Drei Niederländer katapultieren Südstaatenrock in die Gegenwart. DeWolff live im Zauberberg

(von Tobias Schmidt)

Als Pablo van de Poel (Gesang, Gitarre), Luka van de Poel (Schlagzeug) und Robin Piso (Hammondorgel, Keyboards) 2007 ihr Trio DeWolff gründeten, waren alle drei noch Teenager. Eine EP, sechs Studio-, zwei Livealben und an die eintausend Liveshows mit einem angenehm zwischen Neo-Psychedelia und bluesgetränkten Südstaatenrock changierenden Sound stehen seither auf ihrem Konto.

Seit „Orchards/Lupine“ dem zweiten Longplayer von 2011 bewegte sich das Trio aus Utrecht in den Top20 der niederländischen Albumcharts. Spätestens das 2014 von Grammygewinner Mark Neill (Los Straitjackets, JD MacPherson) produzierte „Grand Southern Electric“ rang auch dem letzten Kritiker anerkennendes Kopfnicken ab. Sogar denen, die darin nur ein Zitat-Konzeptalbum des Südstaatenrocks hören wollten. Vorbei sind seither die Zeiten der Vergleiche mit den Rival Sons, jetzt wurden Led Zeppelin und The Allman Brothers zur „Schubladisierung“ bemüht. DeWolff haben dazu immer geschwiegen, sich gefreut, wenn Rockgroßväter wie der (ja immer noch mit sehr offenen Ohren durch die Welt reisende LedZep-Shouter) Robert Plant sich als Fans outeten, oder wenn Deep Purple das Trio als Support buchte. Nicht das man auch allein weltweit ausverkaufte Tourneen und Festivalgigs von Sziget über Pinkpop bis zum WDR Rockpalast schaffte.

Für den Musiknachwuchs – was bei drei Endzwanzigern zugegeben merkwürdig klingt – betreibt DeWolff auch ein eigenes Produktionsstudio, in dem junge Bands an der eigenen Karriere schmieden. Die sich dann beim von der Band veranstalteten DeWolffest auch gleich live präsentieren können. 2018 veröffentlichten DeWolff mit „Thrust“ ihr erstes Album beim unter Bluesrockfreunden bekannten Label Mascot (Heimat u.a. von Joe Bonamassa, Walter Trout, Gov’ment Mule oder Beth Hart). Mitte Juni folgte dort gleich noch das Livealbum „Live & Outta Sight II“. Das ist druckvoll aufspielende, klassische Rockmusik, der man eigentlich nur ungern das Etikett „Retro“ aufkleben mag. Auch wenn der Klang der Hammondorgel dazu verleiten mag. Schwer zu sagen, ob das allerorten hörbare Revival dieses Instruments mit röhrengesättigtem Klang und Riesenrotor-Lautsprecher gegenwärtiger Rockmusik wirklich gut tut. Doch Fakt ist, bei DeWolff war das alles schon da, bevor es „hip“ wurde. Und wenn man das auf der Suche nach Vergleichspunkten alles zusammenzählt, die Neuentdeckung des rumpeligen Sounds früherer Epochen in neuen Songs, Gitarrenblues als Basis, die Produzententätigkeit für andere mit ähnlich „gegenwärtiger Retro-Attitüde“, die live-in-the-Studio Ästhetik…  …ja, dann landet man beim wunderbaren Dan Auerbach und seinen The Black Keys. Der, obschon älter etwa zur gleichen Zeit wie DeWolff durchstartete und selbstverständlich auch ein Fan ist.

DeWolff (Foto: Satellite June)

Wer’s nach Liveerlebnis auch werden mag, hat am Freitag, 9. August um 20.30 Uhr im Liveclub Zauberberg, Franz-Stockbauer-Weg 1 in Passau, beim Konzert von DeWolff Gelegenheit dazu. Weitere Informationen, klangliche Eindrücke und Onlinetickets zum Vorverkaufspreis gibt es unter: www.zauberberg-passau.com.