Freuen auf den Passauer Konzertwinter. Motto diesmal: Klang der Frauen

(von Tobias Schmidt)

Passau. Für Klassikfreunde könnte die Zeit zwischen dem Ende der Sommerferien und dem Advent in diesem Jahr hektisch werden. Zum Europäischen Jugendmusikfestival „Young Classic Europe“, dem Saisonbeginn beim Konzertverein Passau, beim Kammermusikverein Passau und dem Passauer Konzertwinter gesellen sich heuer noch pandemiebedingte Nachholtermine, die terminlich verlegten Europäischen Wochen sowie die diesmal als Gitarrenwochenende im Oktober veranstalteten Passauer Saiten. Da lohnt es sich doch frühzeitig bereits einen ersten Ausblick auf den Passauer Konzertwinter der Gesellschaft der Musikfreunde Passau zu wagen, der dieser Tage mit seiner neu gestalteten Website online geht.

Die menschliche Stimme und ihre vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten stehen bei dieser Konzertreihe alljährlich im Mittelpunkt. Sechs Musikabende wird die unter dem Titel „Klang der Frauen“ stehende Saison 2020/21 umfassen. Es fällt auf, dass heuer kein großes Chorwerk auf dem Programm steht (wie auch, eine Viruspandemie macht jeglichen Probenbetrieb unberechenbar). Vielmehr betont das Konzertwinter-Kurat diesmal die liedhafte Seite und den mutigen Crossover-Einschlag der vergangenen Jahre.

Marlis-Petersen (Foto: Yiorgos Mavropoulos)

Am 20. November stellen GEMA4 die in Kuba lange gepflegte Tradition des A capella-Vokalquartetts vor. Són, Bolero und ein klein wenig DooWop hier und da, diese vier „Edelsteine“ schimmern musikalisch ausgesprochen vielfarbig („gema“ = Spanisch für „Juwel“, die Edelsteinkunde nennt man auch „Gemmologie“).

Gema4 (Foto: Fernando Prats)

Interplanetaren Fragen wie „Mond oder Stern?“ stellen sich die Kontrabass spielende Chansonniere Anna Veit und Pianist Michael Gumpinger am 12. Dezember. Am 29. Januar 2021 folgt dann eine auf den Opernbühnen Europas und in Übersee gefeierte Sopranistin: Marlis Petersen, diesmal als Liedinterpretin gemeinsam Pianist Stephan Matthias Lademann und beider Programm „Innenwelten“ zu erleben. Dies sind in Tönen geronnene Seelenregungen von Franz Schubert bis zu Reynaldo Hahn.

Am 27. Februar kommenden Jahres entführen dann The Curious Bards und Ilektra Platiopoulou in die Welt der Jigs, Airs und Reels. Keiner der Musiker kommt tatsächlich aus Irland oder Schottland, aber warum nicht das in den Kaderschmieden der Historischen Aufführungspraxis Erlernte einmal auf barocke Tanzmusik anwenden und „Neue Folk-“ bzw. „Alte Weltmusik“ kreieren?

Und schließlich dürfen auch einmal die Männer mitsingen: Eine feste Größe auf Alte Musik-Festivals ist das Schweizer Ensemble Voces Suaves. Und „T’amo Mia Vita“ heißt ihr am 13. März im klanglich passenden Gotischen Langhaus von Kloster Niedernburg vorgestellte Programm mit Liebesmadrigalen Claudio Monteverdis.

Beim letzten Konzert „Flos inter spinas“ („Blüten unter Dornen“) des kommenden Passauer Konzertwinters am 16. April 2021 besingt schließlich das Prager Tiburtina Ensemble in mehrstimmigen Motetten aus dem 13. und 14. Jahrhundert die vier jungfräulichen Märtyrerinnen der frühen Kirche: Katharina von Alexandrien, Barbara von Nikomedien, Dorothea und Margareta von Antiochia.

Mehr zu den Konzerten ist zu finden auf der neuen Website www.passauer-konzertwinter.de. Der Online-Kartenvorverkauf startet am 1. August 2020 und läuft momentan ausschließlich über www.okticket.de, Karten-Reservierungen sind aufgrund der Corona-Hygiene-Maßnahmen leider nicht möglich.   

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