Vom 17. bis 27. September findet die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt statt. Kein Auto wird dann wohl genauer unter die Lupe genommen als der Tesla. Die großen Automobilhersteller wie Mercedes, BMW, VW oder Toyota wird das nicht freuen; sie alle haben nämlich Grund dazu, sich über die eigene Zukunft ernsthaft Gedanken machen zu müssen.

Tesla Motors, Inc. ist ein US-amerikanisches Unternehmen. Gegründet wurde es 2003 von Elon Musk, Martin Eberhard, Marc Tarpenning, JB Straubel und Ian Wright mit dem Ziel, Elektroautos zu bauen und für ein breites Publikum salonfähig zu machen. Nikola Tesla, Physiker und Erfinder, ist Namenspatron für die Marke Tesla Motors; auf seine Kappe gehen zahlreiche Neuerungen auf dem Gebiet der Elektrotechnik. Der Tesla Roadster war das erste Automobil mit einer Batterie aus Lithium-Ionen-Zellen – es kam 2008 auf den Markt.

Tesla zieht auf die Überholspur

Es ist noch nicht lange her, da wurde Tesla belächelt. Insbesondere durch die Global Player aus der Automobilindustrie. Von einem Spielzeug für (IT-) Milliardäre war die Rede, von einem Auto für Birkenstockträger – mit vorhandenem Kleingeld – im sonnigen Kalifornien. Ob in Deutschland oder anderswo; man zählte die Tage, bis das Unternehmen bankrott sein würde.

Inzwischen ist die Konkurrenz aber still geworden. Zumindest vorsichtiger mit irgendwelchen Äußerungen über dieses durch und durch innovative Unternehmen mit Firmensitz in Palo Alto im Silicon Valley. Heute ist es sogar so, dass man durchaus von Angst und Schrecken sprechen darf, das durch Tesla nicht nur in Detroit verbreitet wird, sondern auch bei den deutschen Herstellern der Luxusklasse. Im laufenden Jahr geht man davon aus, dass Tesla 55.000 Elektroautos absetzen wird, also rund ein Viertel so viel wie beispielsweise Porsche. An der Börse ist Tesla bereits halb so viel wert wie BMW.

Ein Auto will die Welt verändern

Zugegeben, so ein Tesla-Modell kostet nach wie vor eine Menge Geld. Doch das Ziel bleibt stets dasselbe. Und das betont Elon Musk, die treibende Kraft hinter Tesla, immer wieder: Beim Bau des Autos ging und geht es nie um einen Börsengang oder den Verkauf an ein paar reiche Leute. Es geht um die Vorstellung, mit diesem Auto die Welt zu verändern. Ein massentaugliches und erschwingliches Elektroauto zu bauen, das für jedermann zugänglich ist.

Tesla Model S (Bild: Nic Niggli-Aigner)

Tesla Model S (Bild: Nic Niggli-Aigner)

Elon Musk könnte man jetzt immer noch für verrückt halten. Aber das ist er nicht. Die Visionen von Tesla sind in greifbarer Nähe gerückt. Da hätten wir u.a. das Modell S, das nicht nur zum besten Auto der Welt gekürt wurde, sondern schon längst zum Statussymbol von umweltbewussten Leuten geworden ist.  Das Model S wurde mit 103 Punkten durch den amerikanischen Consumer Report ausgezeichnet, einer der härtesten Tests den ein Auto bestehen muss, will es eine Chance haben, auf dem US-amerikanischen Markt bestehen zu können. 103 Punkte von möglichen 100. Wie das geht? Ganz einfach. Die Jury war von diesem Modell derart begeistert, dass sie vom ‚besten Auto‘ sprach, das ihr jemals präsentiert wurde – man sprach von einem Meilenstein in der Geschichte des Automobils.

Mehr als nur ein Elektroauto

Dass nicht nur Tesla Elektroautos baut und anbietet, wissen wir alle. Was ist es also, was Tesla so besonders auszeichnet und auf die Überholspur gebracht hat? Bei Tesla werden die Autos alle ‚in house‘ gefertigt. Vom Chassis über den Motor bis hin zur gesamten Innenausstattung. Eine sogenannte ‚Vertikale Bauweise‘, im Gegensatz zu all den konventionellen Autofabriken auf dieser Welt. Denn da erfolgt die Fertigung ‚Supply Chain‘, also vernetzt und über den gesamten Globus verteilt. Da hätten wir das Chassis aus der Slowakei und die Bremsbeläge aus dem fernen Osten. Die Scheibenwischer werden in Thailand hergestellt. Bei Toyota oder VW stammen die einzelnen Bestandteiles eines Fahrzeuges schon jetzt 75 Prozent aus aller Welt und werden in den einzelnen Fabriken zusammengebaut. Zwar bringt diese Fertigungsmethode hohe Kosteneinsparungen, doch birgt diese auch große Risiken. Denn fällt ein solcher Zulieferer aus, dann steht die gesamte Produktionskette still. Tesla will diesen Weg des Supply Chain nicht gehen. Denn hier handelt es sich nicht um ein Auto im herkömmlichen Sinne, sondern es wird buchstäblich ein ‚Smartphone auf Rädern‘ hergestellt. Wie bereits der Technologiekonzern Apple zuvor verkauft Tesla ein Image, ein Gefühl, an der Zukunft des Automobils teilhaben zu können – eine enge Beziehung zwischen Konsument und Produzent. Wie schon Apple wusste, kann so eine Beziehung nur dann erfolgreich sein, wenn man einen großen Teil des zu verkaufenden Produktes selbst kontrolliert, im Prinzip also auch selbst herstellt.

Einmal abgesehen vom umweltfreundlichen ‚Treibstoff‘ eines Elektroauto ist ein Fahrzeug aus dem Hause Tesla auch viel weniger Verschleiß-anfällig. Denn es kann mit regelmäßigen (Software-) Updates auf den neuesten Stand gebracht werden – also genauso wie ein Smartphone. Schließlich sorgt Tesla auch in Eigenregie dafür, dass der Wagen der Zukunft einmal flächendeckend mit Gratis-Treibstoff versorgt werden kann.

Wo würden wir heute ohne Tesla stehen?

Mit dem Model 3 will Tesla den ganz großen Durchbruch schaffen und so den bestehenden Giganten wie BMW auf die Pelle rücken. Dazu lässt das Unternehmen in der Wüste von Nevada für fünf Milliarden Dollar eine weitere Fabrik für Lithium-Batterien bauen. Parallel dazu wird ein Netz von Elektrotankstellen errichtet, wo man unterwegs gratis auftanken kann.

Was Tesla aber auch auszeichnet. Es geht dem Unternehmen tatsächlich darum, die Mobilität umweltfreundlich in die Zukunft zu führen und die ganze Welt daran teilhaben zu lassen.

Das bewies Musik auch Mitte Juni 2014, als er erklärte, alle Patente von Tesla der Öffentlichkeit zu übergeben, um die Entwicklung von Elektrofahrzeugen einen zusätzlichen Schub zu versetzen.

Ohne Zweifel. Was Apple seit den vergangenen 10 Jahren als treibende Innovationskraft für die Konkurrenz wie Google, Microsoft oder Samsung bedeutet hat, ist Tesla heute für all die Automobilhersteller dieser Welt. Und das ist gut so.