Ehrenamtliche Naturschutzwächter und Naturpark-Ranger bauen Absperrungen um die Pingen des Bergwerkes Rotkot

Zwiesel Die Naturschutzwächter Alfred Baierl, Thomas Ballmann und Erhard Dick, gleichzeitig Revierleiterhaben zusammen mit Naturpark-Ranger Martin Graf beim Bergwerk Rotkot nahe Zwiesel die Pingen des historischen Bergstollens mit einer Absperrung umzäunt. Pingen sind trichterförmige Vertiefungen, welche meist durch Einsturz alter Tiefbaugruben entstehen. Sie sind somit durch den Menschen geschaffene Anlagen und sollten daher gesichert werden.

Mehr als 100 Fledermäuse haben im Bergstollen bei Rotkot ihr Winterquartier. Nach dem Silberberg bei Bodenmais, einem wesentlich größeren alten Bergwerk, ist der Stollen in Zwiesel das artenreichste und größte Fledermauswinterquartier in ganz Niederbayern. Mindestens zehn streng geschützte Fledermausarten wurden dort nachgewiesen, unter anderem das Große Mausohr, die Mops-, die Bechstein- und die Bartfledermaus. 2009 wurde hier erstmals im Bayerischen Wald die Kleine Hufeisennase wiederentdeckt. Um diese Fledermausarten zu schützen, hatte der Landkreis Regen bereits 2016 das Bergwerk mit Hilfe von 75 % Zuschuss aus dem Bayerischen Naturschutzfonds gekauft. Nachdem anschließend der einsturzgefährdete Eingangsbereich saniert worden war, konnte das Quartier dauerhaft erhalten bleiben und die Bestände kontrolliert werden. Problematisch waren bisher nur noch die Pingen oberhalb des Bergwerkes. Um Gefahren für Waldbesitzer und Freizeitnutzer auszuschließen, hat der Landkreis deshalb jetzt gehandelt.

Monika Knauf-Schöllhorn vom Landratsamt Regen beauftragte daraufhin den ehrenamtlich arbeitenden Naturschutzwächter und Fledermausfachberater Alfred Baierl mit der Problemlösung. Mit der Hilfe seiner beiden Naturschutzwacht-Kollegen Thomas Ballmann und Erhard Dick sowie Naturpark-Ranger Martin Graf konnte vergangenen Samstag gleich losgelegt werden. Das Material stammte aus der Werkstatt des Naturparks Bayerischer Wald. Zum Glück für die Arbeiter stellte Michael Bauer aus Griesbach sich und seinen Traktor zur Verfügung, um das Material zu den Pingen am Bergwerk zu transportieren. Nach insgesamt 3 Stunden schweißtreibender Arbeit war das Team bereits fertig. Dank dem Engagement aller Beteiligten ist nun in Rotkot nicht nur die Fledermaus sicher, auch die Freizeitnutzer und Waldbesitzer können sicheren Fußes unterwegs sein.

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