Schulung Ilzer Land mit Seniorenakademie – Wie funktionieren soziale Netzwerke – keine Scheu vorm Ausprobieren

Perlesreut. „Es muss einfach auch Spaß machen“, ermunterte die Referentin Katja Bröckl-Bergner die Teilnehmer des Workshops Digitalisierung am vergangenen Montag in der Bauhütte Perlesreut. Das Ilzer Land veranstaltete dort zusammen mit der Seniorenakademie Bayern einen Praxistag und hatte dafür die Seniorenbauftragten der Region, aber auch alle anderen Interessierten eingeladen.

Die meisten hatten ihre Laptops, Handys oder Tablets mitgebracht und die Umfrage ergab, dass viele von ihnen bereits auf einem oder sogar mehreren sozialen Netzwerken unterwegs sind. Aber nicht nur sie standen im Fokus, sondern auch sog. Messenger Dienste.

Die Referentin stellte dabei den Marktführer WhatsApp ebenso in den Fokus, wie kleinere Alternativen, die auf Transparenz in Sachen Datenschutz setzen, wie Signal. Fleißig klickten und drückten sich die Teilnehmer durch die Menüführung, die Einstellung für Privatsphäre und andere Optionen. Sehr detailliert gab Bröckl-Bergner Auskunft über das, was mit Daten im Netz passieren kann, wenn man dort Einstellungshäkchen falsch setzt. „Die großen Facebookpartys, bei denen 3000 ungebetene Gäste kommen, sind zwar mittlerweile die Seltenheit, aber trotzdem lohnt es sich einmal die Einstellungen näher anzusehen“, meinte sie. „Mein Profil wurde einmal gelöscht, seither mag ich nicht mehr und trau mich auch nicht“, meinte eine Teilnehmerin. Bröckl-Bergner versuchte ihr die Scheu zu nehmen und erklärte die Mechanismen, die hinter Löschungen stehen können, aber auch die Möglichkeit ein Profil zu reaktivieren. „Trotzdem muss uns klar sein, die sozialen Netzwerke sind nicht gratis, wir bezahlen mit unseren Daten““, meinte sie.

„Und was passiert nach dem Tod mit Ihren Daten?“, diese Frage stellte die Referentin am Anfang des großen Blocks zum Thema Privatsphäre und Datenschutz in den Raum. Einige Anbieter haben bereits die Möglichkeit geschaffen, einen Nachlassverwalter einzutragen. Dieser muss dafür allerdings auch selbst im jeweiligen Netzwerk aktiv sein. „Eine andere Möglichkeit ist eine Passwort-App“, erklärte Bröckl-Bergner. Dabei muss nur ein einzelnes Passwort vererbt werden, mit dem man von allen Endgeräten aus auf die übrigen Passwörter zugreifen kann. „Im Testament sollten sie daher auch ihre digitalen Daten berücksichtigen.“ Dieses Thema wird aktuell auch in Fachtagungen diskutiert, weil die Profile von Verstorbenen „tatsächlich herumgeistern.“ Man wird an Geburtstage erinnert oder bekommt die Aufforderung sich doch einmal wieder bei jemanden zu melden.
Martin Geier, der Bürgermeister von Schöfweg zeigte sich von der ersten gemeinsamen Veranstaltung zwischen Seniorenakademie und Ilzer Land begeistert. „Ich hoffe wir werden weitere Termine finden, um interessante Veranstaltungen in die Region zu holen.“