Die Al Jones Band ist am 24. Februar beim Hafnerwirt zu Gast

(von Tobias Schmidt)

Perlesreut. Es soll ja durchaus Leute geben, denen an Rosenmontag der Sinn nicht nach kollektiver Narretei in nasskaltem Wetter steht. Sondern eher nach der wohligen Wärme und Wahrheit, wie sie in den zwölf Takten des Blues steckt. Ob traditionell oder mit rhythmischen Ecken und Kanten gespielt, ob akustisch oder elektrifiziert, Hauptsache es gibt gute alte, Geschichten zu hören.

Geschichten von Siegen und Niederlagen, vom Lieben, Entlieben oder Entliebt-Werden, begleitet von einer gediegen jammernden Gitarre mit ordentlichem Rhythmusfundament. Die Al Jones Band aus Memmingen bringt genau diese Zutaten mit. Bandleader und Leadgitarrist Jones wird dabei von Yvonne Isegrei bei Gesang und an den sechs Saiten, die die Welt bedeuten unterstützt. Bernie Schönke amBass sorgt zusammen mit Ronny Hill am Schlagzeug für einen stabilen, satt groovenden Background der Band.

Al Jones (Foto: Rainer Schmidt)

Anfang vierzig ist Al Jones mittlerweile. Der Sohn eines amerikanischen in der Oberpfalz stationierten GIs entdeckte bereits als Kind den Blues und Rhythm’n’Blues für sich und eiferte auf der Gitarre seinem Vorbild Otis Rush nach. Nach den ersten Aufnahmen als Teenager nahm ihn 1994 Matthias Winckelmann vom Münchner enja-Label unter seine Fittiche. „Whatch This!“, übersetzt also in etwa „Aufgemerkt!“ hieß das Debütalbum mit Bluescovern und Eigenkompositionen. Es passte in jene Zeit des zweiten europäischen Bluescomebacks nach den späten 1960er Jahren. Verdiente amerikanische Blues-Haudegen wie Luther Allison oder Louisiana Red waren in Europa heimisch geworden und hatten sich hier ein treues Publikum erspielt. Was schließlich auch in der stets etwas kulturvergessenen amerikanischen Heimat nicht unbemerkt blieb. Aber wer konnte authentisch für „frisches, junges musikalisches Blut“ sorgen? Al Jones konnte. Und stellte das durch Livespiel mitsamt einer bisweilen um Orgel, Saxophon oder Mundharmonika ergänzten Band oder auch häufig mit dem 2015 in Hannover verstorbenen Bluesmusiker Louisiana Red, mit drei weiteren Studioalben, und Wiederveröffentlichungen früher Aufnahmen klar.

Überall war und ist sein zeitloser, und das heißt eben auch zeitlos gültiger Blues zu hören. Und am Rosenmontag, 24. Februar wird ihn die Al Jones Band in eingangs erwähnter Besetzung um 20 Uhr im Wirtshaus Hafner, Marktplatz 17 in Perlesreut zum Klingen bringen.

Kartenreservierung ist telefonisch unter Tel. 08555 699 oder per Email an: mortl@hafner-wirtshaus.de  möglich.

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