder zu Konflikten, etwa mit Grundstücksbesitzern oder Landwirten. Um den Problemen zu begegnen, betreibt Bayern ein so genanntes Bibermanagement.

Mit seiner faszinierenden Fähigkeit, wasserdichte Staudämme zu bauen, die für Überschwemmungen sorgen, wie hier am Osterbach bei Vorderfreundorf, macht sich der Biber nicht nur Freunde. Um im Konfliktfall zu vermitteln, sucht das Landratsamt neue Biberberater (Foto: Landratsamt FRG)

Einen wichtigen Baustein für ein erfolgreiches Bibermanagement stellt das landesweite Netz von ehrenamtlichen Biberberatern dar. Die Biberberater sollen vor Ort als direkte Ansprechpartner für die Betroffenen in Problem- oder Konfliktfällen dienen. Im Optimalfall sollten sie durch praxisgerechte Beratung zur Vermeidung von Konflikten beitragen, also schon im Vorfeld aufzeigen, was man präventiv machen kann. Wenn es zu Schäden kommt, ist es ihre Aufgabe, diese aufzunehmen und im Konfliktfall zusammen mit Betroffenen und Behörden vor Ort Lösungen zu erarbeiten.
Sie sollten deshalb sehr gute regionale Gebietskenntnis mitbringen, erklärt Weigerstorfer, sowie Grundkenntnisse über das Wirken der Biber im Naturraum. Ein gewisses Kommunikationstalent ist im täglichen Umgang mit Betroffenen und Behörden auch vonnöten. Grundkenntnisse im Umgang mit Biberschäden und zu Präventionsmaßnahmen wären hilfreich, können aber auch noch vermittelt werden, so die Naturschutzfachreferentin. Die notwendigen Fachkenntnisse werden in einer mehrtägigen Schulung von Experten vermittelt. Den Aufwand für die Schulungen trägt der Freistaat Bayern. Für die Aktivitäten der Biberberater gibt es eine Pauschale sowie Einzelfall-Aufwandsentschädigungen.

Wer Interesse an einer Tätigkeit als ehrenamtlicher Biberberater hat, sollte sich an die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Freyung-Grafenau, Tel. 08551 570, email: naturschutz@lra.landkreis-frg.de wenden.