Die Stadt Passau hat wohl unstrittig ein Verkehrsproblem. Viele Straßen weisen im Stadtgebiet höchste Verkehrsmengen auf. Auf dem stark befahrenen Anger fahren jeden Tag über 34.000 Kfz – mehr als auf dem Autobahnabschnitt der A 3 zwischen Passau-Mitte und Passau-Nord. Südlich der Donau passieren über 27.000 motorisierte Verkehrsteilnehmer die B 8. Jeder Unfall, jedes defekte Fahrzeug, jede Straßenbaustelle führt zu Staus und Verkehrschaos. Um diesen Zustand zu verbessern, gibt es das Dialogforum. Dort sollen Konzepte und Lösungsmöglichkeiten für Passaus große Verkehrsprobleme erarbeitet werden, die auch massive Auswirkungen auf das Umland haben. Dafür muss man aber die Probleme kennen.

Vor einem Straßenbau stehen weitere Fragen: Wie lässt sich der öffentliche Personennahverkehr verbessern? Wo sind Park-and-Ride-Angebote sinnvoll? Wo lässt sich das Verkehrsnetz durch Radwege ergänzen? Diese Fragen müssen beantwortet werden, um eine Lösung für die Passauer Verkehrsprobleme zu erarbeiten. Das StBA ergreift hier die Initiative.

Um die Grundlagen für ein umfassendes Verkehrskonzept zu ermitteln, sind die aktuell laufenden Erhebungen erforderlich. Drei Tage zur Befragung an verschiedenen Standorten im Raum Passau reichen dafür aus. „Wenn man als Verkehrsteilnehmer ernsthaft daran interessiert ist, die Verkehrssituation in Passau zu entzerren und dauerhaft zu verbessern, kommt man an diesen Erhebungen für das Verkehrsgutachten nicht vorbei“, sagt Leitender Baudirektor Robert Wufka, der Leiter des Staatlichen Bauamts Passau.

Dass die Befragungen während des Berufsverkehrs zu Beeinträchtigungen führen, lässt sich nicht vermeiden. „Die Gutachter brauchen einen Überblick über das Verkehrsgeschehen im Berufsverkehr. Wer fährt nach Passau rein, wer fährt nur durch Passau durch, um zu seinem Arbeitsplatz zu gelangen, wie viele Kilometer fährt er – diese Informationen sind wichtig für deren weitere Arbeit, auch um die Leistungsmöglichkeiten des öffentlichen Personennahverkehrs beurteilen zu können“, sagt Wufka. Leider gibt es keine andere Möglichkeit, diese Informationen zu ermitteln. Eine digitale Befragung wäre nicht repräsentativ, eine reine Zählung der Fahrzeuge bringt keinen Aufschluss über Herkunft und Ziel. „Die Verkehrsteilnehmer müssen einige Tage etwas Geduld mitbringen. Am Ende profitieren aber alle von den gewonnenen Ergebnissen“, ist Wufka überzeugt.

Zusammen mit den bereits im März erhobenen reinen Verkehrszahlen bilden die bei den Befragungen ermittelten Daten die Grundlage, auf der das Dialogforum weiterarbeiten will. „Nur in der Zusammenarbeit vieler Partner und mit fundierten Informationen kann für die Stadt Passau und den östlichen Landkreis eine Lösung gefunden werden“, erklärt Robert Wufka.

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