München, Mai 2019: Ablenkung ist eine zunehmende und oft unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr. Eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr, ob als Kraftfahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger, erfordert jederzeit die volle Konzentration auf das Verkehrsgeschehen. Eine kurze Unaufmerksamkeit kann unter Umständen nicht nur zu gefährlichen Verkehrssituationen oder riskanten Fahrmanövern, sondern auch zu schlimmen Unfällen führen.

Nach einer Studie der Allianz Versicherungs-AG aus dem Jahr 2012 wird etwa jeder 10. Verkehrsunfall durch abgelenkte Autofahrer verursacht. Dabei sind es nicht nur Handlungen wie das Telefonieren während der Fahrt oder das Bedienen des Navigationsgerätes, die die Konzentration vom Verkehrsgeschehen ablenken. Auch Emotionen wie Freude oder Wut, hervorgerufen durch Musik oder Gespräche, beanspruchen Autofahrer wie Fußgänger und lassen das Verkehrsgeschehen zur Nebensache werden.

Wer mit einem motorisierten Fahrzeug im Straßenverkehr unterwegs ist und abgelenkt wird, unterschätzt oft die Wegstrecke die „blind“ zurückgelegt wird:

Bei Tempo 50 bedeutet eine Sekunde Ablenkung 14 Meter Blindfahrt.

Bei Tempo 100 bedeutet eine Sekunde Ablenkung 28 Meter Blindfahrt.

Bei Tempo 130 bedeutet eine Sekunde Ablenkung 36 Meter Blindfahrt. 

Das können Sie gegen Ablenkung tun:

  • Viele ablenkungsbezogene Unfälle werden durch scheinbar harmlose Handlungen ausgelöst. Dazu zählen beispielsweise das Einstellen von Innen- und Außenspiegeln sowie der richtigen Sitzposition. Das sollten Sie alles erledigen, bevor die Fahrt beginnt. Gleiches gilt für das Anlegen des Sicherheitsgurts.
  • Geben Sie Ihre Route für den Tag inklusive aller Zwischenziele schon vor Abfahrt in das Navigationssystem ein. Beachten Sie: Das Hantieren mit Smartphones, MP3-Playern, Tablets und anderen tragbaren elektronischen Geräten während der Fahrt ist für den Fahrer verboten, weil es nachweislich vom Fahrgeschehen ablenkt.
  • Heben Sie während der Fahrt keine heruntergefallenen Gegenstände auf.
  • Kuscheltiere und Trinkflaschen von Kindern sollten Sie so unterbringen, dass sie nicht im Auto herumfliegen können. Üben Sie spielerisch das Anschnallen des Kuscheltiers, damit Ihr Kind die Regeln für Sicherheit im Auto früh erlernt.
  • Nehmen Sie sich die Zeit für eine Fahrpause, wenn Sie mit Ihrem Beifahrer oder einem Anrufer wichtige Dinge besprechen möchten. Auch das Telefonieren über eine Freisprechanlage lenkt ab. Das gilt insbesondere für emotionale Themen.
  • Schalten Sie Ihr Handy in den Flugmodus oder ganz aus, damit es Sie nicht ablenken kann.
  • Bitten Sie Ihre Beifahrer gegebenenfalls, Aktivitäten wie lautes Telefonieren, die Sie vom Fahrgeschehen ablenken können, zu vermeiden.

Quellenangabe: Deutscher Verkehrssicherheitsrat (www.dvr.de / www.runtervomgas.de / www.abgelenkt.info