Die Hoffnung in Ostbayern ist groß, dass grenzenlose bayerisch-böhmische Wandererlebnisse bald wieder möglich werden - unter anderem auch auf dem Baierweg. Foto (Archiv): obx-news/Tourismusverband Ostbayern/woidlifephotography

Auf historischen Spuren durch Bayern und Böhmen

Wo einst Händler ihre Waren über das „Grüne Dach Europas“ transportierten, sind heute Wanderer unterwegs. Im Moment macht Corona das grenzüberschreitende Tourenerlebnis unmöglich. Umso größer ist vor Ort die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zum gewachsenen grenzenlosen Miteinander

Straubing (obx) – Es ist eine Route mit großer Historie im Herzen Europas, die sich bei Wanderern auf beiden Seiten der bayerisch-böhmischen Grenze zunehmend wachsender Beliebtheit erfreut und auf einzigartige Weise Natur, Kultur, Stadt und Land sowie jede Menge Genuss miteinander verbindet: der Baierweg, 158 Kilometer lang und im besten Sinne des Wortes grenzenlos. Im Moment kappt die Corona-bedingte Grenzschließung zu den tschechischen Nachbarn die historisch gewachsene Verbindung zwar: „Vor Ort ist die Hoffnung jedoch groß, dass die Zeiten des grenzüberschreitenden Miteinanders bald zurückkehren“, wie beispielsweise Jaroslava Pongratz, Netzwerkmanagerin Bayern-Böhmen bei der Europaregion Donau-Moldau deutlich macht.

Vom niederbayerischen Straubing aus führt der 158 Kilometer lange Weg auf geschichtsträchtiger Route über Bogen, Bad Kötzting und Neukirchen beim Hl. Blut ins tschechische Domazlice und zurück über die Grenze in die Drachenstadt Furth im Wald. Die Route verspricht ein abwechslungsreiches Auf und Ab in sieben Etappen, durch beschauliche Klosterorte und böhmische Dörfer, das Kneippheilbad Bad Kötzting und über den Gebirgskamm des Bayerischen Waldes. Die Monate zwischen Mai und Oktober gelten als die beste Zeit, um den Weg zu entdecken. Dann ist das Klima mild und die Natur des Bayerischen Waldes und des Böhmerwaldes zeigt sich von ihrer schönsten Seite.
Von Straubing aus führt die erste Etappe durch die Donauebene ins Vorgebirge des Bayerischen Waldes bis nach Neukirchen. Ein leichter Auftakt, der viel Zeit für die zahlreichen Sehenswürdigkeiten lässt: Stadtturm und Gäubodenmuseum in Straubing, Kloster Oberalteich, Wallfahrtskirche auf dem Bogenberg, Klosterdorf Windberg und nicht zuletzt die grandiose Kulisse des Bayerischen Waldes. 

Die zweite Etappe ist anspruchsvoll: Wanderer erwartet eine attraktive Wanderung vom Perlbachtal nach Kollnburg. Ein steiler Aufstieg führt zum prächtigen Gehöft Meinstorf. Von dort bietet sich eine weite Aussicht über die Donauebene. Weiter geht es in den Luftkurort Sankt Englmar und schließlich auf schönen Waldpfaden zum Tagesziel mit der Burg Kollnburg. 

Natur- und Kultursehenswürdigkeiten säumen die Route der kommenden Tage: Inmitten dichter Wälder lockt der Höllensteinsee zu einer Ausfahrt im Ruderboot. Am Hohenbogen treffen die Wanderer auf einen ehemaligen Horch-, Beobachtungs- und Peilturm mit Aussichtsplattform. Am Fuß des Hohenbogens liegt der zweitgrößte Wallfahrtsort in Bayern, Neukirchen beim Heiligen Blut, mit einem sehenswerten Doppelaltar aus Augsburger Goldschmiedearbeit. Über den Grenzübergang Eschlkam-Vseruby geht es nach Kdyne, zum tschechischen Goldsteig. 

Entlang eines Höhengrads führt die Route vorbei an mehreren Burgruinen und durch böhmische Dörfer bis nach Domazlice. Am nördlichsten Punkt der Wanderung kehrt der Baierweg um nach Südwesten und führt zurück nach Deutschland. Am Ziel, in Furth im Wald, lohnt ein Abstecher in die Drachenhöhle, den Sitz des Further Drachens. Der größte Schreitroboter der Welt spielt die Hauptrolle in Deutschlands ältestem Volksschauspiel, dem Further Drachenstich. Einen kostenlosen Etappenführer zum Baierweg in deutscher und tschechischer Sprache finden Interessierte unter www.baierweg.de.