Kiebitz mit markanter Federholle und metallisch schimmernden Federkleid (Foto: Frank Derer, Landesbund für Vogelschutz)

Kiebitz-Sichtungen bitte dem Landratsamt Regen melden

Bodenbrüter soll besser geschützt werden – Ausgleichszahlungen an betroffene Landwirte

Regen. Von Mitte März bis Mitte Juni brütet mit dem Kiebitz einer der eindrucksvollsten Wiesenbrüter im Landkreis Regen. Die Biodiversitätsberatung im Landkreis Regen und der Landesbund für Vogelschutz rufen daher auf, Sichtungen an das Landratsamt zu melden, um Kiebitz-Bruten zu schützen und daraus resultierende Ausgleichszahlungen bei betroffenen Landwirten zahlen zu können.

Wer den Ruf eines Kiebitzes einmal gehört hat, wird ihn so schnell nicht mehr vergessen. Das Ki-Witt ist unverwechselbar, aber auch optisch ist der etwa taubengroße Vogel dank seiner abstehenden Federholle am Hinterkopf unverkennbar.

Martin Graf, Biodiversitätsberater Landkreis Regen

Auch die weiße Unterseite sowie die dunkle, metallisch grün schimmernde Oberseite seien sehr markant.

Dass den Vogel trotzdem immer weniger Leute kennen, liegt wohl hauptsächlich an seiner Bestandsentwicklung: Zwischen 1992 und 2016 sind die Kiebitz-Bestände in Deutschland um 88 Prozent zurückgegangen. „Wir brauchen daher im Landkreis Regen einen besseren Überblick über die Bestände und müssen die aktive Zusammenarbeit mit Landwirten und Freizeitnutzern beim Thema Wiesenbrüterschutz fördern“, so Graf weiter. „Es wäre sehr wichtig, dass man Bereiche, in denen der Kiebitz brütet, bis Mitte Juni ausspart und erst später mäht. Dafür gibt es mittlerweile auch spezielle Ausgleichszahlungen, die mit dem Landesamt für Landwirtschaft abgestimmt wurden“, ergänzt Rosemarie Wagenstaller von der Unteren Naturschutzbehörde. „Wir bitten daher Landwirte und Bürger, welche Kiebitze oder auch andere Wiesenbrüter wie Braunkehlchen oder Wachtelkönig beobachten, sich bei uns zu melden“, sagt Graf.

Zum Schutz der Wiesenbrüter sei es über den Sommer außerdem wichtig, Hunde möglichst an der Leine zu halten und auf Wegen zu bleiben. Jede Störung, sei es durch querfeldeinlaufende Menschen oder auch freilaufende Hunde, bedeute für sie großen Stress. „Die Vögel flüchten und verlassen das Nest. Eier und Küken bleiben dann ohne Wärme zurück. In vielen Fällen verlassen die Elternvögel sogar komplett das Nest und die Jungen sterben“, erklärt Wagenstaller.

Kiebitze legen bis zu vier Eier und sind standortstreue Vögel. Die Brutzeit beginnt je nach Witterung bereits ab Mitte März. Um den Bestand stabil zu halten, ist ein Bruterfolg von rund 0,8 bis 0,9 flüggen Jungvögeln pro Brutpaar und Jahr nötig. „Dies wird bei uns in den wenigsten Brutgebieten erreicht“, bedauert Graf. Kiebitze bevorzugen offene Flächen mit niedriger Vegetation und Offenboden, die durch hohe Wasserstände besonders feucht sind. Sie brüten daher auch oft in Ackerflächen.

Hauptnahrung der Altvögel sind Bodenorganismen wie Regenwürmer, die Jungvögel fressen gerne Spinnen und andere Wirbellose.

Kiebitz-Sichtungen sowie Fragen zu Ausgleichszahlungen nimmt Martin Graf gerne entgegen. Er ist per Email MGraf@lra.landkreis-regen.de oder telefonisch unter der Rufnummer 09921 601 299 erreichbar.