Die Qual der Wahl: Was bringen Ausbildung oder Hochschulen für’s (Berufs-) Leben?

Den meisten hiesigen Arbeitgebern ist das Problem bekannt: Es herrscht ein Fachkräftemangel.

Trotz 4410 neu eingetragener Ausbildungsverhältnisse (IHK Niederbayern) zum neuen Ausbildungsjahr ab 1. September blieben zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt. „Wegen der anhaltend guten Konjunktur und des absehbaren Mangels an Facharbeitern und kaufmännischen Angestellten bieten die Betriebe zwar reichlich Lehrstellen an, aber es gibt nicht genügend Bewerber“, sagt auch Walter Keilbart, Hauptgeschäftsführer der IHK.

Das Problem: Immer mehr junge Menschen entscheiden sich nach dem Schulabschluss für eine weiterführende Ausbildung, Universitäten und Hochschulen erleben einen großen Andrang. Dabei werden die Absolventen oft vom Alltag überrascht, denn Unternehmen sind zwar auf der Suche nach Akademikern, die weitaus größere Lücke besteht aber bei beruflich Qualifizierten, die zuerst eine Ausbildung absolviert und dann eine Weiterbildung aufgesattelt haben. Eine Festanstellung ist daher für die Hochschul-Absolventen nicht immer einfach zu finden.

Zudem sind gerade in der heutigen Zeit die Karrierechancen für Berufstätige mit einer Ausbildung besser denn je. Genau hier setzt auch die IHK mit ihren Maßnahmen zur Berufsorientierung an: So werden etwa spezielle „Ausbildungs-Scouts“ entsandt, um mit den Schülerinnen und Schüler zu kommunizieren, Fragen  zu beantworten und Erfahrungen zu teilen. Dabei geht es aber nicht um ein „Überreden“ oder gar „Umgarnen“ der Schülerinnen und Schüler: „Den individuellen Karriere- und Bildungsweg kann niemand vorschreiben, diese Entscheidung muss jeder selbst treffen“, betont Walter Keilbart. „Aber es sollten alle Möglichkeiten und Vorteile bekannt sein, die eine Karriere mit Lehre bieten – gerade auch im Vergleich mit der Hochschule.“


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