Statement von IHK-Präsident Leebmann zu internationalen Handelskonflikten

Die niederbayerischen Unternehmen sind auch auf internationalen Märkten erfolgreich, der Trend zu Protektionismus und nationaler Abschottung hinterlässt aber Spuren. „Dass in den USA die Diskussion um Strafzölle auf Autos und Fahrzeugteile nun von vorne losgeht, ist keine gute Nachricht für die niederbayerische Wirtschaft“, sagt daher IHK-Präsident Thomas Leebmann. „Selbst wenn die US-Regierung hier die nationale Sicherheit vorschiebt: Ein solches Vorgehen wäre ein klarer Verstoß gegen die Regeln der Welthandelsorganisation WTO. Diese Institution, die übrigens von den USA einst mitbegründet worden ist, sollte eigentlich der Garant für einen fairen weltweiten Handel sein und müsste entsprechend stärker auftreten.“ Anhand der Automobilindustrie werde die Bedeutung von Handelsbeschränkungen für die niederbayerische Wirtschaft besonders gut sichtbar, betont der IHK-Präsident, denn IHK-Erhebungen zufolge lässt sich fast jeder zweite Arbeitsplatz in Niederbayern dem umfassenden Wertschöpfungsbereich „Mobilität“ zuordnen. „Wenn durch verstärkten Protektionismus eine Spirale in Gang gesetzt wird, betrifft das aber eine ganze Bandbreite der in Niederbayern erfolgreich vertretenen Betriebe und Branchen, nicht allein die Automobilindustrie.“

Wenn internationale Vereinbarungen so in Frage gestellt werden, steigt die Verunsicherung. Die Folgen zeigen sich bereits jetzt deutlich, erläutert Leebmann: „China hat die USA aktuell vom Spitzenplatz bei den bayerischen Handelspartnern verdrängt. Auch der Austausch mit Großbritannien – aufgrund des Brexits das zweite Sorgenkind der niederbayerischen Exportwirtschaft – hat deutlich nachgelassen.“ Umgekehrt zeigt die Statistik steigende Importe aus der EU nach Bayern. „Das wird in der Diskussion bisweilen vergessen: Export und Import hängen zusammen. Selbst wenn man eine Volkswirtschaft abschotten würde – auch die USA sind auf Importe angewiesen und können sich nicht aus dem weltweiten Wettbewerb ausklinken“, verdeutlicht Leebmann.