Mit „Heimat ist da, wo dir die Todesanzeigen etwas sagen“ stellte Kabarettist Ottfried Fischer im Rahmen einer augenzwinkernden „Welturaufführung“ sein neues Buch zum Thema Heimat beim Rotary-Club Passau-Dreiflüssestadt vor.

„Ja, des nimmt halt der Heimat a bisserl das Liebliche“, erklärte er vor dem zahlreich erschienenen Publikum um Präsidentin Amelie von Montgelas in der Heilig-Geist-Stiftschenke weiter. Bei der Lesung ging er treffsicher, aber immer humorvoll und mit überraschenden Wendungen auf die Eigenarten von Natur und Menschen im Bayerischen Wald ein. „Der Humus ist hart wie Stein, es gibt viel Quarz und Granit. Das beeinflusst auch unsere Schädel“, stellte Fischer fest. Auch habe ihn der Zusammenhalt der Niederbayern gerade in schwierigen Situationen immer wieder beeindruckt. Deshalb habe er sich entschieden, sein Hochwassermuseum in Passau im Unteren Sand aufzubauen, wobei nicht die Erinnerung an den Untergang, sondern die Dankbarkeit für die Solidarität im Vordergrund stehe. Für Spenden zum Museumsaufbau werbend merkte er augenzwinkernd in Anspielung auf das rotarische Logo (Anmerkung: ein Rad), an, dass er sich deshalb für einen Besuch bei Rotary entschieden habe, weil er den Eindruck habe: „Do draht se mehr“.

Zum „niederbayerischen Kneipenknigge“ berichtete er: Man werde mit dem „sicherheitstechnischen Hinweis“ begrüßt: „Ned lacha. Wenn woas is, mir soagn.“Das Rauchverbot im Rauchschwaden getränkten Wirtshaus werde mit dem Hinweis abgefertigt: „Is etz des aus Mingga? Da mischn mir uns net ei.“ Im Allgemeinen treffe man in Bayern, noch mehr in Niederbayern Menschen, die oft „absonderlich anders“ seien und gelegentlich ein „Hauch von Anarchie“ umwehe. Als Beispiel führte er einen seiner Nachbarn an, der die CSU-Zeitung (auch) „zum Einschüren“ verwendet.

Im Anschluss an seine Lesung beantwortete Ottfried Fischer Fragen. Nach Passau zurückgekehrt ist er nicht zuletzt, weil hier die Menschen freundlich seien und alles in der Nähe sei, was seinen Alltag, der auch krankheitsbedingt etwas eingeschränkt ist, erleichtert. Nach seinem Verhältnis zur Kirche befragt, erklärte er, zwar gelegentlich mit dieser zu hadern, aber im Ergebnis hinter ihren Werten zu stehen, zumal für ihn der Katholizismus untrennbar mit seiner Heimat verbunden sei.

Zum Abschluss bedankte sich die Präsidentin Amelie von Montgelas bei Fischer und seiner Partnerin Simone Brandlmeier für die humorvolle Lesung und den unterhaltsamen Abend.