Bad Birnbach. Die parlamentarische Staatssekretärin Rita Hagl-Kehl, MdB (SPD) informierte sich gemeinsam mit den Landtagskandidaten Valentin M. Kuby und Bettina Blöhm und dem örtlichen Marktgemeinderat Ludwig Stummer über das Geschäftsmodell des Familienbetriebs Sachs – Fenster mit Herz.

Inhaberin und Geschäftsführerin Gudrun Sachs erläuterte, dass der Betrieb vor 50 Jahren von ihrem Vater gegründet und 1999 an sie übergeben wurde. Der Erfolg des Unternehmens liege Gudrun Sachs zufolge in der Qualität der Produkte – Fenster, Türen und Wintergärten aus Kunststoff und Aluminium – und an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich mit dem Unternehmen identifizierten. Zudem werde seitens der Kunden sehr wertgeschätzt, dass alles aus einer Hand komme. Die firmeneigene Produktion, der eigene Verkauf, der eigene Kundendienst und vor allem der eigene Montagetrupp garantiere die hohe Qualität und somit die Zufriedenheit der Kunden. Ludwig Stummer – der selbst jahrelang Betriebsrat war – ergänzte hierbei, dass die Firma Sachs als Arbeitgeber von der Arbeitnehmerschaft sehr geschätzt werde.

Sorge bereite Gudrun Sachs der Fachkräftemangel im Handwerk. Sie plädierte dafür, dass die jungen Geflüchteten eine Chance bekommen sollten, eine Lehre zu machen. Man dürfe das Potenzial dieser Menschen nicht einfach liegen lassen. „Diese Menschen sind hoch motiviert und wir können sie brauchen“, so Gudrun Sachs. Dem konnte Rita Hagl-Kehl, MdB nur beipflichten: „Egal ob ich mit Vertretern der IHK spreche oder mit Trägern von Pflegeeinrichtungen, alle sagen mehr oder weniger das Gleiche. Wir brauchen diese Menschen und sollten ihnen die Chance geben, sich durch Ausbildung und Arbeit zu integrieren.“ Landtagskandidat Valentin M. Kuby ergänzt: „Deutschland ist ein Einwanderungsland, dass jetzt endlich ein Einwanderungsgesetzt kommt, ist bitter nötig und war überfällig. Jetzt ist es geboten, logisch zu handeln und das bedeutet der Spurwechsel vom Asylrecht hin zum Einwanderungsrecht. Momentan schiebt Deutschland Pflegekräfte ab und wirbt Pflegekräfte an. Dieses paradoxe Verhalten muss enden.“

Nicht nur als Unternehmerin ist Gudrun Sachs eine beeindruckende Persönlichkeit. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrung als Mutter einer Tochter mit Down-Syndrom hatte Gudrun Sachs vor über zehn Jahren den Verein „3×21″ – Gesprächskreis Down-Syndrom Rottal-Inn e. V.“ gegründet. Ziele dieses Vereins sind unter anderem der Abbau von Vorurteilen und die Überwindung von Berührungsängsten. Außerdem bietet der Verein Rat und Unterstützung für Eltern, die ein Kind mit Down-Syndrom erwarten.