Aktuell  gut 50 Prozent des Vorjahresniveaus erreicht – Deutlich mehr Lust auf „Urlaub daheim“  – Wandern und Radfahren erreichen neue Zielgruppen

Passau.  Der Landkreis-Tourismus holt auf: Im Juni zählten die Betriebe im Passauer Land rund 190.000 Übernachtungen. Das sind zwar erst die Hälfte der Juni-Zahlen von 2019 – aber fast sechs Mal so viel wie im Mai. „Die Zeichen stehen klar auf Erholung, die Aufholjagd hat begonnen aber wir haben noch einen harten Weg vor uns“, bewertet Tourismus-Referentin Edith Bottler die aktuelle Situation.

Januar und Februar war man mit zusammen rund 700.000 Übernachtungen  sehr hoffnungsvoll ins Tourismusjahr 2020 gestartet, im März begann dann mit nur noch 160.000 der Corona-bedingte Einbruch, April und Mai brachten zusammen nicht einmal mehr 60.000 Übernachtungen. Dann folgte die Trendwende, im  Juni verzeichneten die Tourismusbetriebe im Landkreis bereits 190.000 Übernachtungen. Die offiziellen Statistiken für Juli liegen noch nicht vor, werden aber laut Einschätzung Bottlers dem Aufwärtstrend folgen.  „Natürlich hinken wir noch den gewohnten Zahlen hinterher, aber der starke Trend zu Urlaub daheim von vielen Einheimischen, die statt Flugreise und Strand jetzt die Urlaubsparadiese im eigenen Land entdecken, macht optimistisch.“

Viele Gastgeber  profitieren also nicht nur vom Vertrauen Ihrer Stammgäste, sondern von der zunehmenden Lust neuer Zielgruppen,  etwa Wandern und Radeln neu zu entdecken. Gerade der Fahrradtourismus  erlebe einen Boom ohne Beispiel. Ebenfalls sehr beliebt und ein Motor der positiven Entwicklung: Urlaub auf dem Bauernhof. Und was die Gäste jetzt auch immer mehr zu schätzen wissen: „Kurze Anreisen und mehr Zeit für den Urlaub.“ Die durch Corona unvermeidbaren Einschränkungen sind in den Augen Bottlers eine Herausforderung, die Gäste wie Gastgeber zunehmend gemeinsam bewältigen. Bottler: „Verständnis für das was nicht geht und viel Kreativität bei allem was geht – das ist die Formel, mit der unsere Betriebe Erfolg haben.“

Seinen Übernachtungs-Spitzenplatz in Ostbayern  verdankte das Passauer Land bislang in hohem Maße den beiden Heilbädern Bad Füssing und Bad Griesbach, die 2019 zusammen mehr als drei Viertel der insgesamt 4,6 Millionen Übernachtungen beisteuerten.

Für Bad Füssing zieht Bürgermeister Tobias Kurz bisher eine durchwachsene Bilanz: „Das Jahr ist hervorragend gestartet. Der Februar schloss mit einem Plus von knapp 20 Prozent bei den Übernachtungen.“ Seit dem Lockdown gehe es aber leider nur langsam bergauf. „Von Woche zu Woche wird es aber besser und die Hotelbetriebe teilen mir mit, dass die Buchungslage für August und September steigt, aber trotzdem noch verhalten ist,“ so Bürgermeister Kurz weiter. Das Vorjahresniveau könne bei Weitem nicht erreicht werden. Erfreulich sei aber, dass in den vergangenen Wochen auch „jüngere“ Gäste gewonnen werden konnten. Alle Betriebe hätten sich für die Zeit nach dem Lockdown sehr gut gerüstet und nehmen die Situation mit umfangreichen Sicherheits- und Hygienekonzepten für einen unbeschwerten Urlaub sehr ernst, betont der Bad Füssinger Bürgermeister.

Etwas besser sieht es in Bad Griesbach aus. Tourismusdirektor Dieter Weinzierl spricht von einer positiven Entwicklung in den vergangenen Wochen. Ihm liegen auch bereits die vorläufigen Zahlen seiner Betriebe für Juli vor. „In der Kurzone 2 und 3 (Stadt und Umgebung) konnte ein Zuwachs erreicht werden, nur in der Kurzone 1 (Thermalzentrum) ist es noch verhalten und im Juli 2020 gab es ein Minus von 14% gegenüber 2019“,  fasst Weinzierl zusammen. Positiv sei zu vermerken, dass besonders der Thermenbesuch auch bei schönem Wetter hohen Zuspruch finde und der Außenbereich bestens genutzt werde.  „Urlaub daheim findet bei Familien hohen Anklang und in der Gästeinformation ist die Nachfrage nach Rad- und Wanderkarten sehr groß.“

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