Chefarzt Keller: „Kinderärzte-Nachwuchs in der Region muss jetzt in Angriff genommen werden“

Niederbayern/Passau. „Die kinderärztliche Versorgung in der Region muss heute angegangen werden – es reicht nicht darüber zu sprechen, sondern wir müssen tätig werden und uns darum bemühen, dass sich junge Ärzte auch bei uns im ländlichen Raum gut und gerne niederlassen“, betont Prof. Dr. Matthias Keller, Chefarzt der Kinderklinik Dritter Orden Passau.

Gemeinsam mit der Stiftung Kinderlächeln hat das Kinderklinik-Direktorium daher ein Konzept für Stipendien für Medizinstudierende entworfen. Dieses richtet sich an alle Studierenden der Humanmedizin mit Interesse an der Kinder- und Jugendmedizin aus der Region. „Wir haben die Problematik längst erkannt und wissen um die Dringlichkeit, wenn es um die Sicherstellung der medizinischen Versorgung für unsere Kinder geht“, will auch die Vorsitzende des Stiftungsvorstands, Dr. Maria Diekmann, anfügen und begründet damit das Engagement der Stiftung für dieses neue Projekt.

Schon in der Vergangenheit hat sich die Stiftung dem kinderärztlichen Fachkräftemangel angenommen und das sogenannte Rotationskonzept „Praxis auf Probe“ maßgeblich gefördert. Hier gehen Assistenzärzte für mindestens ein halbes Jahr in eine Kinderarztpraxis in der Region, um dort wichtige Erfahrungen zu sammeln und um eventuell Interesse an einer Niederlassung zu ecken – erste Fachärzte haben sich über diesen Weg in der Region bereits niedergelassen. „Um die ärztliche Versorgung auf Klinikseite zu sichern, müssen die Stellen natürlich nachbesetzt werden, was einen erheblichen Mehraufwand bedeutet. Genau hier greift die Unterstützung der Stiftung, die diese Mehrkosten auffängt“, erklärt Diekmann.

Auch im Zuge des neuen Projekts übernimmt die Stiftung Kinderlächeln einen wesentlichen Teil der Kosten. So stellt sie für die Ausbildung (6. bis 12. Semester) eine monatliche Studienbeihilfe von 400 Euro zur Verfügung. „Das praktische Jahr absolvieren die Stipendiaten in der Kinderklinik Dritter Orden Passau. Im Gegenzug verpflichten sich die Stipendiaten, nach Abschluss des Studiums für mindestens drei Jahre als Assistenzarzt an der Kinderklinik zu bleiben“, erklärt der Chefarzt den Modus.

Bewerben kann sich jeder Studierende der Humanmedizin ab dem 6. Semester. Auch ein „Quereinstieg“ in einem höheren Semester ist möglich. „Das Bewerbungsverfahren wird dann kontinuierlich und somit auch im laufenden Semester durchgeführt“, so Keller – hocherfreut, dass in Zusammenarbeit von Kinderklinik und Stiftung ein weiterer Baustein entstanden ist, der den Nachwuchs an Kinderärzten in der Region nachhaltig sichert und fördert.

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