Die Stapfer-Kreuzung in Kirchham (Lkr. Passau) gilt seit geraumer Zeit als Unfallschwerpunkt. Eine Sichtblende soll ein weiterer Schritt sein, um die Gefahrenstelle schnell zu entschärfen. Über die weitere Vorgehensweise haben Vertreter der Gemeinde Kirchham kürzlich bei einem Treffen mit Ltd. Baudirektor Robert Wufka, dem Leiter des Staatlichen Bauamts Passau, der zuständigen Abteilungsleiterin Eva-Maria Honigl sowie MdL Walter Taubeneder beraten

Kirchham. Der Verkehr auf der Staatsstraße 2110, die schnurgerade an Kirchham vorbeiführt, liegt bayernweit über dem Durchschnitt. Wenn der Autobahn-Anschluss zur A 94 erst einmal fertig ist, befürchtet Kirchhams Bürgermeister Anton Freudenstein noch weit höhere Fahrzeugzahlen: „Die Stapfer-Kreuzung ist jetzt schon ein Unfallschwerpunkt. Wenn der Verkehr vom Autobahn-Anschluss noch dazukommt, ist die Kreuzung überlastet.“

Die Unfallkommission des Landkreises, die sich aus Vertretern des Staatlichen Bauamts Passau, des Landratsamtes Passau sowie der Polizei zusammensetzt, hat die Kreuzung begutachtet. Als Sofortmaßnahme wurde vorgeschlagen, eine Sichtblende zu errichten. „Damit werden Autofahrer, die aus Richtung Waldstadt kommend die Staatsstraße queren oder nach links in Richtung Egglfing abbiegen wollen, gezwungen, sich an die Kreuzung heranzutasten, stehenzubleiben und genau zu schauen“, sagt Abteilungsleiterin Eva-Maria Honigl. Zwar befindet sich an der Kreuzung bereits ein Stoppschild. Doch die Erfahrung zeigt, dass viele Autofahrer die Geschwindigkeit des herannahenden Verkehrs unterschätzen und dann zu kurz am Stopp-Schild stehenbleiben.

„Zu 80 Prozent sind Vorfahrtsverletzungen die Ursache für die Unfälle“, bestätigt Bürgermeister Anton Freudenstein. Er und seine beiden Stellvertreter, Robert Bauer und Heinz Winklhofer, stimmen der Aufstellung einer Sichtblende zu – „wenn es der Sicherheit dient“. Ihrem Wunsch auf eine „ästhetische Gestaltung“ kommt Eva-Maria Honigl gern entgegen: „Es gibt sehr schöne Möglichkeiten aus Holz, man kann sich aber auch einmal ansehen, ob vielleicht eine Hecke die bessere Lösung wäre.“

MdL Walter Taubeneder gefällt der Vorschlag. Vor allem, weil er sich schnell und unkompliziert umsetzen lässt: „Das sorgt schon einmal für mehr Sicherheit. Dann können wir die Ergebnisse auswerten und sehen, wie wir weiter vorgehen.“

Die Sichtblende soll ein weiterer Schritt sein, die Kreuzung sicherer zu gestalten. Maßnahmen wie die Beschränkung auf 70 km/h oder der Bau der Fahrbahnteiler haben nicht die erhoffte Wirkung gebracht. Darüber hinaus wünscht sich der Kirchhamer Gemeinderat eine „intelligente Ampel“, die das Abbiegen erleichtern soll. „Die Ampel wäre eine schnelle Lösung“, bestätigt Robert Wufka, der Leiter des Staatlichen Bauamts Passau. Diese lässt sich kurzfristig umsetzen und kann dank intelligenter Schaltung für einen ungehinderten Verkehrsfluss sorgen und zugleich Fußgängern und Radfahrern eine sichere Querung der Staatsstraße ermöglichen. Eine „große Lösung“ mit einem kompletten Umbau der Kreuzung und höhenfreien Anschlüssen der beiden untergeordneten Straßen würde sich wegen des aufwendigen Genehmigungsverfahrens in die Länge ziehen. Doch auch ein Kreisverkehr könnte an dieser Stelle eine gute Lösung sein, erklärt Wufka: „Er passt zur Systematik in diesem Straßenzug – entlang der St 2110 gibt es bereits etliche Kreisverkehre.“ So schnell wie möglich will sich das Staatliche Bauamt Passau in Abstimmung mit dem Landkreis Passau nun an die Planung machen und sich eng mit der Gemeinde Kirchham abstimmen, um eine gute Lösung zu finden.

×

(Anzeige)

 

×