Exklusiv-Interviw mit Ex-Bundesligaprofi Robert Zillner

Hutthurm. In der Ruhe liegt die Kraft. So könnte man den Charakter von Robert Zillner beschreiben, Ex-Bundesligaprofi und gebürtiger Wegscheider (Landkreis Passau). Diese Erkenntnis hinterließ Zillner auch in beeindruckender Art und Weise beim persönlichen Gespräch bei uns im Medienhaus in Hutthurm.

In seiner Laufbahn als Fußballspieler kam Zillner auf 87 Einsätze in der 3. Liga, 39 Einsätze in der 2. Bundesliga und sechs Einsätze in der 1. Liga. Zudem weist seine Vita sechs DFB-Pokal-Partien auf.

Beim TSV Wegscheid erlernte Robert Zillner das Fußballspielen, stets auch mit Rat und Tat kräftig unterstützt und gefördert durch seinen Vater, der sich in jener Zeit bei diesem Verein auch als Jugendtrainer (F/D) engagierte. „Mit der Zeit weißt du, dass du Fußballspielen kannst und somit bereit bist, den nächsten Schritt zu gehen“, bemerkt Zillner an dieser Stelle. Da jedoch in Wegscheid die Zukunftsperspektiven fehlten, wechselte Zillner den Verein und spielte danach bis 2005 beim TSV Waldkirchen, damals in der sechstklassigen Bezirksoberliga platziert.

Unterhaching oder Regensburg?

Im selben Jahr kam es zum ersten großen Karrieresprung. Die SpVgg Unterhaching interessierte sich für den jungen Waldkirchner Spieler und klopfte an. Zillner: „Der Kontakt zu Unterhaching ist über Otto Huml zu Stande gekommen, der schon seit einigen Jahren Spartenleiter beim TSV Waldkirchen war und früher schon bei Unterhaching tätig war.“ Doch, was viele vielleicht nicht wissen, es lag Zillner auch ein Angebot aus Regensburg vom Jahn vor. „Ich habe mich dagegen und für Unterhaching entschieden, weil ich der Ansicht war, in Unterhaching auf bessere Zukunftsaussichten setzen zu können.“ So wurde Robert Zillner von den Münchner Vorstädtern für die zweite Mannschaft verpflichtet. Hier entwickelte er sich regelrecht zum Leistungsträger, weshalb Zillner in der Winterpause der Saison 2007/08 vom damaligen Profi-Trainer Ralph Hasenhüttl in die erste Mannschaft befördert wurde.

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„Ich kann mich noch gut an meinen ersten Einsatz in der damals drittklassigen Regionalliga Süd erinnern. Es war das Spiel gegen die Amateure des FC Bayern im Grünwalderstadion. Wir haben dort das erste Spiel auf gegnerischem Platz in der letzten Saison gewinnen können. Es ging steil bergauf und unsere Mannschaft konnte sich souverän für die neu geschaffene und eingleisige 3. Liga qualifizieren.“ Als Stammspieler und weiterhin Leistungsträger einer Mannschaft bestritt Zillner für die SpVgg Unterhaching insgesamt 87 Spiele in der 3. Liga und kam zu zwei Einsätzen im DFB-Pokal.

Oben angekommen

Dann, zur Saison 2011/12 wechselte der Linksfüßer – und meist im Mittelfeld eingesetzte – ‚Wegscheider‘ zum fränkischen Traditionsverein Greuther Fürth. Zu seinem Debüt in der ersten Mannschaft der Kleeblätter kam es am 16. Dezember 2011 beim 5:0 Heimsieg gegen Union Berlin. 2012 zog sich Zillner einen Kreuzbandriss im linken Knie zu und fiel für den Rest der Saison aus. Doch am Ende der Spielzeit hatte auch er allen Grund zu feiern; erstmals in ihrer Vereinsgeschichte stieg Greuther Fürth in die 1. Bundesliga auf – Robert Zillner war also definitiv angekommen, im Oberhaus.
Angesprochen darauf, an welches Spiel er sich noch heute sehr gerne zurück erinnert, gibt Zillner zu Antwort: „Ganz klar das Spiel im November 2012 gegen Borussia Dortmund. Nicht nur, weil es gleichzeitig mein Bundesligadebüt war, sondern auch die gesamte Atmosphäre im Stadion, auf dem Platz, die vielen Fans rundum; einfach fantastisch und eigentlich unbeschreiblich. Bei solchen Spielen und in solchen Stadien wie in Dortmund hörst du einfach nichts mehr auf dem Platz, nur die Fans. Eine Kommunikation mit deinen Mitspielern ist nicht mehr möglich.“
Zillner kam auf sechs Einsätze im Oberhaus. Greuther Fürth beendete die Spielzeit 2012/13 als Tabellenletzter und stieg postwendend wieder in die 2. Bundesliga ab.

