Landrat Franz Meyer will Waldbauernvereinigungen unterstützen – Vorstände und Geschäftsführer geben Situationsbericht

Passau. „Es hat Tradition, wie die jährlichen Treffen mit Bauernverband, Jäger oder Fischereiverbänden: Das Gespräch des Landrats mit Vertretern der Waldbauern im Landkreis. Nach Sturm „Kolle“ 2017 und dem derzeit in den Wäldern wütenden Käfer mussten Vorstände und Geschäftsführer der Waldbauernvereinigungen Passau, Wegscheid und Vilshofen/Griesbach übereinstimmend eine sehr ernste Lage für die Waldbauern feststellen. Dr. Karin Höglmeier, Bereichsleiterin Forst und stv. Leiterin des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Passau-Rotthalmünster,  konnte dies mit einer erschreckenden Zahl für das Landkreis-Gebiet untermauern: Rund 2000 Hektar Schadfläche sind 2019 durch den Käferbefall hinzugekommen, das bedeutet eine Million Festmeter Schadholz. Angesichts dieser Fakten konnte Landrat Franz Meyer die Sorge vor allem der Waldbauernvereinigungen in den Bereichen Passau und Wegscheid/Hauzenberg nachvollziehen, wo derzeit die Stimmung vieler Waldbesitzer in Resignation umgeschlagen sei. Im Bereich Wegscheid etwa hat der Käferbefall bereits das Doppelte der Sturm-Schadensmenge von 2017 erreicht. Vorstand Max Nigl (Waldbauernvereinigung Passau) brachte es beim Gespräch mit dem Landrat für seine Kollegen auf den Punkt: „Diese Stimmung darf nicht bleiben, Waldbau ist eine Generationenaufgabe. Wenn wir jetzt aufgeben, ist der Wald verloren.“  Etwas besser sei die Stimmung im Bereich Vilshofen/Griesbach, wo Sturm „Kolle“ weit weniger gewütet habe. Allerdings entwickle sich jetzt auch hier der Käferbefall dramatisch.

Landrat Franz Meyer war dieses Stimmungsbild aus dem Landkreis sehr wichtig, da er dies in seine bevorstehenden Gespräche mit Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber einfließen lassen will. Es geht jetzt darum, schnelle und vor allem unbürokratische Hilfen für die Waldbauern zu organisieren. Die Weichen dazu seien ja auf Bundes- wie Landesebene bereits gestellt, so der Landrat. Als sehr „interessant und überlegenswert“ bezeichnete Meyer den Vorschlag von BBV-Kreisobmann Hans Koller, der Waldpatenschaften für Unternehmen angeregt hatte. Firmen könnten damit dem Ziel von CO2-Neutralität näherkommen. Max Nigl kündigte an, diesen Ansatz weiter zu verfolgen. Alle Maßnahmen, die Waldbauer zur Wiederaufforstung motivieren, sollten ernsthaft diskutiert werden. Der Wettlauf gegen den Unkrautbewuchs auf den Kahlflächen habe längst begonnen – „den dürfen wir nicht verlieren“.

Naturschutzreferentin Christian Kotz informierte abschließend über den Waldpflegeplan für die rund 140 Hektar landkreiseigenen Waldflächen. Der Landkreis ist damit der größte kommunale Waldbesitzer und stehe in besonderer Verantwortung, diese Flächen im Sinne der Artenvielfalt zu betreuen.