Prof. Dr. Matthias Keller ist neuer Sprecher der AG „Medizinische Versorgung“ – Handlungsfeld „Pflege“ rückt weiter in den Fokus

In Krisenzeiten wird besonders deutlich, warum das Zusammenspiel vielfältiger Akteure insbesondere im Gesundheitssektor so entscheidend ist. Bei der vergangenen Sitzung des Gesundheitsforums – ein zentrales Kernstück der Gesundheitsregion plus Passauer Land – diskutierten Experten aus verschiedenen Bereichen über die um sich greifende Corona-Pandemie. Besonders wichtig: Die Multiplikatoren sollten mit den wichtigsten Informationen und aktuellen Handlungsanweisungen versorgt werden, um diese in ihrem jeweiligen Netzwerk und auch in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Aus diesem Grund wurde die Sitzung am 13. März auch nicht abgesagt, sondern in gestraffter Form durchgeführt. „Die Gesundheitsregion plus Passauer Land ist jetzt wichtiger denn je! Und sie wird mit Sicherheit in den nächsten Jahren noch größere Bedeutung bekommen“, stellte Passaus frisch gewählter Landrat Raimund Kneidinger, der zum Zeitpunkt der Sitzung als Stellvertreter von Franz Meyer teilnahm, zu Beginn fest. Seinen ausdrücklichen Dank richtete er an Franziska Solger-Heinz, die die Geschicke der Gesundheitsregion plus in den vergangenen fünf Jahren hervorragend geleitet habe. Nach der Zusage einer erneuten Förderung für weitere fünf Jahre stellte Solger-Heinz heraus, dass nun die Chance besteht, die erfolgreiche Arbeit im Gesundheitsforum weiter fortzusetzen. „Wir haben eine ganze Menge auf die Beine gestellt und ich hoffe, dass wir so gut zusammenarbeiten wie bisher“, so Solger-Heinz. Bisher habe man sich vorrangig mit dem Bedarf befasst und an der Netzwerkstruktur gearbeitet. „Nun sind wir an dem Punkt angelangt, an dem es in die Umsetzung gehen kann“, betonte sie. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung: Professor Dr. Matthias Keller, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik Dritter Orden in Passau, wurde einstimmig zum Sprecher der Arbeitsgruppe „Medizinische Versorgung“ gewählt. Keller bedankte sich für das in ihn gesetzte Vertrauen und stellte heraus, dass er in der Arbeitsgruppe die Rolle des Koordinators und Vermittlers übernehmen wird. Beschäftigen wird sich das Team bestehend aus Vertretern der regionalen Kliniken, aus dem Ambulanten Bereich und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern federführend mit folgenden Themen: „Wie können wir mittel- und langfristig die medizinische Versorgung in der Region sicherstellen? Wie lässt sich sektoral zwischen Krankenhäusern und ambulanten Ärzten die Vernetzung verbessern? Wie kann die Region für junge Mediziner attraktiver werden? Wie können Gemeinden unterstützt werden, Hausärzte in der Region zu halten?“ Das sei ein großes Portfolio an Aufgaben, die aber lösbar seien, wenn man gemeinsam darüber nachdenke. „Wir wollen Konzepte entwickeln, die die Region vorwärtsbringen“, betonte der neue Sprecher der Arbeitsgruppe Matthias Keller.

Zudem wurde das Gremium darüber informiert, dass auch das Handlungsfeld „Pflege“ verstärkt in den Fokus rücken wird. Josef Mader, Geschäftsführer der Landkreiskliniken, stellte heraus, dass eine Arbeitsgruppe in Gründung ist. Geplant ist die Vernetzung von Krankenhäusern, Rehaeinrichtungen und Alten- und Pflegeheime. „Der Pflegemangel hat längst den Landkreis Passau erreicht, wir kämpfen jeden Tag um Personal. Die personelle Schieflage wird sich in allen Einrichtungen verschlechtern. Deshalb ist es wichtig, Hand in Hand zu arbeiten“, so Mader. Er führte eines der zentralen Probleme aus: Verschiedene Maßnahmen der Bundespolitik würden zu einem ruinösen Wettbewerb um Pflegekräfte führen, ein Qualifikationsmix werde quasi blockiert. „Wir stellen uns also die Frage, was gemeinsam gemacht werden kann. Unter anderem werden Kooperationsmöglichkeiten in der Personalbeschaffung gesucht, beispielsweise, indem wir gemeinsame Aus-, Weiter- und Fortbildungen auf den Weg bringen“, so Mader weiter.

Aktuelle Informationen zu den Auswirkungen der Bedarfsplanungs-Reform und der Versorgungssituation steuerte schließlich Adam Hofstätter von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern bei. Bei einem Streifzug durch die einzelnen Planungsbereiche stellte er fest, dass die hausärztliche Versorgung in der Region im deutschlandweiten Vergleich gut ist. Details können im Internet unter www.kvb.de im Versorgungsatlas nachgelesen werden. Allerdings wies Hofstätter darauf hin, dass es in der Ärzteschaft generell ein Nachwuchsproblem gibt. Aufgabe der Gesundheitsregion plus sei deshalb auch, die Attraktivität der Region beim Ärztenachwuchs bekannt zu machen.

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