Am Ball bleiben!

Doch leider blieb auch Zillner nicht vor Verletzungen verschont. So konnte er für Fürth in der Saison 2013/14 nur acht Spiele bestreiten. Zu Saisonende wechselte er zum Ligakonkurrenten SV Sandhausen. Bereits bei seinem ersten Einsatz zog er sich einen weiteren Kreuzbandriss zu und stand für die restlichen Spiele nicht mehr zur Verfügung. Ob solche Momente nicht ziemlich frustrierend sein müssen, gerade auch im Hinblick auf die zukünftige Karriere, wollen wir an dieser Stelle wissen. Zillner denkt kurz darüber nach und lässt und verstehen: „Das trifft wohl auf viele Spieler zu. Doch mich persönlich nicht. Du musst diese Situationen einfach hinnehmen und akzeptieren. Passiert ist passiert. Du musst dich auf deine Genesung konzentrieren und hart auch an dir selbst arbeiten – und weiter geht’s. Ich habe mir in solchen Momenten nicht den Kopf darüber zerbrochen.“
Sein Comeback für Sandhausen erfolgte am 1. Spieltag der Saison 2015/16. Ende der Saison verließ Zillner den Club und wechselte Ende August 2016 in seine niederbayerische Heimat, zum Regionalligisten SV Schalding-Heining. Sein Gastspiel hielt dort aber nicht lange an – und natürlich wollen wir wissen, warum: „Der Aufwand in der Regionalliga war für mich für die weiteren Spielzeiten einfach zu groß.“

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Zurück in der Heimat

Heute spielt Robert Zillner, der in der Zwischenzeit seinen Wohnsitz nach Passau verlegt hat, für den Landesligisten FC Sturm Hauzenberg. Ausschlaggebend für diesen Wechsel war wohl auch sein Bruder Maxi (29), denn bekanntlich spielt Zillners Bruder auch beim Sturm. Zillner schiebt zudem nach: „Ich wollte mit meinem Bruder unbedingt noch zusammenspielen. Zudem kenne ich beide Trainer beim Sturm schon lange und, was wohl das Wichtigste ist: Ich habe wieder richtig Spaß am Fußball!“

Und wenn Robert Zillner mal nicht auf dem Fußballplatz anzutreffen ist? „Dann gehe ich meinem Beruf nach und bin in unserem Familienbetrieb (Anmerkung der Red.: Fahrschule Zillner, Wegscheid) anzutreffen. Ich hoffe, meine Ausbildung als Fahrschullehrer bald und natürlich erfolgreich abschließen zu können.“

Ex-Bundesligaprofi Robert Zillner und ehemaliger Wegscheider zu Gast bei MuW Medienhaus in Hutthurm (Foto: MuW/c.niggli)

Eine allerletzte Frage gibt es dann doch noch; könnte Zillner eine Fußball-Regel im Profi-Bereich sofort ersatzlos streichen oder neu einführen, welche Regel wäre das? Wie aus einer Kanone geschossen kommt die Antwort prompt zurück: „Die Tor-Kameras und somit der Video-Beweis, die müssen wieder weg. Denn der Fußball lebt doch schlussendlich von Emotionen und einhergehend damit auch von Fehlentscheidungen der Schiedsrichter. Heute hast du vielleicht verloren, weil ein Tor an- oder aberkannt wurde, morgen gewinnst du wieder. Irgendwie gleicht sich doch das am Ende immer aus – also wie im richtigen Leben.“

(das Interview führten Hans Damberger & Nic Niggli, MuW Medienhaus)

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