Perlesreut. Die stellvertretende agrarpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Rita Hagl-Kehl, traf sich mit Bürgermeister Manfred Eibl und der Projektmanagerin der Öko-Modellregion Ilzer Land, Corinna Ullrich, um sich über die Fortschritte im Ausbau der regionalen Wertschöpfungskette für Bioprodukte zu informieren.

Die ILE Ilzer Land möchte durch Bewusstseins- und Bildungsarbeit nicht nur Landwirte, sondern auch Verarbeiter, Vermarkter und Verbraucher von den Vorteilen des ökologischen Landbaus überzeugen. Der ökologische Landbau sorgt nicht nur für gesunde Produkte, sondern auch für eine intakte Landschaft. Die Schwerpunkte in der Projektarbeit liegen für Corinna Ullrich in der Stärkung der ökologisch wirtschaftenden Erzeuger, der Wissensvermittlung über Ökolandbau an Kinder und Erwachsene, der Umstellung von der Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie, der Landschaftsentwicklung und natürlich im Tourismus. Corinna Ullrich ist hier die erste Ansprechpartnerin. Landwirte, die ihren Betrieb umstellen wollen, können sich bei ihr über die Grundvoraussetzungen und das weitere Vorgehen informieren.

“Damit sich unsere Produkte auf dem Markt behaupten können, müssen wir mit Qualität überzeugen. Dies ist eine große Chance, gerade für unsere Region“, so Bürgermeister Manfred Eibl. Dem konnte Rita Hagl-Kehl, die in ihrer Funktion auch für den Bereich Direktvermarktung zuständig ist, nur zustimmen. “Wenn wir wissen, wo unsere Nahrung herkommt und wie sie hergestellt wird, sind sicher viele Verbraucher bereit, durchaus mehr dafür zu bezahlen. Und wenn die Kinder das bereits in der Schule lernen und auch lernen wie man mit den Produkten richtig umgeht, dann werden sie später nichts anderes essen wollen“, so Rita Hagl-Kehl.

Bürgermeister Manfred Eibl, Corinna Ulrich (Mitte) und Rita Hagl-Kehl

Bürgermeister Manfred Eibl, Corinna Ulrich (Mitte) und Rita Hagl-Kehl

Alle Anwesenden waren sich darin einig, dass umstellungswillige Landwirte mehr Unterstützung brauchen – finanziell und durch qualifizierte Beratung. Hierin liegt auch eines der Hauptprobleme – die mangelhafte Ausbildung an den Landwirtschaftsschulen im Bereich Ökolandbau. Die Landwirtschaftsschüler sollen wirklich die Wahl haben, in welche Richtung sie gehen wollen. Von daher sind im Ökolandbau ausgebildete Lehrer dringend notwendig. Corinna Ullrich zufolge, sollte sich die Förderung an den Ziel- und nicht an den Ist-Größen orientieren. “Wenn wir 20% Ökolandbau wollen, dann sollten mindestens 20% Ökolandbau an den Landwirtschaftsschulen unterrichtet werden. Außerdem brauchen wir mehr Geld für die Ökoforschung und die allgemeine Bildungs- und Aufklärungsarbeit“, fordert die Agrarwissenschaftlerin. “Ich wünsche mir, dass die Landwirte in den Ilzer Land-Gemeinden das bereits bestehende Angebot nutzen und sich informieren. In unserer kleinbäuerlichen Landwirtschaft gilt es neue Wege zu gehen, aber sicherlich werden auch viele den Mut haben, ihren Betrieb zukunftsfest aufzustellen“, so Corinna Ullrich weiter. Hinsichtlich finanzieller Förderungen sei eine zielorientierte und nachhaltige Förderung wesentlich sinnvoller als Förderungen nach dem Gießkannenprinzip. Hierzu merkte die Abgeordnete an: “Die Erhöhung der Mittel für die Ökolandwirtschaft ist ein ständiger Kampf. Erst vergangene Woche habe ich für eine Erhöhung der Mittel im Bundesprogramm “Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft“ im Bundestag gestritten, da ich weiß, wie wichtig das für unsere Heimat ist.“ Abschließend bedankte sich Hagl-Kehl für das informative Gespräch und für das Engagement der Ilzer Land-Gemeinden die Region voranzubringen.

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