„111 Orte in und um Passau, die man gesehen haben muss“ – ein neuer Passauer-Führer zum Verschenken und zum Selberlesen

(von Tobias Schmidt)

Im unter anderem für seine Regionalkrimis bekannten Kölner Emons Verlag erscheint am 22. November ein Reise- und Entdeckungsführer über die Dreiflüssestadt. Auf 241 Seiten stellen die aus Passau stammende Journalistin Christine Hochreiter und der in Neukirchen vorm Wald lebende Fotograf Frank Klein „111 Orte in und um Passau, die man gesehen haben muss“ vor.

Das Buch ergänzt eine Reihe mit Entdeckungsbüchern jeweils zu „111 Orten“, die fast alle bayerischen Regionen abdeckt, leicht lesbar ist, und neben touristischen Destinationen auch auf versteckte Winkel aufmerksam macht. Weshalb es rechtzeitig vor Weihnachten auf dieses Buch hinzuweisen gilt, denn es hat hohes Erst-selbst-lesen-dann-verschenken-Potenzial. Was steckt zum Beispiel drin? Ganz viele Orte, an denen man als Passauer allzu schnell vorbei geht: Die ehemalige Kaffeerösterei Beham, heute Rabby, im Bratfischwinkel zum Beispiel, die ein wenig traurig stimmende Geschichte der roten, englischen Telefonzelle vorm Audimax der Universität, unscheinbares Stadtgrün wie die Löwenmäulchen in der Carlonegasse, der Geistliche Weg im Stadtpark Freudenhain, der jüngst wieder ertüchtigte Glaspalast im Innstadtkellerweg, die Graffiti-Hall of fame. Die Autoren beschränken sich also wirklich nicht auf die pittoreske Altstadt, sondern suchen charmante, vergessene, unscheinbare oder auch polarisierende Orte in den Stadtteilen auf. Natürlich muss das Dackelmuseum „Alte Residenz“ in diesem Buch erwähnt sein, die Zeitkapsel Autohaus Hausmann ist drin, die Gründerstadt natürlich mit MyMüsli, das Hutatelier Spatz sowie diverse Kirchen und Ateliers.

Aber es finden sich auch das Arboretum im Neuburger Wald und der Paradiesgarten auf der Neuburg, die mit der Neuen Mitte versöhnende „Oide Dult“, der Eisenbahnverein, Passaus ältester Marienwallfahrtsort, die Krypta der Universitätskirche St. Nikola, der Langlebenhof darin. Natur und sozialem Leben gibt dieses Buch Raum, nicht nur altem Stein. Man erfährt etwas zur Wunderkammer der Staatlichen Bibliothek, über Instrumentenbauer oder das Mathe-Museum an der Universität. „Schwierige“ Themen wie die Nibelungenhalle erzählt Hochreiter über den heute in der Ilzstadt befindlichen Grundstein des Baus, die Niedernburg Fresken sind Ausgangspunkt für die reichsweite Bedeutung dieses Nonnenklosters im Hochmittelalter.

Eine spannende Lektüre, bei der man sich über das reichhaltige Leben in unserer Stadt freut. Kurzweilig ist das Buch obendrein; jedem der 111 Orte sind je eine Text- und Bildseite gewidmet.
Das Buch ist für 16,95 Euro im Buchhandel erhältlich. Zweitkauf nicht ausgeschlossen – weil man immer wieder einmal selbst hinein schmökern möchte. „111 Orte in und um Passau, die man gesehen haben muss“ taugt also auch für „Bücherselberbehalter“.

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