Junge Menschen auf dem Weg zum eigenen Unternehmen begleiten: Mit einem neuen Projekt will die Universität die Gründungskultur in Deutschland beflügeln

Passau (obx) –  Rund 600.000 Gründer gibt es jedes Jahr in Deutschland. Sie alle stehen vor denselben Fragen: Eignet sich meine Idee für eine Unternehmensgründung? Wie entwickle ich ein Geschäftsmodell? Wo finde ich Zugang zu einer Finanzierung? Die Universität Passau will mit einem besonderen Projekt den Entrepreneuren von morgen Rückenwind geben auf ihrer Gründungsreise. Das Ziel: Die niederbayerische Hochschule will mit der Initiative „Passau – The Entrepreneurial Campus“ zur Gründungsuni werden.

Das Projekt startete im September dieses Jahres. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Vorhaben mit rund zwei Millionen Euro. Neuartig und besonders erfolgreich an der Universität Passau sind laut Universitätspräsident Professor Ulrich Bartosch die beiden, fakultätsübergreifenden Zertifikatsprogramme zum Thema „Digital Technology und Entrepreneurship“. Nach seinen Worten stärken die geplanten Aktivitäten die bereits seit 2013 durch die Gründungsförderung am Transferzentrum und an der Universität bestehende Dynamik in der Unterstützung und Ausbildung gründungsinteressierter Studierender.
„So sind Aktivitäten geplant, die sich an Studierende aller Fakultäten richten und thematisch offen sein werden. Verstärkt sollen jedoch digitale Gründungen angeregt werden, die gleichzeitig einen nachhaltigen Anspruch haben, bei denen also die Schaffung sozialer, kultureller und ökologischer Werte verfolgt wird“, sagt Dr. Günther Hribek, Geschäftsführer am Transferzentrum der Universität Passau. Eine weitere große Rolle soll das Thema Interkulturalität spielen. So will die „Gründeruni“ Studierende der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften und insbesondere studentische Gründerinnen ansprechen und motivieren. Um in dieser Breite agieren zu können, sind das Transferzentrum sowie zahlreiche Lehrstühle und Institute aller Fakultäten am Projekt beteiligt. 

Im Detail sieht das Projekt vor, Studierende auf ihrer Gründungs-Reise von der Vorgründungsphase über den Markteintritt bis hin zur Frühfinanzierung durch Beratung und laufende Betreuung zu unterstützen. So sollen Ideen gemeinsam geprüft, Fördermöglichkeiten eruiert und praktische Tipps für eine Businessplan-Erstellung gegeben werden. Dazu werden neben der Gründungsförderung der Universität Passau auch Alumni, die selbst Unternehmen gegründet haben, ihre Erfahrungen teilen. Zudem steht erfahrenen Coaches, Mentoren sowie Investoren ein etabliertes regionales Gründungsnetzwerk zur Verfügung. 

Gründungsbotschafter sollen zudem die Bedeutung des Themas Entrepreneurship kommunizieren. „Eine gründungsaffine Community soll dabei helfen, Gründungsinteressierte direkt zu erreichen und untereinander zu vernetzen“, sagt Gründungsberaterin Helene Schneider. Spezielle Ideation-Workshops helfen den Studierenden bei der Entwicklung von ersten Ideen. Im Bereich der Qualifizierung widmen sich Start-up-Hubs den Schwerpunkten „Digitalisierung“, „Nachhaltigkeit“, „Interkulturalität“ und dem übergreifenden Thema „Business Models“. 

Start-up-Hubs werden, so sieht es der Plan vor, Gründungsinteressierte, erfahrene Gründer sowie Experten im Startup-Ökosystem zusammenbringen, um gemeinschaftlich gründungsbezogene Themen und Projekte anzuschieben. Geplant sind auch spezielle Lehrveranstaltungen mit Titeln wie „Einführung in das Unternehmertum“ und eine Begleitung durch die „Law Clinic“ des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Medien- und Informationsrecht. Daneben sollen Startup-Weekends organisiert werden, die praxisnah von der Ideenfindung bis zum Pitch Kompetenzen vermitteln.

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