Nach der Finalteilnahme beim Philip C. Jessup Moot Court verbuchen die Passauer Nachwuchsjuristinnen und -juristen gleich einen weiteren internationalen Wettbewerbserfolg: Beim renommierten Willem C. Vis Moot in Wien von Oktober 2017 bis Ende März 2018 hat ein Passauer Team zum ersten Mal das Viertelfinale erreicht.

Beim Willem C. Vis Moot handelt es sich einen der größten und renommiertesten studentischen Wettbewerbe für Nachwuchsjuristinnen und Nachwuchsjuristen weltweit. Die Studierenden schlüpfen dabei über ein halbes Jahr lang in die Rolle einer Anwältin oder eines Anwalts und beschäftigen sich mit einem fiktiven Fall auf dem Gebiet des internationalen Schiedsverfahrensrechts und des UN-Kaufrechts. In den Monaten Oktober bis Januar erstellen sie einen Kläger- und einen Beklagtenschriftsatz. In der anschließenden mündlichen Phase feilen die angehenden Juristinnen und Juristen durch den Besuch von Vorbereitungsveranstaltungen (sog. Pre-Moots) intensiv an ihren Präsentations- und Argumentationsfähigkeiten.

Anita Schiele (Coach, v. l.), Andrea Windemuth, Vincent Maurer, Caroline Yersin, Lara-Joy Hüttmann, Franziska Gehann, Felipe Volio Soley (Coach) und Maximilian Zrenner (Coach). Nicht zu sehen ist Austauschstudent Lucas Biasetton, der bereits in seine Heimat Brasilien zurückreisen musste (Foto: privat)

Ende März wird es dann ernst: In Wien finden die jährlichen Endrunden statt, bei denen die Studierenden ihre jeweilige Position in Form eines Plädoyers vor einem fiktiven Schiedstribunal präsentieren und verteidigen müssen. Die Tribunale sind dabei mit Professorinnen und Professoren, Richterinnen und Richter sowie Anwältinnen und Anwälten und weiteren Praktikerinnen und Praktikern aus der ganzen Welt besetzt.

Nach der Teilnahme an den Vorbereitungsveranstaltungen in Tiflis, Brüssel, Edinburgh, Prag und Belgrad gelang es den Passauer Studentinnen und Studenten Franziska Gehann, Lara-Joy Hüttmann, Vincent Maurer, Andrea Windemuth, Caroline Yersin und Lucas Biasetton zunächst, in die Ausscheidungsrunden der besten 64 Teams vorzustoßen – als einziges Team aus Bayern und neben Favoriten wie der Harvard University (USA), der Columbia University (USA) sowie der University of Cambridge (Vereinigtes Königreich). Die Passauer setzten sich erfolgreich gegen die University of Istanbul (Türkei), die University of Zagreb (Kroatien) und die University of Zenica (Bosnien und Herzegowina) durch und mussten sich erst im Viertelfinale dem Team der University of Cambridge (Vereinigtes Königreich) geschlagen geben.

„Im Ergebnis bedeutet dies, dass das Passauer Team zu den acht erfolgreichsten Teams des Wettbewerbs zählt, an dem insgesamt 366 Teams aus über 80 Ländern teilnahmen“, fasst Anita Schiele, die das Team zusammen mit Andreas Scheibenpflug, Felipe Volio Soley und Maximilian Zrenner betreute, zusammen. „Bei der Abschlussveranstaltung konnte sich das Team dann doppelt freuen, denn es erhielt zusätzlich noch eine Auszeichnung, die „Honorable Mention“ für seinen Beklagtenschriftsatz.“