Passau. Polizeivizepräsident Anton Scherl überreichte am 28. März 2017 beim jährlichen Sicherheitsgespräch den Sicherheitsbericht 2016 für den Landkreis Passau an Landrat Franz Meyer.

Bei der Bekanntgabe des Berichts im Passauer Landratsamt, wies Herr Scherl bei der Gesamtkriminalität darauf hin, dass die Fallzahlen mit und ohne ausländerrechtliche Verstöße ausgewertet wurden. Aufgrund des erheblichen Rückgangs der Flüchtlingsströme waren die Zahlen unter Berücksichtigung der ausländerrechtlichen Verstöße deutlich rückläufig.

Die Gesamtkriminalität, ohne Berücksichtigung der ausländerrechtlichen Verstöße, stieg im Vergleich zum Vorjahr um 262 auf insgesamt 5.401 Fälle. Dies bedeutet einen Anstieg von 5,1 Prozent.

Um die Kriminalitätsbelastung vergleichbar darzustellen, wird die sogenannte Häufigkeitszahl verwendet. Diese errechnet sich aus den angezeigten Straftaten pro Jahr, gerechnet auf 100.000 Einwohner. Für den Landkreis Passau ergab sich ein Anstieg der Häufigkeitszahl um 4,0 Prozent, von 2.759 auf 2.868 Fälle. Damit liegt der Landkreis Passau deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 4.785. Die Aufklärungsquote stieg erfreulicherweise auf 69,3 Prozent (+1,8 Prozent) und liegt damit sowohl über dem niederbayerischen (67,8 %), als auch über dem bayerischen Durchschnitt (63,7 %).

Bei der Straßen- und Diebstahlkriminalität war ein leichter Rückgang zum Vorjahr zu verzeichnen. Zur Straßenkriminalität zählen alle Straftaten, die im öffentlichen Raum begangen werden. Die Zahl der angezeigten Fälle betrug 820, ein Rückgang um 4 Delikte (-0,5 %). Im Bereich der Diebstahlskriminalität wurden insgesamt 1.434 Fälle angezeigt (-1,4 %). Eine erfreuliche Entwicklung ist im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls zu vermelden. Im Berichtsjahr wurden 50 Fälle weniger registriert als im Vorjahr; dies entspricht einem Rückgang von 40,7 Prozent.

Die Zahlen der Rauschgiftkriminalität hingegen stiegen um 163 auf insgesamt 453 Fälle (+56,2 Prozent). Bei Rauschgiftdelikten handelt es sich überwiegend um Kontrolldelikte, d.h. es besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Fallaufkommen und den polizeilichen Kontrollerfolgen.

Im Landkreis Passau wurden 2016 insgesamt 5.962 Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen. Dies stellt einen leichten Anstieg um 62 Unfälle (+1,1 %) gegenüber dem Vorjahr dar. Die Zahl der Verkehrstoten blieb im Berichtsjahr unverändert (12 Tote). Die Zahlen der Alkohol- und Drogenunfälle blieben nahezu gleich. Während bei den Geschwindigkeitsunfällen ein Anstieg um 68 (+28,7 %) auf insgesamt 305 Verkehrsunfälle zu verzeichnen ist, fielen die Anstiege bei den Fahrrad- und Wildunfällen geringer aus. Im Jahr 2016 wurden 116 Fahrradunfälle (+13,7 %) und 2.628 Wildunfälle (+0,3 %) registriert.

Abschließend betonte Polizeivizepräsident Scherl, dass die niederbayerische Polizei auch in Zukunft alles daran setzen werde, die objektive Sicherheit zu erhöhen und das Sicherheitsgefühl der niederbayerischen Bevölkerung zu stärken. „Eine optimale Zusammenarbeit zwischen der Bevölkerung, den Sicherheitsbehörden und der Polizei schafft die Basis für eine gute Sicherheitslage in Niederbayern“, so Anton Scherl.

Landrat Franz Meyer zeigte sich bei dem Gespräch zufrieden mit den Zahlen im Kriminalitäts- und Verkehrsunfallbereich und betonte, dass er großen Wert darauf legt, diesen Standard auch in Zukunft bei weiterhin guter Zusammenarbeit beizubehalten.
Der Landrat sagte diesbezüglich seitens des Landratsamtes weiterhin seine volle Unterstützung zu und bedankte sich aus seiner Sicht für die gute Zusammenarbeit mit der niederbayerischen Polizei.

(Bild: Reihe unten von links: KOR Alfons Rösser (KPI Passau), Landrat Franz Meyer, PVP Anton Scherl, ORRin Verena Schwarz (Leiterin der Abteilung öffentliche Sicherheit und Ordnung beim LRA Passau)

Reihe Mitte von links: EPHK Wolfgang Meier (PI Vilshofen), PHK Franz Dadlhuber (PSt Pocking), EPHK Laurentius Hobelsberger (PI Hauzenberg), EPHK Hans-Joachim Neppl (VPI Passau)

Reihe hinten von links: PHK Ulrich Rottbauer (PSt Tittling), PD Stefan Schillinger (PI Passau), EPHK Gerhard Eichinger (PI Bad Griesbach)

Foto: Polizeiinspektion Passau)

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