Die Frauenhäuser im Land brauchen dringend Geld. Der Abgeordnete Roos traf sich hierzu mit Vertreterinnen des Frauenhauses Passau

Nachdem ein Antrag der SPD-Landtagsfraktion zur besseren Unterstützung der Frauenhäuser im Freistaat – Träger der Einrichtungen ist der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) – abgelehnt wurde, traf sich der Abgeordnete Bernhard Roos mit den ehrenamtlichen Vorstandsdamen des Frauenhauses Passau, um sich über die Situation vor Ort auszutauschen. Durch diese Ablehnung ist die Lage der Frauenhäuser prekär. Auch das Frauenhaus Passau ist auf Zuwendungen für den selbst zu finanzierenden Eigenanteil angewiesen. Pünktlich zum 25-jährigen Bestehen im Spätsommer soll der geplante Neubau fertig werden. Dieser bietet dann Platz für zwölf Frauen mit ihren Kindern, zehn dauerhafte Plätze sowie zwei Notzimmer. Doch der Neubau kostet viel Geld und muss vom Frauenhaus Passau zusätzlich gestemmt werden.

Die SPD-Fraktion setzt sich weiterhin für die Erweiterung der staatlichen Unterstützung der Frauenhäuser im Freistaat ein. Auf langfristige Sicht kann eine Verbesserung nur gelingen, wenn das Land mehr Geld zur Verfügung stellt. “Bei einem Haushalts-Etat von 60 Milliarden Euro sind vermehrte Zuschüsse für soziale Einrichtungen eigentlich eine Selbstverständlichkeit“, so Bernhard Roos. In den Haushaltsberatungen vom Dezember 2016 war ein Antrag der SPD-Fraktion zur Unterstützung der Frauenhäuser im Freistaat von der CSU abgelehnt worden. Roos macht sich nun dafür stark, einen entsprechenden Antrag im Nachtragshaushalt für 2018 einzureichen.

Freuen sich über einen gelungenen Austausch: v.l. Christine Eichinger, Manuela Zelzer, Bernhard Roos, Hildegard Stolper und Waltraud Fackler

 

Das freut das Vorstandsteam natürlich. Hildegard Stolper, die 1. Vorsitzende des SkF, ist gemeinsam mit ihren drei ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern, Christine Eichinger, Waltraud Fackler und Manuela Zelzer zum Treffen mit dem Abgeordneten erschienen. Die vier sind ein “eingespieltes Team“, welches sich tatkräftig für die Belange der schutzsuchenden Frauen einsetzt. Hilfe bekommen Bedürftige rund um die Uhr, von 17 – 08 Uhr übernehmen ehrenamtliche Mitarbeiterinnen Notrufdienst und auch die Einweisung ins Frauenhaus. Das Ehrenamt ist für den Verein ebenso wie für viele soziale Einrichtungen unentbehrlich. Das Engagement der Frauen darf nicht durch fehlendes Geld zunichte gemacht werden. Zum Schluss überreichte Bernhard Roos den Frauen eine Spende über 100 €. Ein kleiner Schritt, der hoffentlich Großes nach sich zieht.

Das Frauenhaus Passau besteht seit 1992 und beschäftigt zwei Sozialpädagoginnen, eine Erzieherin und eine Praktikantin. Zurzeit sind 25 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen mit großem Einsatz tätig. Bei einem Etat von rund 250.000 € muss das Frauenhaus Passau rund 25.000.– bis 30.000 € an Eigenbeitrag leisten, und selbst dafür aufkommen. Die Kosten von 1,2 Millionen Euro allein für den Neubau versuchen Hildegard Stolper und ihr Team über Spenden sowie Eigeninitiativen wie Bilderversteigerungen, Flohmärkte, Basars bis hin zum Kinderkarussell am Christkindlmarkt zu finanzieren. Ein dauerhaft höherer Zuschuss des Landes würde für viel Entlastung sorgen.

(Titelbild: Freuen sich über einen gelungenen Austausch: v.l. Waltraud Fackler, Manuela Zelzer, Bernhard Roos, Hildegard Stolper und Christine Eichinger)